„Helfen, wo Staat nicht hilft“ 

Palliativnetz betreut Hunderte Schwerstkranker 

In den Vereinsräumen des Palliativnetzes in der Herbergstraße in Achim überreichte der Vorsitzende des Rotary-Stadttombolavereins, Jürgen Hille (2. v. r.), eine Spende in Höhe von 1500 Euro an Dr. Anke Hornemann (Vorsitzende des Palliativnetzes im Kreis), Kassierer Matthias Oehm (li.) und Stefan Bürger (2. Vorsitzender). - Foto: Schmidt

Achim - Getreu dem Rotarier-Motto „Wir helfen dort, wo der Staat nicht hilft“ überreichte am Mittwochabend Jürgen Hille als Vorsitzender des Rotary-Stadttombolavereins den Initiatoren des Palliativnetzes eine Spende in Höhe von 1500 Euro. „Die allgemeine finanzielle Unterstützung ist schon eindrucksvoll und mit einer Mischkalkulation kommen wir zuverlässig über die Runden“, erklärt Kassenwart Matthias Oehm vom Palliativnetz, „aber solche Spenden helfen uns bei unserer Arbeit ganz gewaltig.“

Denn trotz einer umfassenden Versorgung klaffen Lücken: „Insbesondere die psychosoziale Betreuung bei schwierigen Familienverhältnissen kommt vielfach zu kurz“, beklagt Vize-Vorsitzender Apotheker Stefan Bürger. Auch für interne Fortbildungsmaßnahmen und qualifizierte Referenten fehlten notwendige Mittel.

„Zwei Dinge haben uns dazu bewogen, dieses wichtige Engagement mit unserer Spende zu unterstützen“, erklärte Jürgen Hille in Räumen des Palliativnetzes in der Herbergstraße. „Erstens erkennen wir einen steigenden Bedarf an Palliativversorgung im Landkreis und zweitens empfinden wir den Netzwerkgedanken als sehr bemerkenswert, der unterschiedliche Berufsgruppen zusammenführt, um in sehr schwierigen Verhältnissen Hilfestellung zu leisten.“

In Ballungsgebieten und Großstädten böten inzwischen professionelle Anbieter Versorgungsmaßnahmen für todkranke Menschen an, aber der großflächige Landkreis Verden sei da wenig attraktiv, erklärt Stefan Bürger. Deshalb sei eine alternative Versorgung notwendig.

Das Palliativnetz im Landkreis Verden war der erste Verein dieser Art in Niedersachsen und bildet einen Zusammenschluss von niedergelassenen Ärzten und Pflegekräften mit Palliativzusatzausbildung sowie Hospizdiensten, Pflegeheimen und Apotheken. Stationäre Einrichtungen, wie zum Beispiel Abteilungen in Hospiz- oder Krankenhäusern, dienen in der Regel nur als Zwischenlösung – das Ziel ist ein möglichst langer Aufenthalt im gewohnten Umfeld der Betroffenen.

Dabei möchten die Fachkräfte Schwerstkranke während ihrer letzten schwierigen Tage begleiten und mit ganzheitlicher Versorgung eine lebenswerte Zeit ermöglichen. Symptome wie Schmerz, Atemnot, Schwäche, Angst oder Übelkeit könnten durch Medikamente oder oft durch einfache Maßnahmen gelindert werden. Neben der Erstberatung bietet der Verein auch eine Versorgung rund um die Uhr.

„Wir haben uns bewusst zu der Vereinsgründung entschlossen, denn so erreichen wir, dass alle Mittel den Pflegebedürftigen zugutekommen“, sagt Vorsitzende Dr. Anke Hornemann.

Die Zahl der betreuten Fälle ist seit der Gründung kontinuierlich gestiegen, von 85 Personen im Jahre 2014 über 103 im Jahre 2015 bis zu 135 im vergangenen Jahr. Für Fragen und weitere Informationen stehen Ansprechpartner unter der Achimer Telefonnummer 910104 in den Vereinsräumen in der Herbergstraße zur Verfügung.  J sch

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Liverpool kegelt Hoffenheim aus der Champions League - Bilder

Liverpool kegelt Hoffenheim aus der Champions League - Bilder

Blutspuren von toter Journalistin in U-Boot entdeckt

Blutspuren von toter Journalistin in U-Boot entdeckt

Eiskalt oder scharf: Rezepte mit Pflaumen und Zwetschgen

Eiskalt oder scharf: Rezepte mit Pflaumen und Zwetschgen

Kaktusfeigen richtig öffnen

Kaktusfeigen richtig öffnen

Meistgelesene Artikel

Nasse Schwämme, volle Hosen, allerbeste Stimmung

Nasse Schwämme, volle Hosen, allerbeste Stimmung

Trump, Schottenröcke und zum Glück auch Musik

Trump, Schottenröcke und zum Glück auch Musik

Erst Finanzen für Liekenplan klären

Erst Finanzen für Liekenplan klären

Bürger aus Neddenaverbergen feiern ihre „Straße in die Zukunft“

Bürger aus Neddenaverbergen feiern ihre „Straße in die Zukunft“

Kommentare