Kunden in Märkten missachten oft Regeln für Corona-Schutz / Security, Plakate, Klebebänder

„Halten Sie bitte Abstand!“

An der Fleischtheke hält ein Absperrband Kunden und Verkaufspersonal auf Abstand.

Achim - Von Michael Mix. „Halten Sie bitte Abstand!“, ermahnt die Kassiererin im Aldi-Markt an der Embser Landstraße die Kunden. „Haben Sie das nicht gehört?“, wiederholt die Mitarbeiterin des Discounters als die in der Kassenschlange eng hintereinander Stehenden sich immer noch nicht bewegen. Erst dann geht die eine und der andere einen Schritt vor oder zurück. „Wir sollen aber heute noch Hinweisschilder zum Abstand halten bekommen. Andere Märkte haben die schon“, gibt die Kassiererin dem Reporter mit auf den Weg. „Ob das hilft, weiß ich auch nicht.“ Bisher hängt beim Achimer „Aldi“ lediglich ein Schreiben im Eingangsbereich aus, das die Kunden dazu anhält, für den Schutz vor Corona besser mit Karte als mit Bargeld zu bezahlen.

Andere Verbrauchermärkte sind da schon weiter. So hat das von Timo Schieweck geführte Edeka-Center an der Bierdener Kämpe verschiedene Maßnahmen für die Pandemie-Prävention ergriffen. Im Eingangsbereich steht seit Beginn der Woche ein Mitarbeiter eines Security-Unternehmens, der immer wieder zu beobachtende Menschentrauben auseinander treibt und an die Infektionsgefahr erinnert. „Bitte Abstand halten! 1,5 Meter!“, ist auch auf Infotafeln zu lesen. Aushängende Zettel weisen die Kunden zudem darauf hin, dass Hamstern nicht erlaubt ist. Mehr als zwei Pakete Mehl oder Toilettenpapier dürfen nicht in den Einkaufswagen gelegt werden.

Vor den Bedientheken für Käse, Fleisch, Wurst und Fisch halten Absperrbänder die Kunden auf Abstand zum Personal. „Sie glauben gar nicht, was wir hier schon erlebt haben. Da husten einem Leute ins Gesicht“, berichtet eine Verkäuferin. Im Kassenbereich wimmelt es nur so von rot-weißen Klebebändern. Warnend markieren sie deutlich Betretungs- und Abstandszonen.

Skepsis, ob derlei Hinweise und Vorkehrungen tatsächlich nutzen, herrscht nicht nur im Aldi-Markt. „Viele Kunden halten sich leider nicht dran. Und das, obwohl es die eindringliche Ansprache der Bundeskanzlerin gegeben hat“, ist auch im E-Center hinter vorgehaltener Hand zu hören. „Es muss wohl erst die Ausgangssperre kommen.“

Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch Verbraucher, denen der Gesundheitsschutz sehr wichtig ist. So beschwerte sich Katrin Schellhorn vor einigen Tagen über die „Drängelei“ an der Kasse des E-Centers. Gegen solch ein „verantwortungsloses Verhalten“ müsse die Marktleitung doch vorgehen.

„Kundensorgen werden von uns sehr ernst genommen“, bekam Schellhorn zur Antwort. Der Markt hat, wie beschrieben, mittlerweile unter anderem mit aufrütteldenden Plakaten und Abstand gebietenden Klebebändern auf die Kritik reagiert.

„Wir tun alles, um die Gesundheit der Kunden und der 86 Mitarbeiter in dieser noch nie dagewesenen Situation zu schützen“, unterstreicht Inhaber Timo Schieweck auf Nachfrage. „Und wir unternehmen auch alles, um unserem Versorgungsauftrag gerecht zu werden.“

Ob von heute an oder in den nächsten Tagen ein Erlass der niedersächsischen Landesregierung die Anzahl der Kunden zeitweise begrenzen wird, vermochte Schieweck noch nicht zu sagen. „Nur 120“, wusste ein Insider, „dürfen dann noch gleichzeitig im Markt sein.“

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