Gutachten hält zusätzliches Fahrzeugaufkommen in Achims City für verkraftbar / Linksabbiegespur problematisch

Kein Verkehrsinfarkt trotz Kreisel-Sparkasse

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Das neue Viertel im Modell: Oben am Kreisel die dreigeschossige Sparkasse, darunter die ebenfalls mehrgeschossigen Häuser.

Achim - Infolge des geplanten Neubaus der Achimer Sparkasse und von etwa 40 Wohnungen auf dem Scherf-Gelände wird sich das Verkehrsaufkommen dort nochmal erhöhen. Aber auch diese zusätzliche Belastung an Fahrzeugen werde das Straßennetz rund um den Innenstadt-Kreisel verkraften, urteilt ein Gutachter. Der Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr stimmte deshalb am Mittwoch geschlossen dafür, das Aufstellungsverfahren für den Bebauungsplan mit der baldigen Beteiligung der Öffentlichkeit einzuleiten.

Der vom Vorhabenträger AVW Immobilien AG (Hamburg) beauftragte Architekt Christoph Frenzel legte in der Sitzung noch mal kurz dar, wie die Scherf-Brache gestaltet werden soll. Im vorderen Teil, nahe des Kreisels, sieht der Entwurf ein dreigeschossiges Gebäude der Kreissparkasse Verden vor. Dahinter sollen zwei- bis dreigeschossige Häuser mit rund 40 barrierefreien Wohnungen insbesondere für ältere und gehbehinderte Menschen gebaut werden. Um das abschüssige Gelände begehbar zu machen, sind durch Rampen miteinander verbundene Fußwege geplant. Grünflächen sollen die neue kleine Siedlung mitten in der Stadt hübsch gestalten.

Ihre Autos können die Kunden und Mitarbeiter der Sparkasse sowie die Bewohner in einer großzügigen Tiefgarage und auf einem kleineren oberirdischen Parkplatz abstellen. Die Zufahrt soll sowohl von der Straße Am Schmiedeberg als auch von der Großen Kirchenstraße aus möglich sein. Wer das Gelände über den Schmiedeberg verlassen will, darf dort dem Plan zufolge allerdings nur nach rechts, also in Richtung Verden, abbiegen. Grund ist die hohe Fahrzeugdichte an der Stelle.

Aber können die Straßen in dem Bereich das zu erwartende zusätzliche Verkehrsaufkommen überhaupt schlucken? Um das herauszubekommen, hatte die Stadt die PGT Umwelt und Verkehr GmbH aus Hannover mit einer Verkehrsanalyse beauftragt. Verkehrszählungen „an den relevanten Knotenpunkten“ im März dienten als Basismaterial, und auch die verkehrlichen Auswirkungen des von der AVW geplanten Vorhabens wurden dafür untersucht. PGT-Geschäftsführer Heinz Mazur stellte in der Sitzung nun die Ergebnisse vor.

Täglich 1860 zusätzliche Fahrten durch Kunden und Mitarbeiter der Sparkasse sowie die neuen Bewohner seien zu erwarten, informierte er. Die Verkehrsabläufe in dem schon jetzt stark frequentierten Bereich würden sich dadurch „nicht maßgeblich verschlechtern“. Selbst bei einer angenommenen zehnprozentigen Zunahme des Autoaufkommens in Achim bis 2025 bliebe der Kreisel „leistungsfähig genug“, sagte Mazur.

Auf dem Schmiedeberg werde die Anzahl der Fahrzeuge allerdings von jetzt 17500 auf dann gut 20000 Fahrzeuge täglich steigen. Der Plan weist für diese hoch belastete Straße dennoch eine Linksabbiegespur kurz vor dem Kreisel aus, damit die Sparkasse und die Häuser in dem Neubauviertel gut zu erreichen sind. Mazur hielt das für unproblematisch. In den Verkehrsspitzen von 16 bis 18 Uhr soll das Linksabbiegen an der Stelle jedoch irgendwie verboten werden.

Auch die Straße Zum Achimer Bahnhof und die Obernstraße sowie die Große Kirchenstraße müssten zusätzlichen Verkehr aufnehmen, was nach dem Dafürhalten des Fachmanns aber machbar ist. Und weil es genügend Möglichkeiten gebe, das neue Quartier anzusteuern und zu verlassen, geht Mazur, wie er auf Nachfrage aus dem Ausschuss erklärte, von keinem nennenswerten Schleichverkehr durch benachbarte Wohnviertel aus.

mm

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