Historischer „Hungerbrunnen“ beim Gericht: Lions stiften neu designtes Schild

1756 in den Boden getrieben

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Harm Beckröge (rechts), Präsident des Lions-Clubs Achim, und Pressesprecher Klaus Matschinski (links) freuten sich, nachdem ein Mitarbeiter des städtischen Bauhofs das neue Schild am Hungerbrunnen angebracht hat.

Achim - Ein neues Textschild erhielt der Hungerbrunnen am Amtsgericht in Achim. Das bisherige Schild war durch Witterungseinflüsse unlesbar geworden und musste durch den Bauhof ausgetauscht werden. In Zusammenarbeit mit dem der Stadtverwaltung Achim erhielt das neue Schild ein anderes Design. Gestiftet wurde es vom Lions Club Achim.

Den Hungerbrunnen schenkte der Lions Club anlässlich seines 20-jährigen Bestehens 1995 der Stadt Achim.

1994 nämlich hatten Margarethe und Volker Wulfmeyer auf einer Lithographie im Amtsgericht einen Ziehbrunnen entdeckt. Auf der Grundlage dieser Angaben wurden mittels Probebohrungen und Grabungen tatsächlich die Reste eines Brunnens aufgespürt. Ob es der Hungerbrunnen war, von dem in alten Akten zu lesen war, ist nicht genau zu belegen. Der damalige Stadtarchivar Horst Korte vermutete, dass es sich um den Brunnen handelt, der 1756 am Rande der Obernstraße gebohrt wurde.

Damals hatte ihn der Steuereinnehmer von Horn erstellen lassen, damit die Frauen das Wasser zum Bleichen ihrer Wäsche nicht den langen Weg vom Pforthaus bis zum Wäschebleichplatz tragen mussten. Der Ziehbrunnen hat später zum alten Landratsamt gehört und wurde 1782 erwähnt, als das Justizgebäude an das Land Hannover verkauft wurde.

Die vier bogenförmigen, zehn Zentimeter dicken Sandsteinsegmente, die zu einem Kreis von etwa einen Meter Durchmesser zusammen gesetzt sind, werden aufgrund der Steinmetzarbeit als wesentlich älter geschätzt.

Die Stadtverwaltung hat zugesagt, dass die Holzteile des Brunnens im Frühjahr einen neuen Anstrich im historischen Grau erhalten.

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