Aale für Weser, Eyter, Aller & Co

Hobbyfischer lassen tausende Jungtiere an Ueser Brücke in den Fluss

Mit Motorbooten ausgerüstet bringen Tönjes de Vries, Frank Matschuck und Dominik Swigon (v.l.) vom Achimer Anglerverein Jungaale in die Besatzzonen. Ein Teil wanderte direkt an der Ueser Brücke in die Weser.
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Mit Motorbooten ausgerüstet bringen Tönjes de Vries, Frank Matschuck und Dominik Swigon (v.l.) vom Achimer Anglerverein Jungaale in die Besatzzonen. Ein Teil wanderte direkt an der Ueser Brücke in die Weser.

Uesen – Pünktlich um 11 Uhr erreichte am Samstag der Transporter vom Lieferanten Aalhof Götting den Treffpunkt unterhalb der Ueser Brücke. In den Tanks: hunderttausende Mini-Aale mit einem Gesamtgewicht von 1360 Kilogramm für die Weser und ihre Zuflüsse im Bereich der Fischerei-Pachtgemeinschaft Weser IV vom Habenhauser Weserwehr bis Dörverden.

Zahlreiche Gewässerschützer der acht Sportfischervereine standen bereit, um die vorgezogenen sogenannten Farmaale mit einem Gewicht von jeweils etwa vier Gramm in Empfang zu nehmen. Kiloweise und in robusten Plastikbeuteln verpackt sowie mit ausreichend Sauerstoff und Frischwasser versorgt, wurden die Jungfische von dort aus schnellstmöglich auf vorher festgelegte Besatzzonen verteilt. Eine erste Charge wurde vorher bereits in Eißel für den Hegebereich oberhalb von Verden an die Helfer übergeben.

Die „vorgestreckten“ Farmaale wiegen rund vier Gramm bei einer Länge von etwa zehn Zentimetern. In der Aufzuchtfarm erreichen die Jungtiere das Zehnfache ihres Gewichtes in nur einem halben Jahr.

Die Lieferung ist Teil einer Gesamtbesatzmaßnahme der EU-Aalschutzverordnung, die durch den Europäischen Meeres- und Fischereifond (EMFF) und das Land Niedersachsen seit 2011 gefördert wird. Bereits im April dieses Jahres wurden 126 Kilogramm Glas-aale mit einem Stückgewicht von 0,5 Gramm in die oben genannten Gewässer gelassen. Insgesamt fanden auf diese Weise in diesem Frühjahr 755 682 Jungaale im Wert von 128 735,91 Euro den Weg ins örtliche Wesersystem.

Unterhalb der Ueser Weserbrücke und unter Beachtung der Hygienebestimmungen nahmen Sportangler und Gewässerschützer Jungaale vom Lieferanten Jan Götting vom Aalhof Götting aus Wildeshausen in Empfang.

Die Weser- und Aller-Fischereigenossenschaft Verden hat für die Mitgliedsvereine der Fischereipachtgemeinschaft IV sowie für den Berufsfischer Kurt Janke die Förderung beantragt und erhält für die Besatzkosten einen Zuschuss in Höhe von 60 Prozent. Gegenüber den Vorjahren wurde die Anzahl nochmals deutlich erhöht: „Wir haben den Pachtvertrag mit den Sportfischervereinen neu verhandelt“, erklärt Gerd Schröder, Vorsitzender der Aller-Weser-Fischereigenossenschaft. „Die Zahl der ausgegebenen Erlaubnisscheine wurde unter der Bedingung auf 7 500 erhöht, dass zusätzliche 14 000 Euro in Besatzmaßnahmen fließen, davon 13 000 Euro in den Aalschutz.“

Die jetzt ausgesetzten Fische wanderten zuvor als Aallarven mit dem Golfstrom von der Sargassosee kommend nach Europa und wurden im Glasaal-Stadium in französischen Flussmündungsgebieten abgefischt. Unter Idealbedingungen in Aufzuchtbecken großgezogen, erreichen sie in nur wenigen Monaten ein Vielfaches ihres Gewichts und werden dann als Farmaal bezeichnet. „Unsere Bewirtschaftungsdevise sieht einen Mischbesatz vor, je nach Verfügbarkeit“, erläutert Gerd Schröder, „dabei gilt für uns, je kleiner desto besser.“ Während sich kleine Glasaale schneller an eine neue Gewässerumgebung gewöhnen, fallen die größeren Farmaale weniger leicht Fressfeinden zum Opfer.

Von Ingo Schmidt

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