Gutachten sieht Bedarf für weiteren Wohnungsbau

Achim braucht neue Häuser, Folgekosten jedoch riskant

Achim - Von Michael Mix. Achim bleibt Zuzugsgebiet, die Einwohnerzahl von 30000 steigt in den kommenden Jahren noch etwas an. Auch ohne Flüchtlinge ist neuer Wohnraum zwischen Baden und Uphusen vonnöten, was aber gleichzeitig die Schaffung von weiterer, teurer Infrastruktur, insbesondere Kindergärten, erfordert.

Mit diesen Kernaussagen eines aktualisierten Gutachtens „zur Bevölkerungs- und Gemeinbedarfsentwicklung der Stadt Achim bis 2030“ befasst sich am heutigen Dienstag der Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr.

Die öffentliche Sitzung im Ratssaal beginnt um 17 Uhr. Den Kommunalpolitikern liegt dann die Beschlussempfehlung der Stadtverwaltung auf dem Tisch, wonach die „Wohnraum- und Baulandnachfrage der verschiedenen Zielgruppen“ vorrangig durch eine „Innenverdichtung“ entsprochen werden sollte. Zur Abstimmung steht auch der Zusatz, dass die sich daraus ergebenden Mehrbedarfe für die Infrastruktur für jedes Vorhaben zu ermitteln sind, „um die Leistungsfähigkeit des kommunalen Haushaltes dauerhaft zu gewährleisten“.

Das Kramer-Gutachten simuliert die Bevölkerungs- und Wohnungsbestandsentwicklung der Stadt kleinräumig und in kleinen Zeitschritten bis 2030. Dazu wurde die Stadt in 14 Teilgebiete gegliedert. Nicht berücksichtigt wird dabei allerdings, wie sich der Zuzug von Flüchtlingen auswirkt.

Die 500 Seiten umfassende Ausarbeitung entwirft ein Intro- und ein Extro-Szenario. Damit werden „verschiedene, realistische Entwicklungsmöglichkeiten“ der Stadt dargestellt.

Beim Intro-Szenario kommen über die bestehenden Baugebiete hinaus keine weiteren hinzu. In diesem Fall würde die Einwohnerzahl in nächster Zeit eher stagnieren.

Das Extro-Szenario sieht vor, weitere Wohnentwicklungspotenziale auszuschöpfen. Dabei geht es darum, „der gesamten Wohnraum- und Baulandnachfrage der verschiedenen Zielgruppen möglichst zu entsprechen“. Genannt werden unter anderem junge Familien, „Rück- und Zuzugswillige“. Die Haushaltsgründer sowie die „ansteigende hohe Anzahl junger Alter und Senioren“ bevorzugten den Geschosswohnungsbau. Um die Flüchtlinge dauerhaft unterbringen zu können, sollte der soziale Wohnungsbau angekurbelt werden, wird angefügt.

Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, wird im Extro-Szenario von einer „intensiven Mobilisierung entsprechender Grundstückspotenziale vor allem in Innenstadtnähe“ ausgegangen. „Dabei“, heißt es mahnend, „soll gleichzeitig versucht werden, das Gemeinwesen nicht endgültig zu überlasten.“

Das Gutachten stellt fest, dass das Intro-Szenario „nicht realistisch ausreicht, die Wohnbedarfe in Achim dauerhaft zu befriedigen“. Allerdings: „Ebenso wird eine konsequente Umsetzung des Extro-Szenarios aufgrund der nicht ausreichenden Leistungsfähigkeit der kommunalen Infrastruktur und des städtischen Haushaltes nicht möglich sein.“ Die Ratsmitglieder sollten daher von Fall zu Fall entscheiden, ob Wohnbauvorhaben mit den Ressourcen in Achim in Einklang gebracht werden können.

Das Gutachten hält fest: „Aktuell ist die Nachfrage nach Wohnbauflächen in Achim höher als das zur Verfugung stehende Angebot, was auch den Druck auf Baulücken und auf Nachverdichtung ungenutzter Innenbereiche erhöht.“

Der Stadtplanung im Rathaus liegen nach eigenen Angaben mehrere Anträge auf Aufstellung von Bebauungsplänen vor. Aus der nachstehenden Liste wird ersichtlich, dass ein Gutteil der gewünschten Wohnbauflächen in der Innenstadt entstehen sollen.

Aufgeführt werden das Grundstück am Kreisverkehrsplatz (40 bis 60 Wohnungen), das Reitgelände an der Windmühle (8 bis 10), ein Innenbereich an der Buesstraße (20 bis 40), die grüne Wiese an der Leipziger Straße/Annaberger Straße (80 bis 100). Darüber hinaus ein Innenbereich an der Badener Dorfstraße (10), alter Dorfkern Bierden (10 bis 12), das frühere Wührmann-Areal an der Bremer Straße 92 (60) und Strohstiege in Uphusen (6 bis 8).

Rubriklistenbild: © dpa

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