Sie haben das Problem „Flüchtlinge in Sporthallen“ in großer Solidarität gelöst

Dickes Lob für Sportvereine

Achim - Dass die Sporthallen in Embsen und Uphusen zu Notunterkünften für Flüchtlinge umfunktioniert worden sind, hat bei den Sportvereinen nicht gerade Freude ausgelöst. Doch sie haben diese Herausforderung fantastisch gemeistert, wie Bürgermeister Rainer Ditzfeld während der Sitzung des Ratsausschusses für Sport und Kultur am Dienstagabend lobte.

Nachdem die Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportvereine (AAS) zusammen mit der Stadtverwaltung die Belegung der einzelnen Hallen in Achim durch die Vereine analysiert hatte, hatte sie einen „Plan B“ für die Vereine entwickelt. Eigentlich waren alle verbliebenen Sporthallen bis dahin belegt, doch dann haben die Sportvereine Achims „ohne Hauen und Stechen in großer Solidarität“ dem TB Uphusen und TSV Embsen Zeiten in den freigebliebenen Hallen abgegeben, wie Dennis Lorenz, Vorsitzender der AAS berichtete.

Kein Verein und keine Gruppe muss so auf die gewohnte Übungsstunde verzichten, nur weitere Fahrten in Kauf nehmen.

So konnte Isabell Gottschewsky (CDU) ihren Antrag vom Oktober zurückziehen, in dem sie sich noch über die Benachteiligung des TSV Embsen beklagt hatte.

Lorenz machte darüber hinaus deutlich, dass es mit der notdürftigen massenhaften Unterbringung von Flüchtlingen in Hallen nicht getan sei, sondern dass ihnen auch vernünftige Aktivitäten tagsüber ermöglicht werden sollten. Da ist über das tolle Engagement der ehrenamtlichen Helfer in Uphusen und Embsen hinaus noch Platz für weitere Initiativen bisher Unbeteiligter.

Der sozialdemokratische Vertreter im Ausschuss, Günter Goerdel, lobte in diesem Zusammenhang den parteilosen Bürgermeister Rainer Ditzfeld ausdrücklich, der sich persönlich Tag und Nacht sehr engagiert habe. „Hut ab“, sagte er.

Während man in Achim mit den zwei zweckentfremdeten Sporthallen zur Zeit zurechtkommt und hofft, dass das Land in der ersten Hälfte des nächsten Jahres diese so genannten Erstaufnahmelager verlegt, grassiert aber auch die Angst, dass eine weitere Achimer Sporthalle belegt werden könnte. Genannt wird in diesem Zusammenhang die Lahofhalle in Baden.

Der AAS-Vorsitzende Dennis Lorenz warnte, wenn dies geschehe, seien Training und Übungsstunden für manche Gruppen nur noch einmal in der Woche in einer Hallenhälfte möglich, dann könne manche Sportart nicht mehr sinnvoll betrieben werden und verließen Mitglieder ihre Vereine.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld und 1. Stadtrat Bernd Kettenburg können zwar nicht sagen, wie sich die weltweiten Fluchtbewegungen weiterentwickeln werden, aber sie beruhigten, dass es relativ unwahrscheinlich sei, dass eine weitere städtische Sporthalle zum Flüchtlingslager werde.

Achim sei schließlich die einzige Stadt oder Gemeinde im Kreis, die dafür Sporthallen zur Verfügung stelle. Bei den Hallen in Verden handele es sich um Bauten des Kreises und nicht der Stadt. So wären aus Sicht der Achimer Regenten erst einmal andere Städte und Gemeinden im Kreis dran.

Außerdem favorisiert der Kreis Verden ab Frühling eher leer stehende Industrie- und Gewerbehallen.

mb

Rubriklistenbild: © dpa

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