Hilfe für Helfer

THW-Kräfte aus Achim im Einsatz im Überschwemmungsgebiet

Ein Bild der Zerstörung zeigt sich den Hilfskräften in den Überschwemmungsgebieten.
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Ein Bild der Zerstörung zeigt sich den Hilfskräften in den Überschwemmungsgebieten.

Achim – Bilder der Zerstörung gingen nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen durch die Medien. Achimer Einsatzkräfte waren in den vergangenen Wochen dort, um zu helfen. Der ESS-Trupp des Ortsverbands Achim im Technischen Hilfswerk (THW) wurde zunächst an die Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen alarmiert, berichtet Katrin Döring, beim THW Achim zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.

In den ersten Tagen nach der Katastrophe überwachte der Trupp mit dem Einsatzstellensicherungssystem (ESS) das schwer angeschlagene Stauwerk auf seine Standfestigkeit. „Selbst kleinste Bewegungen nimmt das Vermessungsgerät wahr. Im Falle einer größeren Bewegung im Bauwerk hätte die Bevölkerung somit rechtzeitig gewarnt werden können, bevor das Bauwerk kollabiert wäre“, erklärt Döring.

Das THW Achim überwachte unter anderem Stauwerke auf ihre Standsicherheit.

Nachdem die Talsperre leergepumpt und die Gefahr gebannt war, ging es für den ESS-Trupp weiter nach Bad Münstereifel. Dort überwachten die Achimer ebenfalls verschiedene Bauwerke, die durch die Flut in ihrer Stabilität angeschlagen waren. Gemeinsam mit Baufachberatern wurde dann das weitere Vorgehen zu dem Bauwerk beraten und an die Behörden weitergegeben.

Die Bergungsgruppe des OV Achim half dabei, einen Bereitstellungsraum für 5 000 Einsatzkräfte auf dem Nürburgring zu errichten. „Auch wenn sie damit nicht direkt der betroffenen Bevölkerung halfen, erwiesen sie zumindest ihren Kameradinnen und Kameraden einen wertvollen Dienst“, schreibt die Pressewartin weiter. Die Achimer stellten Zelte auf und ermöglichten damit den Hilfskräften, die erschöpft aus dem Einsatz kamen, sich dort abends zu erholen. „Ein Bereitschaftsraum dient nicht nur als zentrale Anlaufstelle für die anrückenden Mannschaften, dort werden auch Geräte und Fahrzeuge repariert. Und die Helfer können zwischen den Einsätzen schlafen, duschen, essen, um so Kraft für weitere Einsätze zu tanken.“

Schon in den ersten Tagen der Flutkatastrophe habe sich der Pressebeauftragten zufolge abgezeichnet, dass auch für die Helfer das Ausmaß der Katastrophe belastend sei. 2006 hatte der THW-Landesverband Bremen  / Niedersachsen für solche Fälle ein Einsatznachsorgeteam (ENT) aufgestellt. Dieses wurde nun zum Bereitstellungsraum in Euskirchen alarmiert, um gemeinsam mit Nachsorge-Kräften für die THWler da zu sein.

Seit Gründung des ENTs ist auch Katrin Döring aus dem OV Achim dabei. „Eine der Aufgabe unseres ENTs ist es, Einsatzkräfte während oder nach belastenden Einsätzen zu betreuen. Damit wollen wir erreichen, dass das Erlebte verarbeitet werden kann und sich nicht in den Köpfen festsetzt.“ Das Team sei dafür auch in verschiedene Einsatzgebiete gefahren, um den Helfern vor Ort bei besonders belastenden Aufgaben zur Seite zu stehen. Und auch für diejenigen, die bereits in ihre Heimat-Ortsverbände zurückgekehrt sind, biete das ENT Nachsorgegespräche an.

Weitere Kräfte, die beruflich am THW-Ausbildungszentrum in Hoya arbeiten und sich in ihrer Freizeit beim THW Achim engagieren, waren und sind als Hauptamtliche im Einsatzgebiet tätig.

Christian Probst, Ortsbeauftragter des OV Achim, ist im Ahrtal für den Brückenbau zuständig, berichtet Döring. Er bespricht mit den Krisenstäben der Kommunen und Länder die benötigten Brückenbaumaßnahmen. Von Stegen und Behelfsbrücken aus Holz über Maybey-Johnson-Brücken, sogenannten D-Brücken bis zu Eisenbahn-Behelfsbrücken könne das THW alles bauen. „Jeder neue Brückenschlag erleichtert den Menschen im Katastrophengebiet den Alltag und bringt ein kleines Stück Normalität zurück“, schreibt Döring.

Hans Hoffmann, Baufachberater im THW Achim, war auch hauptamtlich als Baufachberater in Nordrhein-Westfalen tätig. Er begutachtete Bauwerke wie Häuser und Brücken auf ihre Standfestigkeit. Michael Döring, ehrenamtlicher Gruppenführer der Fachgruppe Notinstandsetzung und Notversorgung, war im Bereitstellungsraum (BR) am Nürburgring als „technischer Berater Hygiene“ eingesetzt. Er beriet die Führung des BR in allen Fragen rund um das Thema Hygiene: Von der Händedesinfektion über die Umsetzung von Corona-Schutzmaßnahmen bis zur Einhaltung von Hygienevorgaben im Küchenbereich.

Auch in den nächsten Wochen werden Ehrenamtliche aus Achim wieder in das Katastrophengebiet zurückkehren, um vor Ort auf vielfältige Weise zu helfen.

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