Schwimmer fordern mehr Zeiten

„Hallenbad ist für Berufstätige zu eingeschränkt geöffnet“

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Samtags und sonntags steht das Hallenbad an der Bergstraße jeweils nur drei Stunden für den öffentlichen Badebetrieb zur Verfügung. Vor allem Berufstätige fordern längere Öffnungszeiten.

Achim - Von Michael Mix. Das Achimer Hallenbad an der Bergstraße biete insbesondere für Berufstätige zu wenig passende Öffnungszeiten an. Das beklagen Jörg Schneider und andere Nutzer.

Beim neuen Bäderkonzept, das im kommenden Jahr vorliegen solle, seien die Öffnungszeiten ein wichtiger Punkt, macht Kirsten Jäger, bei der Stadt für Bäder und Sport zuständig, den Kritikern vage Hoffnung auf bessere Zeiten.

Schneider sieht insbesondere am Wochenende erheblichen Änderungsbedarf. Mit Beginn der neuen Saison im September habe die Stadt das Angebot für Schwimmer wie ihn weiter verschlechtert, indem die dreistündige Öffnungsphase für die Allgemeinheit am Samstag auf 14 bis 17 Uhr festgesetzt und damit um eine Stunde nach vorne verlegt wurde. Und am Sonntag, wenn die beiden Becken von 9 bis 12 Uhr zugänglich sind, kämen gar nur Frühaufsteher zum Zuge.

Schneider fordert, die Sport- und Badegelegenheiten für die Öffentlichkeit nicht weiter einzuschränken, sondern „bedarfsgerecht zu erhöhen“. Der Bremer, der nach eigenen Angaben verschiedene Schwimmstätten in der Region nutzt, wünscht sich in Achim „eine auch familiengerechte, längere Öffnungszeit an Samstagen und Sonntagen bis beispielsweise 19 Uhr, wie in anderen Bädern üblich“. Als Beispiel nennt er das Bad in Osterholz-Scharmbeck.

Für Berufstätige schwierig

Nach dem Wegfall des „langen Freitags“ sei es in Achim für Berufstätige auch unter der Woche schwierig, im Wasser nach Herzenslust Bahnen zu ziehen. Das Bad an der Bergstraße habe lediglich montags und donnerstags bis 21 Uhr geöffnet, wobei an diesen Abenden teilweise zeitgleich bis zu drei der sechs Schwimmbahnen an Vereine vermietet seien. Dann drängelten sich Aquajogger, Sportschwimmer und andere Badegäste auf engem Raum. „So kommt meistens kein Schwimmvergnügen auf“, sagt Jörg Schneider.

Wenn verärgerte Besucher wegblieben, könne das eine gefährliche Abwärtsspirale in Gang setzen, warnt er. „Dann ist vermutlich auch eine weitere Einsparung beim Personal absehbar.“

Aber womöglich kalkuliere die Stadt genau solch eine Entwicklung ein, überlegt der 51-Jährige. Denn wenn das Bad immer mehr durch Gruppen und Vereine, die mit ihren eigenen Übungsleitern auch Aufsichtspflichten übernehmen, ausgelastet werde, würden weniger Bedienstete benötigt.

Für die Stadt gehe es darum, „eine vernünftige Balance zwischen den Interessen der Öffentlichkeit und den Mietern, mit denen wir Verträge über die Nutzung von Wasserflächen haben, hinzubekommen“, sagt Kirsten Jäger. Gerade samstags, wenn die Schulen außen vor blieben, sei das Bad vom frühen Morgen an durch „drei, vier gewerbliche Schwimmschulen und Vereine, die Kurse anbieten“, belegt. Zudem benötigten der TSV Achim, der TSV Bierden, die DLRG und die Wasserwacht Bahnen nun mal fürs Training, „da wird auch richtig Leistungssport betrieben“, merkt Jäger an.

36,5 Stunden pro Woche geöffnet

Immerhin 36,5 Stunden, „über sieben Tage verteilt“, stehe die Freizeitstätte für den öffentlichen Badebetrieb zur Verfügung. Gleichwohl kann die Verwaltungskraft Schneider „und eine Handvoll andere Kritiker“, die sich in jüngster Zeit zu dem Thema zu Wort gemeldet hätten, verstehen. „Wir müssen die Interessen verschiedener Zielgruppen – von den Kindern und Familien über die Berufstätigen bis zu den Senioren – berücksichtigen und davon möglichst viel abdecken“, erläutert Jäger und räumt ein: „Das schaffen wir im Moment nicht.“

Mit einem Konzept à la „Sport- und Gesundheitsbad“ allein seien eben nicht alle Ansprüche zu befriedigen. „Eventuell müssen wir beim Personal draufsatteln, um längere und einheitlichere Öffnungszeiten anbieten zu können.“

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