Auf traditionelle Weise unterwegs

Hochzeitsbitter müssen Hochprozentiges vertragen

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Bräutigam Michael Bammann (Mitte) mit den Hochzeitsbittern Mirco Zapik (rechts) und Tobias Kröger beim Start der Einladungstour.

Embsen - Mirco Zapik und Tobias Kröger überbrachten jetzt frohe Kunde. Als gut gekleidete Hochzeitsbitter, bei denen Frack, Zylinder, Fliege und ein halbwegs tretbares Fahrrad zur Grundausstattung gehören, luden sie engste und liebste Freunde von Michel Bammann und Annoula Bünger zu deren Hochzeit ein.

Das Paar, seit zwölf Jahren liiert und seit vorigen August verlobt, wird am 18. November in der St.-Laurentius-Kirche sich das Ja-Wort geben. Nach der Trauung in Achim, steigt in Bremen das große Hochzeitsfest mit rund 100 Gästen.

„Wir freuen uns sehr. Es ist jetzt einfach der richtige Zeitpunkt“, sagt Michel Bammann, der beruflich Schwimmbäder baut („Ich bin der Pool-Boy“), während seine Zukünftige im Forderungs-Management tätig ist.

Mirco Zapik und Tobias Kröger mussten nicht lange gebeten werden, die traditionelle Rolle des Hochzeitbitters zu übernehmen. Im Gegenteil: „Es ist uns eine Ehre.“

Zumal die verwandtschaftlichen Bande eng sind. Zapik ist der Schwager des Bräutigams, Kröger dessen Cousin. Nun hatten beide morgens ein opulentes Frühstück, bevor sie sich mit ihren Rädern auf die Reise machten.

Ein Zehnzeiler für die Hochzeitsgäste

Die führte von Embsen zunächst nach Baden, dann über Bierden zurück „ins Dorf“ nach Embsen. Auf dem Zettel standen fast 20 Adressen. Genauso häufig trugen die beiden Hochzeitsbitter diesen Zehnzeiler vor:

„Eine Hochzeit kündigt sich an, ihr sollt wissen, wo und wann.

Das Hochzeitspaar hat nachgedacht, uns diese Liste überbracht.

Wir schauen mal nach, oh ja, eure Namen stehen schon da. Hier ist sie, unsre Einladung für die Hochzeits-Feierung.

Ein lieber Gruß vom Hochzeitspaar und bitte, sagt zur Einladung „Jaaaa“!

Keine Dichtkunst, aber verständlich.

Danach wurde Einlass gewährt und Hochprozentiges gereicht.

„Wir haben keine Wahl“, weiß Tobias Kröger, der bereits einmal in einer anderen Hochzeitsangelegenheit unterwegs gewesen war, „es wird getrunken, was auf den Tisch kommt.“

Das alkoholische Durcheinander erfordert vom Hochzeitsbitter einen standhaften Magen. Darüberhinaus ist ganz grundsätzlich eine positive Einstellung gegenüber den vielfältigen Möglichkeiten des Lebens von Vorteil.

Tobias Kröger und Mirco Zapik, der in Bassen wohnt und die Anforderungen an einen Hochzeitsbitter aus der dortigen Dorfgemeinschaft kennt, jedenfalls waren zuversichtlich, abends noch das Schützenfest in Embsen besuchen zu können.

Und was ist der Alptraum eines Hochzeitbitters, wenn nicht der Kater danach? „Wenn wir an der Tür „Wir kaufen nichts“ hören.“

 häg

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