Er hatte es als Flüchtlingswohnung angeboten / Fehlende Dusche der Grund

Landkreis lehnt Hockers Büro ab

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Der Landtagsabgeordnete Gero Hocker ist empört.

Achim - Dezentral, in kleinen Einheiten und mit der Chance auf zügige Integration. Unter diesen Schlagworten soll im Idealfall die Unterbringung von Flüchtlingen erfolgen, weil man aus den Erfahrungen der 1990er-Jahre gelernt hat und Massenunterkünfte vermeiden will. Aber wie ernst nimmt der Landkreis den Anspruch tatsächlich?

Der Landtagsabgeordnete Gero Hocker (FDP) aus Achim hatte dem Landkreis angeboten, in seinem Wahlkreisbüro zwei bis drei Flüchtlinge, vielleicht eine kleine Familie, unterzubringen. Die Antwort des Landkreises hat Hocker ernüchtert aufgenommen: Obwohl ausgerüstet mit Küchenzeile, Toilette und einem kleinen separaten Raum ist es die fehlende Dusche, die den Landkreis das Büro als nicht den Ansprüchen entsprechend einstufen lässt. Hocker: „Mir fehlen die Worte: Seit einigen Wochen können eine ganze Reihe von Vereinen in Achim ihren Sport nicht mehr ausüben, weil der Landkreis die Räumlichkeiten für die Unterbringung benötigt.“

Um einen Eindruck von der Unterbringung zu bekommen, hatte Hocker die Embser Sporthalle und die berufsbildenden Schulen in Verden besucht und dann gemeinsam mit seinem Büroleiter entschieden, das Wahlkreisbüro anzubieten. „Auch wenn die Unterbringung etwa in Embsen bislang erfreulicherweise auf große Akzeptanz bei Anwohnern und Vereinen trifft – 70 Menschen in einem Raum kann keine Lösung auf Dauer sein. Und ich bin mir sicher: es dürfte kaum eine Familie in der Embser Turnhalle geben, die für ein bisschen Privatsphäre nicht einige hundert Meter zu einer Dusche in Kauf nehmen würde.“

Hockers Büroleiter Benjamin Berg: „Ich hätte mehr von zu Hause gearbeitet und mit Bürgern hätte man sich im Cafè und nicht im Büro getroffen. “

Dass eine Unterbringungsmöglichkeit für zwei bis drei Menschen natürlich nicht alle Probleme lösen würde, ist Hocker bewusst. „Ich hoffe aber, dass sich der Landkreis nicht auch bei anderen privaten Angeboten so anstellt.“ Man habe noch nicht mal über Details sprechen können, weil sich niemand die Mühe gemacht habe, die Immobilie wenigstens mal anzuschauen. Unterbringung in leer stehenden Wohnungen oder Büros müsse aber Priorität haben vor Massenunterkünften, die Konflikte heraufbeschwörten.

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