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Gymnasium am Markt in Achim möchte klimaneutrale Schule werden

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Von: Dennis Bartz

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Klimaneutrale Schule werden – dieses Ziel hat sich das Gymnasium am Markt in Achim gesetzt.
Klimaneutrale Schule werden – dieses Ziel hat sich das Gymnasium am Markt in Achim gesetzt. © Dennis Bartz

 800 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Markt (Gamma) in Achim drehen ihre Runden um den Sportplatz des TSV Achim. Das Gamma möchte klimaneutrale Schule werden, doch dafür ist es nötig, die 279 Tonnen CO² auszugleichen, die die Schule pro Jahr produziert – ein Moor soll dabei helfen.

Achim – 279 Tonnen klimaschädliches CO² – so viel erzeugt das Achimer Gymnasium am Markt (Gamma) innerhalb eines Jahres. Das haben die beiden Lehrkräfte Denise Bergstedt und Edeltraud Abeln errechnet. Sie haben dafür offensichtliche Verursacher wie die Heizungsanlage und den Autoverkehr genauso berücksichtigt wie Dinge, an die man zunächst womöglich nicht denkt – bis hin zur Produktion des Wurstbrots, das in der Cafeteria angeboten wird.

Die detaillierte Erhebung war notwendig, weil sich das Gamma ein großes Ziel gesetzt hat: „Wir wollen klimaneutrale Schule werden“, erklärt Koordinatorin Denise Bergstedt. Das bedeutet: Jede Tonne CO², die die Schule erzeugt, muss sie durch eine Kompensationsmaßnahme ausgleichen.

Moor als CO²-Speicher

Mit den Spendengeldern aus dem Sponsorenlauf unterstützt das Gymnasium am Markt „Moor Futures“. Das Klimaschutzprojekt will einen Teil des Königsmoores in Schleswig-Holstein renaturieren. Durch Vernässung soll sich dort langfristig eine typische Hochmoorvegetation bilden. Dadurch werde CO² effizient gebunden und es entstehe ein wertvoller Lebensraum für viele bedrohte Arten, heißt es dazu in der offiziellen Projektbeschreibung.

Um das zu erreichen, hatten Denise Bergstedt und Edeltraud Abeln einen Sponsorenlauf auf dem Sportplatz des TSV Achim organisiert, an dem sich am Dienstagvormittag 800 Schülerinnen und Schüler der fünften bis zwölften Klassen beteiligt haben.

Sie waren zuvor eigenständig auf Sponsorensuche gegangen, innerhalb der Familie, bei Freunden oder Unternehmen. Die zahlungswilligen Spender mussten sich bereiterklären, pro gelaufene Runde mindestens 50 Cent zu bezahlen. Ziel war es, so insgesamt mehr als 18 000 Euro zu erlaufen, die dann in die Renaturierung eines Moores fließen sollen (siehe Infokasten).

Bekommt das Gamma ausreichend Geld zusammen, um seine Klimabilanz mindestens auszugleichen, erhält die Schule im Juni die Auszeichnung als klimaneutrale Schule in Hannover überreicht. „Und das als eine von nur 15 Schulen in Niedersachsen. Weil wir bereits neue Fenster, ein neues Dach und eine Fernwärmeheizung haben, sind unsere Grundvoraussetzungen dafür sehr gut“, betont Schulleiter Dirk Stelling. Zusätzlich möchte das Gamma den Fokus vermehrt darauf richten, den CO²-Ausstoß zu reduzieren, so Stelling weiter: „Unser Schulträger, der Landkreis Verden, möchte innerhalb der nächsten fünf Jahre auf dem Dach unseres Erweiterungsbaus eine Fotovoltaik-Anlage installieren.“

Zusätzlich soll an kleinen Stellschrauben gedreht werden, erklärt Edeltraud Abeln: „Wir wollen den Anteil an fleischlosen Gerichten in der Cafeteria erhöhen, weil diese weniger CO² verursachen.“

Die Schüler haben Spaß beim Sponsorenlauf und feuern sich gegenseitig an.
Die Schüler haben Spaß beim Sponsorenlauf und feuern sich gegenseitig an. © Bartz

Zwei der zahlreichen gewerblichen Sponsoren, die den Lauf unterstützt haben, sind die Unternehmergemeinschaft Achim (Uga) und die Achimer Bürgerstiftung. „Klimaneutralität ist für uns ein großes Thema, weil auch unsere Mitglieder viel CO² erzeugen. Wir leisten gerne unseren Beitrag dazu, das zu drosseln“, betont Uga-Vorsitzender Ingo Freitag. Liane Wiesner, Vorsitzende der Bürgerstiftung Achim, erklärt: „Wir sind bereits vor zwei Jahren mit dem Projekt ,Klimaführerschein‘ gestartet, das sich an alle fünften Klassen in Achim richtet. Bis zum Herbst werden mehr als 1200 Klimabotschafter ausgebildet haben.“

Runde für Runde drehten die Schüler und trotzten dabei den schwülwarmen Temperaturen an diesem Morgen, ehe sie erschöpft aber stolz in die Schule zurückkehrten. Nächste Woche sammeln sie dann die Sponsorengelder ein – und dann wird abgerechnet. Denise Bergstedt und Edeltraud Abeln sind sich sicher, dass sich der Aufwand gelohnt hat und kündigen bereits weitere Aktionen an, um den Status als klimaneutrale Schule auch 2023 zu erreichen. Schulleiter Dirk Stelling freut sich über das große Engagement innerhalb der Schule, die mit einem Team beim Achimer Stadtradeln antreten wird. „Viele von ihnen engagieren sich auch bei Fridays for Future und sind immer offen für solche Aktionen“, so Stelling weiter.

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