Hermann Schröder bleibt auch im Ruhestand noch sehr engagiert

Standing Ovations für „geistigen Architekten“ des Marktgymnasiums

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Hermann Schröder, der „Träumer“, intoniert „Imagine“.

Achim - Zu guter Letzt begleiteten ihn Standing Ovations in den Ruhestand: Der 64-jährige Konrektor Hermann Schröder aus Schwarme wurde gestern am Achimer Gymnasium am Markt (Gamma) in den Ruhestand verabschiedet. Dass der Sohn einer vielköpfigen, nicht betuchten Bauernfamilie diese Karriere machen würde, war alles andere als selbstverständlich. Nach seinem Ersten Staatsexamen 1981 trat er seine erste Lehrerstelle in Achim am heutigen Cato-Gymnasium an. Das sollte dann durch die Auflösung der Orientierungsstufen im Lande, die Beseitigung der Gesamtschulen und den Drang der Eltern zu den Gymnasien aus allen Nähten platzen. Hermann Schröder oblag es federführend, aus dem Cato heraus ein zweites Achimer Gymnasium, das Gamma, zu entwickeln und aufzubauen. „Wir spielten Schule“, sagte er zu dem Prozess, an dem auch Dr. Reinhard Scheller und Ralph Gronki maßgeblich beteiligt waren.

Das Gamma ist inzwischen zu einem kreativen Voll-Gymnasium mit herzlicher Atmosphäre gewachsen, woran der „geistige Architekt“ dieser Schule seinen großen Anteil hat.

In lockerer Form durch Interviews auch mit Schröders früheren Chefs Helmut Zoder und Peter Uhlig, Lehrern, Eltern und Schülern ließ Schulleiter Ralph Gronki seinen Lebenslauf Revue passieren, das Kollegium erwies seine Reverenz mit Ansprachen, Geschenken, Musik und auch Comedy. Er war auch SV-Verbindungslehrer, Leiter des Arbeitskreises „Traumschule“, Baumeister der Sonnenbank auf dem Schulhof und Initiator der Schulpartnerschaft mit dem lettischen Cesis.

„Immer freundlich, höflich, klar in der Ansage und die Sache auf den Punkt bringend“ waren typische Adjektive für ihn.

In seinen Abschiedsworten beklagte Schröder die ständige Reformitis in seinen 37 Jahren Schuldienst, die nichts als Unruhe gebracht habe. Was die Schule brauche, sei „Ruhe, Ruhe, Ruhe“, damit die Lehrkräfte ihrem Beruf und ihrer Berufung nachgehen könnten. Auch der Föderalismus in der Bildungspolitik gehöre abgeschafft.

Schröder bescheinigte Lehrern, die über schwierige Schüler jammerten, ein falsches Berufsverständnis. Lehrer brauche man doch in erster Linie für Schüler mit Schwierigkeiten zum Beispiel in der Pubertät. Last not least hält Schröder Schulanfangszeiten um 8 Uhr und Busabfahrzeiten für weit entfernte Schüler um sechs Uhr für unerträglich.

Trotz seiner Pension wäre es falsch, bei ihm vom Ruhestand zu sprechen. Er wird wohl Vorsitzender des Fördervereins Achim-Cesis, der Ehemaligen des Gammas und bleibt Mitglied im Gemeinderat Schwarme, im Gesamtgemeinderat Bruchhausen-Vilsen, Kreistagsabgeordneter im Landkreis Diepholz und Mitglied von rund 40 Vereinen. Da heißt es zum Beispiel für ihn, den Schwarmer Bruch zu retten.

Bei allem bleibt er ein „Träumer“, und so sang er gestern zum Abschluss zusammen mit der Schulband John Lennons „Imagine“.

mb

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