29-Jähriger Bremer involviert?

46 Hanf-Pflanzen: Führt Zigarettenspur zum Gärtner?

+
46 Hanf-Pflanzen fand die Polizei bereits 2014 in einem Keller in Uphusen. Nun wurde der Prozess am Achimer Schöffengericht fortgesetzt.

Achim - Von Lisa Duncan. Eine Cannabis-Plantage mit 46 Pflanzen und Aufzuchtanlage, dazu 465 Gramm bereits getrocknete Blütenstengel Marihuana hatte die Achimer Polizei bereits im Juni 2014 in einem Keller in Uphusen entdeckt.

In diesem Zusammenhang wird ein 29-jähriger Bremer, der zu dieser Zeit in einer WG in dem Haus wohnte, des Handels mit Betäubungsmitteln beschuldigt. Nach rund einem Jahr Pause ist der Prozess am Achimer Schöffengericht fortgesetzt worden. Grund für die Verzögerung waren noch ausstehende polizeiliche Ermittlungen.

Wären die 46 Pflanzen, die zum Zeitpunkt der Razzia jeweils 80 Zentimeter hoch waren, zu Ende gewachsen, hätten sie einen Ertrag von 1150 Gramm mit einem Wirkstoffgehalt von 2,29 Gramm des berauschenden Tetrahydrocannabinols (THC) gebracht, heißt es in der Anklageschrift. Die fertigen Blütenstengel enthielten insgesamt 9,45 Gramm THC.

Durch Telefonüberwachung entdeckt

Auf den Fall in Uphusen wurden die Gesetzeshüter durch eine großangelegte Telefonüberwachung in Bremen aufmerksam. Denn der Besitzer eines Grow- oder Headshops – ein Laden, der Zubehör zum Anbau von Cannabis verkauft – wird verdächtigt, eine Plantage mit über 2000 Graspflanzen mit geplant zu haben. 

Das berichtete ein Bremer Polizist im Zeugenstand. Zudem teilte der Beamte dem vorsitzenden Richter Andreas Minge mit, dass die Bremer Staatsanwaltschaft nach knapp vier Jahren nicht einmal Anklage in dem Fall erhoben habe.

Der Growshop, der zwischenzeitlich geschlossen war, hat den Betrieb wieder aufgenommen. Wohlgemerkt: Der Handel mit entsprechendem Pflanzzubehör ist legal, der Verkauf THC-haltiger Produkte nicht.

Eine 28-jährige Verkäuferin aus dem Headshop soll dem Angeklagten ein Set mit Pflanzlampen, Belüftungsgeräten und anderen Dingen verkauft haben. In dem überwachten Telefonat monierte der Käufer, dass ein Reflektor, ein Blech mit Glühlampenfassung, fehlte. Der Vorname, der am Telefon genannt wurde, stimmte mit dem des Angeklagten überein. Die Verkäuferin erkannte den Angeklagten jedoch nicht. Sie bestätigte lediglich, dass Teile des im Gerichtssaal vorliegenden Pflanzsets im Headshop erhältlich seien.

Verdächtige WG und acht weitere Parteien im Haus

Neben der verdächtigten WG wohnen acht weitere Parteien in dem Haus mit der Kellerplantage. Wie ordnete die Polizei den Keller der WG zu? Der Polizist aus Achim, der die Ermittlungen seinerzeit geleitet hatte, schilderte, dass der Hauptmieter seinem Kollegen die Schlüssel für die Kellertür überreicht habe. Der Hauptmieter war allerdings nicht angeklagt, sondern nur als Zeuge geladen und blieb dem Prozess fern.

Der 55-jährige Co-Ermittler der Achimer Polizei konnte sich weder entsinnen, mit ihm gesprochen, noch, von ihm den Schlüssel erhalten zu haben.

Am Tatort hatte die Polizei einen Zigarettenstummel entdeckt, dessen DNA-Spuren dem Angeklagten zuzuordnen waren. „Der Stummel war noch rund und ohne Profil, daher hat er vermutlich nicht sehr lange dort gelegen“, sagt die Kriminaltechnikerin der Achimer Polizei.

Sowohl auf dem Handy als auch auf dem Laptop des Angeklagten war ein Foto, auf dem jemand ein Zimmer (die Kellerplantage?) mit Klebeband abdichtet. Dabei handelt es sich augenscheinlich aber nicht um den Angeklagten. Darüber hinaus hatte die Polizei eine Fingerspur sichergestellt. Sie befand sie auf der Folie, mit der die Wände der Kellerplantage ausgekleidet waren.

Prozess wird fortgesetzt

Der Verteidiger kritisierte, dass die Polizei bereits im Haus ermittelt hatte, bevor ein Untersuchungsbeschluss vorlag. Bei der Spurensicherung seien zudem keine Schutzanzüge, sondern nur Handschuhe zum Einsatz gekommen.

Der Prozess wird am 6. Februar, um 9 Uhr fortgesetzt. Minge will dann den Hauptmieter der WG anhören. Er hofft, dass die Verkäuferin aus dem Headshop ihn identifizieren kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sieg gegen Real: Atlético Madrid holt UEFA-Supercup

Sieg gegen Real: Atlético Madrid holt UEFA-Supercup

Weiter Vermisste unter Trümmern in Genua

Weiter Vermisste unter Trümmern in Genua

Mia san wieder weg: Abschiede vom FC Bayern nach einem Jahr

Mia san wieder weg: Abschiede vom FC Bayern nach einem Jahr

Ford Focus im Test: Aller guten Dinge sind vier

Ford Focus im Test: Aller guten Dinge sind vier

Meistgelesene Artikel

Stedorfer Theaterbühne meistert „Cold-Water-Beer-Callenge“

Stedorfer Theaterbühne meistert „Cold-Water-Beer-Callenge“

„Liebevoll“: Café in Buchhandlung bietet Beilagen zum Roman

„Liebevoll“: Café in Buchhandlung bietet Beilagen zum Roman

JuMP: Festival mit Rap, Rock und Drum’n’Bass im (Aller-)Park

JuMP: Festival mit Rap, Rock und Drum’n’Bass im (Aller-)Park

Geflügelmast und Sauenstall: Neubaupläne kaum umstritten

Geflügelmast und Sauenstall: Neubaupläne kaum umstritten

Kommentare