Hortkinder am Paulsberg suchen Antworten / Dokumentation zum Projekt

Wie das Zusammenleben der Menschen funktionieren kann

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Kinder der Erdgeistergruppe mit in der letzten Reihe v.li. Teammitarbeiter Christoph Müller, Elternsprecherinnen Doris Schimansky und Jantje Visser sowie rechts der Gruppenleiterin und Autorin von „Ein Weg in die Kooperation…und selbstverständlich Inklusion!“, Angelika Kumpf.

Achim - Angelika Kumpf (46) ist seit 2013 für den Hort der Lebenshilfe am Paulsberg in Achim tätig. Sie hat nach ihrer Ausbildung als Erzieherin fast 20 Jahre in der Kinder- und Jugendhilfe gearbeitet und ist auch als Naturpädagogin tätig. Ihre in Buchform erschienene Projektdokumentation „Ein Weg in die Kooperation… und selbstverständlich Inklusion!“ gibt wichtige Anregungen.

Die inhaltliche Grundlage ist ein Projekt mit Schulkindern in altersgemischter Gruppe (Sechs- bis Elfjährige). Es behandelt die Fragestellung, wie das Zusammenleben aller Menschen als Menschheit funktionieren kann, und betrachtet das Thema aus Sicht der Kinder. Das gesamte Projekt wird in Wort und Bild dargestellt in einer Form, die das Lesen für Kinder und Erwachsene gleichermaßen spannend macht.

Vorstellungen der Kinder unter anderem auch zum Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Menschen mit und ohne Behinderung werden sehr anschaulich vermittelt. Das Projekt wurde von Angelika Kumpf im Hort am Paulsberg in der Erdgeistergruppe angeleitet und mitgetragen von Teammitarbeiter Christoph Müller.

Die Grundüberlegungen waren: Die Akzeptanz anderer Menschen und ihrer Vielfalt kann über das gemeinsame Tun an einer gemeinsamen Sache weiter gefördert werden. Daher wurden kreative beziehungsweise produktive Angebote gegeben, an denen Hortkinder der „Erdgeistergruppe“ und Schüler der Likedeeler-Schule gleichermaßen mit ihren individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten teilnehmen und zusammen Spaß erleben konnten.

Sich und den anderen

kennenlernen

Tolerantes Verhalten und Akzeptanz aufzubringen, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss erlernt und immer wieder geübt werden. Kindern gelingt es am besten, andere Menschen verständnisvoll wahrzunehmen, wenn ihnen zunächst ihre eigene Individualität und ihre eigenen Bedürfnisse bewusst sind.

Zum Einstieg erhielten die Kinder Gelegenheit, sich in einer Selbstbetrachtung aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Wichtig war, die wahrgenommene persönliche Abgrenzung der Kinder gegenüber anderen. Sie ermöglichte den Kindern in weiteren Schritten, die Bedürfnisse anderer Menschen besser zu erkennen und die Abgrenzung anderer ihnen selbst gegenüber als Notwendigkeit zu verstehen.

Die Bedeutung von Verschiedenheit und Gleichheit und Gleichberechtigung' wurde von den Kindern sehr allumfassend und weltlich betrachtet. Allgemeingültige Regeln und Pflichten des Zusammenlebens wurden entwickelt.

„Interessierte sowie alle, die mit Menschen arbeiten und die soziale Zusammengehörigkeit als Thema behandeln möchten, finden im Buch Anregungen und Beispiele.

Während des Projektes gab es sehr viel Raum für eine inhaltliche Beteiligung der Kinder. Der Projektverlauf war nicht schon im Vorhinein starr festgelegt, sondern offen für Situationen und den Einfluss der Kleinen. „Die Kinder haben bei dem Ausdruck ihrer Emotionen und Vorstellungen ihre alltäglichen Erfahrungen einfließen lassen, aber auch erfahrene Informationen und Bilder aus der Medienwelt“, berichtet die Autorin.

Die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Auseinandersetzung seien unter anderem. sehr ernst zu nehmende Schilderungen zwischenmenschlicher und weltlicher Verhältnisse und für alle Menschen jeden Alters umsetzbare Verhaltensregeln“ fasst Angelika Kumpf die Dokumentation kurz zusammen.

Auch das Thema Krieg kam zur Sprache. „In unserer multikulturellen Kindergruppe haben die Kinder ihrer persönlichen Betroffenheit Ausdruck gegeben und sich untereinander solidarisch erklärt. Eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung hat sich entwickelt bis hin zu der Frage eines Kindes: „Warum machen die Erwachsenen in einigen Ländern Krieg? Die Fragen wurden sensibel und kindgerecht mit den Interessierten und Älteren unserer Gruppe behandelt“, berichtet die Autorin.

Keine Antworten zum

Sinn von Kriegen

Zu Fragen wie diesen konnte für die Fragen der Kinder allerdings keine passende, kindgerechte Erklärung gefunden werden. Kein Wunder, wenn auch Erwachsene das nicht verstehen. Es blieb lediglich die allgemeine Formel der Konfliktvermeidung und -lösung: Den anderen versuchen zu verstehen und sich vertragen.

Die 130 Seiten starke Dokumentation wird vom Hort am Paulsberg zum Selbstkostenpreis von 12,95 Euro an Interessierte abgegeben E-Mail: hort-paulsberg-2@lebenshilfe-verden.de

hem

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