Gutachten: Brandschutz weitgehend gewährleistet / Personalengpass tagsüber

Feuerwehr Achim ist für den Ernstfall gut gerüstet

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Die Freiwillige Feuerwehr Achim ist für den Ernstfall gut gerüstet, bescheinigt ihr ein Gutachten.

Achim - Die heimische Freiwillige Feuerwehr funktioniert. Der Brandschutz, also die rasche Rettung von Menschen, Tieren und Gütern vor Flammen-, Gas- oder Rauchgefahren, aber auch eine schnelle, professionelle Hilfe bei Unfällen und Katastrophen, ist in Achim weitgehend gewährleistet. Dieses Fazit zog Patrik Habeth vom Bonner Fachbüro Forplan, der am Mittwochabend im Rathaus den sogenannten Feuerwehrbedarfsplan vorstellte.

„Was ist für den Schutz und die Sicherheit der Bürger noch notwendig?“ Um diese Frage zu beantworten, habe die Feuerwehr ein unabhängiges Gutachten angeregt, stellte Stadtbrandmeister Olaf Dykau zu Beginn der öffentlichen Sitzung des Rats-Feuerwehrausschusses fest. Habeth lieferte anschließend einen spannenden Vortrag, den vor allem viele Feuerwehrleute aufmerksam verfolgten.

Sie sind stark gefordert. Im Durchschnitt fast alle zwei Tage müssen die freiwilligen Helfer zu einem Einsatz ausrücken und damit häufig ihre Arbeitsstelle verlassen. Im vorigen Jahr habe es 62 Brandereignisse, 84 technische Hilfeleistungen, etwa bei Unfällen, 22 Fehlalarme und 14 nachbarschaftliche Hilfeleistungen mit der Drehleiter gegeben, informierte Habeth.

88 Prozent der Einsatzorte in Achim erreichten die Feuerwehren innerhalb der vom Gesetzgeber gewünschten „Hilfsfrist“ von acht Minuten – „ein guter Wert“. Lediglich Badenermoor und Bollen, Teile der Gewerbegebiete Uphuser Mehren und Achim-Ost sowie einzelne Wald- und Wiesenflächen könnten nicht so fix angefahren werden.

Die sechs Ortsfeuerwehren im Stadtgebiet verfügten insgesamt über 267 Einsatzkräfte. Und bis auf einen einzigen hätten sich alle an der Umfrage für den auf fünf Jahre angelegten Feuerwehrbedarfsplan beteiligt, lobte Habeth die hohe Mitwirkungsbereitschaft. Das Durchschnittsalter der Helfer von 36, 37 Jahren nannte er „ziemlich ideal“. Es komme auf eine gute Mischung von jungen, körperlich fitten Kräften und erfahrenen „alten Hasen“ an, und die gebe es in Achim.

Als „einziges Manko“ machte der Gutachter aus, dass tagsüber wegen zum Teil weit entfernter Berufstätigkeit „etwas zu wenig Atemschutzgeräteträger und Führerscheininhaber“ für den Fuhrpark vorhanden seien. Auf einer Risikobewertungsskala von 1 bis 8 im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Einsatzkräften habe die Feuerwehr Achim die Ziffer 5 („erhöhtes Risiko“) erhalten. „Dennoch, die Personalausstattung ist bisher ausreichend.“ Was aber jedes Jahr per Controlling überprüft werden sollte, legte Habeth dem Kommando ans Herz.

Die Alternative, eine Berufsfeuerwehr, wäre für die Stadt nicht zu bezahlen, fügte er an. Die erforderlichen mindestens 72 „Profis“ würden pro Jahr 3,6 Millionen Euro Personalkosten verursachen.

Um an neues Personal zu gelangen, schlug der Fachmann unter anderem vor, Mitarbeiter der Stadt zu Feuerwehrleuten auszubilden und verstärkt Frauen anzusprechen. Die 117 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr und die Kinderfeuerwehr seien „natürlich ganz wichtig für die Nachwuchsgewinnung“.

Die Ausrüstung der Achimer Feuerwehr bezeichnete Habeth als „angemessen“. Allerdings wiesen die Feuerwehrhäuser Baden und Uphusen, wie schon berichtet, erhebliche Mängel auf. Sie seien zu eng und damit für die Einsatzkräfte im Ernstfall gefährlich. Für Baden könnte ein Neubau auf einem städtischen Grundstück an der Hainkämpe eine Alternative sein.

In der anschließenden Aussprache regte Joachim Schweers (Grüne) an, die Feuerwehren Baden und Uesen zusammenzulegen. Mit Blick auf das geplante Industriegebiet Achim-West brachte er auch einen gemeinsamen Standort für die Trupps in Uphusen und Bierden ins Gespräch.

Womit er Widerspruch auslöste. „Die geforderten Einsatzzeiten sind nur mit den bisherigen sechs Standorten zu schaffen“, entgegnete Klaus Mindermann (CDU). „Zusammenlegungen würden Gemeinschaften in den Ortsteilen sprengen“, ergänzte sein Fraktionskollege Christian Petritzki.

Das Gutachten bringe Klarheit, resümierte Achims Ortsbrandmeister Thomas Köster. „Ich glaube, die Bürgerinnen und Bürger können gut schlafen.“

mm

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