„Hier ist Aufbruchstimmung“

Gesprächsrunde der SPD mit Landesministerin Honé zur Zukunft der Achimer Innenstadt

Talkrunde mit Landesministerin Birgit Honé (Mitte). Mit dabei waren: (von links) Adolf Brockmann (Wirtschaftsbeirat), Rudolf Knapp (Unternehmergemeinschaft), Investor Kai Amir-Sehhi, Moderator Werner Wippler, Vize-Vorsitzender der SPD Achim, SPD-Bürgermeisterkandidatin Cornelia Schneider-Pungs und SPD-Fraktionschef Herfried Meyer.
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Talkrunde mit Landesministerin Birgit Honé (Mitte). Mit dabei waren: (von links) Adolf Brockmann (Wirtschaftsbeirat), Rudolf Knapp (Unternehmergemeinschaft), Investor Kai Amir-Sehhi, Moderator Werner Wippler, Vize-Vorsitzender der SPD Achim, SPD-Bürgermeisterkandidatin Cornelia Schneider-Pungs und SPD-Fraktionschef Herfried Meyer.

Achim – „Achim – unsere schöne Stadt im Wandel“. Unter diesem Titel stand am Donnerstagvormittag ein „Talk“, zu dem Werner Wippler, stellvertretender Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, eine bunt gemischte Reihe von Gesprächsteilnehmern auf dem Marktplatz begrüßte. Mit dabei war unter anderem Birgit Honé, Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und regionale Entwicklung des Landes Niedersachsen.

Bei leicht regnerischem Wetter fand sich eine überschaubare Zahl von Zuhörern zu der Veranstaltung ein.

Ministerin Honé berichtete vom Programm „Zukunftsräume“, mit dem das Land die Städte attraktiver machen will. Urbane Räume müssten multifunktionaler werden, spannende Angebote für alle Altersgruppen bereithalten und mehr Grün bieten, sagte die SPD-Politikerin. 117 Millionen Euro enthalte ein „Sofortprogramm“ für die Innenstadtbelebung. Und in Zusammenarbeit mit der EU wolle die rot-schwarze Koalition in Hannover noch einen weiteren Fördertopf schaffen.

Von den 7 200 Quadratmetern Verkaufsfläche in der Achimer Innenstadt stünden 1 700 Quadratmeter leer, informierte Rudolf Knapp, Ehrenvorsitzender der Unternehmergemeinschaft Achim und auch Mitglied im Wirtschaftsbeirat. 80 Millionen Euro im Jahr gäben Achimerinnen und Achimer im Umland aus. Achim benötige größere Geschäftsflächen und Einkaufsmagneten, damit sich das ändern könne. Der vom Bürgermeister und anderen versprochene Wandel in der Innenstadt „geht leider sehr, sehr langsam voran“, beklagte Knapp.

Investor Kai Amir-Sehhi setzte dagegen einen Kontrapunkt. „Ich bin da weitaus optimistischer als das gemeinhin der Tenor ist“, sagte der Geschäftsmann, der das Gebäude der Sparkasse in der Fußgängerzone nach deren Umzug auf das Lieken-Gelände in einen anziehenden Einzelhandelsstandort verwandeln will. Achim locke immer mehr Unternehmen an und lege an Einwohnern zu, was die Kaufkraft weiter erhöhe. Von einer Schlafstadt könne keine Rede mehr sein. Vielmehr zeichne sich Achim durch eine hohe Lebensqualität aus, stellte Amir-Sehhi fest und fügte hinzu: „Ich sehe eine Chance für den Handel. Viele sehnen sich doch weiterhin nach attraktiven Angeboten in der Stadt.“

SPD-Bürgermeisterkandidatin Cornelia Schneider-Pungs hakte an dieser Stelle ein. Es gelte, den Online- und den lokalen Handel zusammenzubringen und eine verlockende „hybride Geschäftswelt“ zu kreieren. Weitere interessante Gastronomie könnte ihrer Meinung nach ebenfalls zu mehr Leben in der Fußgängerzone und umzu beitragen. „Unsere Innenstadt hat da große Möglichkeiten“, es gebe Potenzial. „Wir sind hier in keinem Dorf, Achim ist eine Stadt“, betonte Schneider-Pungs und merkte an: „Die Achimerinnen und Achimer müssen die Angebote aber auch nutzen.“

Das Beispiel Wochenmarkt, der mittwochs und samstags Anziehungspunkt für die ganze Region sei, zeige, „wie es geht“, sagte Herfried Meyer, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat. „Es lohnt sich, in Achim einzukaufen“, müsse die Botschaft sein. Die Förderkulisse des Landes könne dabei behilflich sein, die Innenstadt nach vorne zu bringen. „Optimismus ist das Gebot der Stunde“, unterstrich Meyer insbesondere mit Blick auf Amir-Sehhi, der diese positive Grundhaltung verkörpere. Um schließlich noch gegen Bürgermeister Rainer Ditzfeld (parteilos) zu sticheln und den Wahltermin am 12. September ins Visier zu nehmen: „Wirtschaftsförderung muss noch mehr zur Chefsache werden.“

Vorschläge, die Aufenthaltsqualität in Achims „guter Stube“ zu verbessern, hätten Bürgerinnen und Bürger doch schon vor Jahren in Workshops unter Moderation von Simone Neddermann erarbeitet, gab eine Zuhörerin zu bedenken. Ein anderer Einwohner bemängelte das „für Gehbehinderte schwierige Kopfsteinpflaster“ in der Fußgängerzone.

Die Ministerin zog am Ende ein positives Fazit. „Das, was ich gehört habe, macht Mut“, äußerte Birgit Honé. „Hier ist Aufbruchstimmung.“

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