Heftige Kritik an Stadtvillen-Investoren, aber einstimmig für erweiterten Plan

Furcht vorm Zuparken und Groß-Pflegeheim im Zentrum

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„Macht aus der Apfelwiese am Schmiedeberg doch eine großen Parkfläche“. Auch diese Forderung wurden neben der nach mehr Tiefgaragenplatzen laut, weil wegen der Neubauvorhaben auf dem Scherfschen Grundstück benachbarte Anwohner dichtgeparkte Straßen im Bauernviertel befürchten.

Achim - „Ich bin erschrocken über diese geplanten, mehrgeschossigen Riesenkästen direkt an der Grenze zum Achimer Bauernviertel“, monierte Petra Geisler (SPD). Wenn hier in zentraler Lage eine Art Groß-Pflegeheim für Menschen jenseits der 80 entstehe, entspreche das auch kaum dem Ziel, die Innenstadt stärker zu beleben, fand Axel Eggers von den Grünen.

Herbe Kritik von allen Seiten prasselte auf Marco Schiff und Dr. Thies Boysen von der Hamburger AVW-Immobilien-AG auf der Sitzung des Achimer Ausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr nieder. Es ging um den Bebauungsplan „Entwicklungsfläche Kreisverkehrsplatz“.

Hans-Jürgen Wächter (SPD), der in Vertretung von Werner Meinken die Ausschusssitzung leitete, bemängelte, dass seit Vorstellung des ersten, „guten Konzepts“ vor einem halben Jahr sich die Zahl der vorgesehenen Wohneinheiten von 44 auf jetzt 74 drastisch erhöht habe. Ein neues, fünftes Gebäude sei noch hinzugekommen.

„So viele betuchte Seniore, die sich Wohnen dort leisten können, gibt es in Achim gar nicht“, schimpfte Erwin Dirk (CDU). Diese fünf Stadtvillen sollten zudem vom Schmiedeberg her erschlossen werden, da es sonst zu untragbaren Verkehrsbelastungen in den kleineren Seitenstraßen kommen werde, forderte er. Wolfgang Heckel von der WGA fand ebenfalls, das Wohnprojekt klinge inzwischen sehr nach Altenheim.

Am Ende stimmte der Ausschuss aber einstimmig der nötigen Erweiterung des Plan-Geltungsbereichs zu, ohne die die fünfte Stadtvilla nicht zu realisieren wäre. Das bedeutet weiterhin grundsätzliche Zustimmung zum Gesamtvorhaben. Die Männer vom AVW-Vorstand versicherten, Kritikpunkte seien bei ihnen angekommen und würden beim weiteren Feilen am Konzept einbezogen. Eindeutig widersprach Dr. Boysen allerdings Altenheim-Vermutungen.

Haupt-Zielgruppe sind laut Marco Schiff Menschen am Ende ihres Berufslebens, so genannte „Best Ager“, die noch sehr vital sind, vielleicht aber das eigene, zu große Haus aufgeben und in eine ansprechende neue Stadtwohnung wechseln möchten. Barrierefreiheit und Angebot von Service- und Hilfeleistungen für spätere Jahre gehörten dazu. „Selbstbestimmt bis ins hohe Alter dort leben“ – so laute das Oberziel.

Zwei Villen sind wirklich für nicht mehr so mobile Bewohner gedacht, die überwiegend nur noch kurze Strecken zu Fuß bewältigen. Bei diesen Gebäuden sind daher weniger Auto-Stellplätze vorgesehen.

Einen Concierge gibt es als Ansprechpartner und „Kümmerer“. Dessen Aufgaben reichten weit über die eines Hausmeisters hinaus, so Thies Boysen. Unterhaltsame Treffen oder Veranstaltungen zu organisieren, gehöre mit zu den Aufgaben, aber natürlich sei der Concierge auch in Notfällen stets erreichbar.

Erst durch Zukauf des 750-Quadratmeter-Grundstücks an der Vikarienstraße sei es möglich geworden, die Bauten so anzuordnen, dass ein größerer grüner Innenhof entstehe für Veranstaltungen, Begegnungen, Gespräche oder auch zum Entspannen, hob Marco Schiff noch hervor.

la

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