Neueröffnung

Auch Nationalspieler lobt Bierdener Rollstuhltennis-Platz

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Der junge Rollstuhltennis-Nationalspieler Anthony Dittmar (vorn) absolvierte gleich nach der Platzeinweihung in Bierden ein Tennisdoppel-Match und zeigt sich begeistert von der neuen Anlage.

Bierden - Der Tennisball darf hier vor dem Zurückschlagen jeweils zweimal im Feld auftrumpfen, denn die Spieler sind in ihrem Bewegungsvermögen ja eingeschränkt.

Ansonsten gelten die üblichen Regeln eines Tennismatches, und auch die Größe des neuen Rollstuhltennis-Spielfelds auf der Anlage des Tennisvereins Bierden entspricht der allgemeinen Norm. Am Sonntag wurde dieser Platz offiziell eröffnet und gleich danach unter anderem von einem Nationalspieler mit erprobt.

Der 24-jährige Anthony Dittmar von der Tennisbase Hannover gehört zu insgesamt vier dort Aktiven aus dem Nationalkader. Er hat nationale und internationale Turniere bestritten und wird auch an den nächsten Paralympics teilnehmen.

Dittmar lobte den Tennisverein (TV) Bierden sehr für das neue Angebot. Ein Spezialbelag des Spielfelds gehört dazu, denn auf einem gängigen Sandplatz würde durch die Drehungen der Rollstühle der Untergrund bald ziemlich verbeult aussehen.

Investition von 86.000 Euro

Rund 86 000 Euro kostete das Vorhaben insgesamt, berichtet Frank Bergs, Rollstuhltennis-Beauftragter des TV. Neben dem Spielfeld wurde ein behindertengerechter Parkplatz angelegt, und auch ein Anbau mit behindertengerechten Toiletten und Duschen war zu erstellen.

Das Geld brachten ausschließlich TV-Mitglieder auf und stellten es als Kredit dem Verein zur Verfügung, erläuterte Schriftführer Gerd Güldenast. Doch gab es auch Fördergelder von Kreis- und Landessportbund, vom Landkreis Verden und der Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportvereine (AAS), was knapp zwei Drittel der Gesamtsumme abdeckte.

Alles in allem dauerte es etwa ein Dreivierteljahr bis zur Einweihung. Bernhard Pahl, stellvertretender Vorsitzender des Tennisverbands Niedersachsen-Bremen, zeigte sich von der Anlage ebenso beeindruckt wie der stellvertretende Achimer Bürgermeister Rüdiger Dürr, Christiane Knof-Grotevent als Sprecherin des städtischen Behinderten- und Seniorenbeirats sowie natürlich die Bierdener TV-Vorsitzende Gisela Persson.

Inklusion sei ein von der Uno verbrieftes Menschenrecht, betonte die Beiratssprecherin. Gerd Güldenast wies im Übrigen darauf hin, dass dies nun der einzige Rollstuhltennisplatz innerhalb der weiteren Region sei und die bisher langen Anfahrten dieser Sportler bis Stelle bei Hamburg überflüssig würden.

Kinderbereich soll gestärkt werden

Eine Rollstuhltennis-Liga gebe es zwar noch nicht in Deutschland, doch werden regelmäßig Turniere und Meisterschaften veranstaltet, wofür sich auch der Bierdener Platz gut eignet.

Gezielt verstärken möchte sich die Rollstuhltennis-Abteilung laut Gisela Persson vor allem noch im Kinderbereich – ab einem Alter von mindestens sechs Jahren. Drei Sport-Rollstühle finanzierte die Sparkassenstiftung, und die stünden auch dem interessierten Nachwuchs zur Verfügung. Vier Rollstuhltennis-Trainer hat der Verein außerdem.

Wer hier also noch sportlich aktiv werden möchte, darf sich gern beim Vorstand melden. Deutlich gemacht wurde bei der Platzeröffnung von Rednern auch, dass das Achimer Sportangebot für behinderte Menschen – durch spezielle Gruppen etwa auch im Fußball- und Basketballbereich – weithin vorbildlich sei.

la

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