Halbierte Bahnen / „Sprayground“ trennt Plansch- und Nichtschwimmerbecken

Edelstahl-Freibad mit 50 Jahren Haltbarkeit ist Favorit

Achim - Das schon in Frage gestellte, rund 50 Jahre alte Achimer Freibad soll nun mindestens 50 weitere Jahre überdauern. Darauf zielt die jetzt vom Sport- und Bauunterhaltungsausschuss gemeinsam favorisierte Umbau-Variante mit kompletter Edelstahlauskleidung der Becken ab.

Nur Günther Krebs (FDP) stimmte gegen dieses Konzept – nicht wegen des Edelstahls, sondern weil er die vorgesehene Halbierung der sechs Schwimmerbahnen von jetzt 50 auf 25 Meter Länge ablehnt.

Architekt Eshref Bajrami vom Hamburger Büro Geising + Böker stellte in den Ausschüssen erstmals die Umgestaltungsvarianten vor. Erhalt des Nichtschwimmerbereichs ebenfalls mit Edelstahlverkleidung sowie Bau eines Kinderplanschbeckens und eines „Spraygrounds“ mit kleinen Wasserspielen dazwischen gehören in einem Bauabschnitt dazu. Im zweiten Abschnitt sollen auch Umkleidebereich und andere Funktionsgebäude mit erneuert werden. Für die umfangreiche technische Neu-Ausrüstung ist das Bremer Büro Wolf + Partner zuständig.

Die politisch festgelegte Kostenobergrenze von 4,1 Millionen Euro insgesamt werde auch bei der Edelstahllösung eingehalten, versicherte der Planer aus Hamburg.

Als Alternative steht für die Becken Edelstahlrand und weitere Verkleidung durch eine Folie im Raum. Diese Lösung wäre auf den ersten Blick kostengünstiger, doch müsste die Folie wohl nach rund 25 Jahren erneuert und bei mutwilligen Beschädigungen des öfteren repariert werden.

Außerdem wären erhebliche Sanierungarbeiten am maroden „Stahlbeton-Grundkörper“ des 50 Jahre alten Freibads nötig, um etwa die Wasserströmungsrichtung zu sichern. Letztlich bleibe dann eine Kostenersparnis von 15 000 Euro gegenüber der „edleren“ Variante übrig.

„Wir wollen doch die Betriebskosten wirklich langfristig absenken“, plädierte daher Bernd Junker (SPD) für die teurere, aber nachhaltigere Alternative. Rüdiger Dürr (CDU) wusste, dass alle städtischen Bäder Münchens vor einiger Zeit auf Stahl umgerüstet worden seien und es damit bisher nur positive Erfahrungen gebe.

Ein Risiko bleibe natürlich die Entwicklung der Stahlpreise, räumte Steffen Zorn von der Grundstücks- und Gebäudeverwaltungsabteilung der Stadt Achim (GGA) ein. Letztlich entscheide der Stadtrat aufgrund der aktuellen Haushaltslage 2017 und 2018, ob die Freibadumgestaltung finanziell vertretbar sei.

Vorläufig aber soll laut Ausschussempfehlung die Edelstahl-Komplett-Planung weiterlaufen. Nach entsprechendem Ratsbeschluss werde eine Projektgruppe mit Bürgervertretern gebildet und an den weiteren Schritten beteiligt, kündigte Zorn an.

Der vorläufige, grobe Zeitplan sieht den Umbaubeginn im September 2017 und die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts _ also im Wesentlichen die Erneuerung der Becken – bis April 2019 vor.

Angestrebt wird laut Stadtververwaltung auch, ein neu aufgelegtes Bundes-programm zur Sanierung von Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen zu nutzen.

Es gebe dann die Möglichkeit, 45 Prozent der Projektkosten gefördert zu bekommen.

la

Rubriklistenbild: © dpa

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