Haus an der Unterstraße wird in Eigenarbeit renoviert / Hygienische Vorschriften

Tafel bereitet wieder Boden für Umgang mit Lebensmitteln

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Vorsicht, frisch gestrichen: Pastor i.R. Jürgen Sonnenberg und Uwe Tillmann legen letzte Handgriffe an.

Achim - Von Lisa Duncan. Wer in diesen Tagen der Achimer Tafel einen Besuch abstattet, findet einen seltenen Anblick vor. Der große Raum an der Unterstraße 9, in dem sich sonst Lebensmittel in Regalen stapeln, ist komplett leer geräumt. Noch riecht es nach frischer Farbe. Nur zweieinhalb Tage benötigte ein Helferteam aus ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeitern, um dort von den Wänden bis zur rund vier Meter hohen Decke alles zu streichen.

„Damit eilen wir dem Zeitplan um drei Tage voraus“, freut sich Jürgen Sonnenberg, Pastor i.R. und Gründungsmitglied, der seit acht Jahren bestehenden Einrichtung für Bedürftige. „Wir“, das sind Günter Fahr, Andreas Fischer, Werner Meinken, Norbert Nickel, Uwe Tillmann, Thomas Meyer, Jan Poppen und Manfred Golomb. Lisa Henschel sorgte zudem mit belegten Brötchen für die Verpflegung des fleißigen Renovier-Teams.

Farblich ändert sich an dem rund 160 Quadratmeter großen Raum nichts: Es bleibt bei weißen Wänden mit orangefarbenen Streifen an den Wandvorsprüngen und Deckenbalken. Zum Teil war ein mehrfacher Anstrich nötig. „Es soll ja eine Weile halten“, sagt Jan Poppen.

In der kommenden Woche erhält das Tafelhaus noch einen neuen Industriefußboden. Abschliff, Grundierung, Neuanstrich und Versiegelung übernimmt eine Firma im Auftrag der Achimer Tafel.

„Da wir hier mit Lebensmitteln arbeiten, war der Neuanstrich aus hygienischen Gründen mal wieder notwendig“, erklärt Jürgen Sonnenberg. „Der Boden ist brüchig und abgängig, da musste man mal wieder ran“, sagt Vorstandsmitglied Ute Barth-Hajen. Die ruhigere Zeit der Sommerferien bot sich dafür an. Denn auf regelmäßige unangekündigte Kontrollen des Kreisveterinäramts muss das Tafel-Team sich einstellen.

Die letzte Renovierung liege bereits vier Jahre zurück. Kein Vergleich jedoch zu den Arbeiten, die notwendig gewesen seien, um bei der Tafelgründung vor acht Jahren den ehemaligen Kuhstall zur Lebensmittelausgabe umzugestalten, erinnert sich Sonnenberg. Dabei kam dem Verein zugute, dass sich unter den Ehrenamtlichen viele unterschiedliche Berufsgruppen befinden. Darunter auch der ehemalige Malermeister Manfred Golomb. „Es gibt natürlich auch Leute, die können keinen Pinsel richtig halten, aber meist sind alle brauchbaren Fähigkeiten in einer Gruppe vorhanden“, stellt Sonnenberg fest.

Als letzten Schliff erhält der Raum in der Woche vom 17. bis 21. August noch neue Regale und Umkleideschränke. „Die werden von einer Bremer Firma geliefert und eingebaut“, sagt Jan Poppen.

Die Gesamtmaßnahme wurde aus dem Budget des Tafelvereins finanziert, das sich aus Spenden, Eigenbeiträgen und den finanziellen Zuschüssen der Stadt Achim, sowie der Gemeinden Oyten, Ottersberg und Thedinghausen zusammensetzt.

Weil im Achimer Tafelhaus die Fäden gewissermaßen zusammenlaufen, hat der Tafelverein für die Zeit der Renovierung (vom 10. bis 21. August) auch die Ausgabestellen in Bassen und Lunsen geschlossen. Sowohl Tafelkunden, die aufgrund ihrer nachgewiesenen Bedürftigkeit für einen Euro an der Unterstraße „einkaufen“, als auch die Lebensmittel liefernden Supermärkte wurden informiert. „Das haben wir alles langfristig vorbereitet“, so Sonnenberg.

Vereinzelt kamen trotzdem Nachfragen von Kunden, die oftmals auf die Lebensmittelspende angewiesen sind. Einen Tafelausweis erhält, wer Arbeitslosengeld, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsunfähigkeit bekommt oder dessen Rente oder sonstiges Einkommen staatlichen Zuschüssen entspricht. Ab Montag, 24. August, stehen die drei Tafel-Ausgabestellen Achim, Bassen und Lunsen wieder zur Verfügung.

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