Hocker ist empört, weil Schritte gegen Krähen abgelehnt werden

„Menschenschutz geht vor“

Achim - Die vielen Saatkrähen sind für den Achimer FDP-Landtagsabgeordneten Dr. Gero Hocker schon lange ein öffentliches Ärgernis: „Schon seit einiger Zeit haben wir in Achim ungewöhnlich viele Krähen. Und die Population wird immer größer. Daher fordern wir den Landrat auf, sich bei der Landesregierung für eine Lösung der Problematik einzusetzen, die sowohl für die Menschen als auch für die Tiere gut ist“, stellte Hocker vor dem Achimer FDP-Stadtverband jetzt fest. Es könne nicht sein, dass Krähenkot immer mehr private Gärten und Terrassen unbrauchbar mache.

Saatkrähen waren Hocker zufolge vor einigen Jahrzehnten vom Aussterben bedroht, weshalb sie unter Naturschutz gestellt wurden. „Die Tiere seinerzeit unter Schutz zu stellen, ist richtig gewesen. In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Brutpaare allerdings derart vermehrt, dass der absolute Schutzstatus nicht mehr gerechtfertigt ist“, meint der FDP-Politiker.

Saatkrähenpopulationen träten vermehrt in größeren Siedlungsgebieten und Städten auf. Die Krähen seien vor allem wegen der Lärmbelästigung und der großen Mengen Krähenkot ein Problem.

Deshalb habe die niedersächsische FDP-Landtagsfraktion gefordert, Krähen auf dem Gelände von sensiblen Territorien wie beispielsweise Krankenhäusern, Schulen oder Kindergärten vertreiben zu dürfen. „Es ist eine Sauerei, dass SPD und Grüne das mit ihrer Mehrheit verhindert haben. Schutz der Menschen muss Vorrang vor übertriebenem Artenschutz haben“, empört sich Hocker.

Die Naturschutzbehörden der Landkreise könnten bisher wegen des Artenschutzes der Saatkrähen kaum etwas unternehmen. Dies hatte sich auch in Achim am Oertel gezeigt, wo arg belästigte Anwohner mit Krähenklappen die Vögel vertreiben wollten. Nachdem die Naturschutzbehörde des Kreises das strikt abgelehnt hatte, kam es zum Verwaltungsgerichtsprozess in Achim, den die Anwohner glatt verloren. Wir berichteten.

Die FDP-Landtagsfraktion hatte gefordert, den Landkreisen auf Antrag die Beseitigung der Nester vor der Brutzeit durch Ausspritzen in den Bäumen und die Vertreibung der Vögel zumindest in Problemschwerpunkten zu ermöglichen. Unter anderem wurden auch die Probleme im Landkreis Verden genannt.

Doch das ist alles zum Bedauern des Achimer FDP-Landtagsabgeordneten abgeschmettert worden.

mb

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