Arbeitgeber Amazon

Gut die Hälfte kommt mit dem Bus zur Schicht

Ein neu gebauter Radweg führt von der Potsdamer Straße aus zum Rund-um-die-Uhr-Betrieb im Uesener Feld.
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Ein neu gebauter Radweg führt von der Potsdamer Straße aus zum Rund-um-die-Uhr-Betrieb im Uesener Feld.

Achim – Amazon avanciert mit aktuell 1 900 Beschäftigten in Achim zum größten Arbeitgeber im Landkreis Verden und macht damit dem „Platzhirsch“, dem Einkaufszentrum Dodenhof in Ottersberg-Posthausen, den Spitzenrang streitig. Auch wenn viele das Geschäftsmodell des weltgrößten Online-Versandhändlers ablehnen – nicht wenige bisher Erwerbslose haben im Logistikzentrum mit Rund-um-die-Uhr-Betrieb und der unternehmensinternen Bezeichnung BRE4 (für Bremen mit seinem Flughafen und eine noch nicht vergebene Kennziffer) einen Job gefunden.

Auch das befürchtete Verkehrschaos ist bisher aus geblieben. Dieses und vieles mehr verrät Joern Asmussen, Standortleiter von Amazon in Achim, im Interview mit dieser Zeitung.

Das Logistikzentrum im Uesener Feld ist Mitte Mai mit 700 Beschäftigten gestartet, jetzt arbeiten dort schon nahezu 2000 Menschen. Dabei ist das Weihnachtsgeschäft doch noch in weiter Ferne. Wird Amazon am Standort Achim in den kommenden Monaten noch deutlich mehr Kräfte einstellen?

Wir freuen uns, dass wir in Achim bereits so viele Arbeitsplätze für die Region schaffen konnten. Tatsächlich suchen wir bereits jetzt nach Kräften, die uns in der Saison ab September bis Weihnachten unterstützen. In der Spitzenzeit werden dann rund 2 400 Menschen bei uns arbeiten. Für das Logistikzentrum Achim ist es die erste Weihnachtssaison – wir nennen es „Peak“ bei Amazon – und wir haben die ersten Monate genutzt, um die Teams aufzubauen, die Menschen zu trainieren und die Prozesse einzuüben, damit sich Kunden vor Weihnachten auf uns verlassen können.

Die Bewerberzahlen sind immer noch hoch? Aus welchen Branchen stammen denn überwiegend die Aspiranten für einen Job bei Amazon Achim? Schafft auch eine nennenswerte Zahl von zuletzt Erwerbslosen dort den Sprung in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt?

Wir haben keine genaue Zahl, aber rund 85 Prozent der Menschen, die sich bei uns beworben haben, hatten aktuell keine Beschäftigung. Wir haben einige Mitarbeitende, die aus der Gastronomie zu uns gekommen sind und nun ein Team leiten. Aber auch aus der Industrie sind Menschen zu uns gewechselt.

Die meisten der knapp 2 000 Arbeitskräfte im Logistikzentrum verpacken bestellte Ware.

Welche Tätigkeiten üben die Beschäftigten im Achimer Logistikzentrum aus? Die allermeisten verpacken vermutlich die von Robotern aus den Regalen geholten bestellten Waren, aber es gibt sicherlich auch anspruchsvollere Aufgaben?

Das Logistikzentrum Achim ist ein richtiges Unternehmen mit allen Funktionen, die eine Firma braucht. Das Team im Versand macht den größten Anteil aus. Die Menschen bearbeiten die Kundenbestellungen, nehmen Ware an und bringen sie auf den Weg zum Kunden. Achim ist aber in Deutschland das Logistikzentrum mit dem neuesten Stand der Technologie – und dafür brauchen wir viele Spezialisten. Unser Techniker-Team in Winsen hat über 60 Mitarbeiter und hält die gesamte Technik im Gebäude am Laufen, darunter einige Kilometer an Förderbändern. Wir haben 30 Mitarbeitende im Bereich Personal, acht in der IT. Im IT-Team suchen wir aktuell auch noch, auch im Bereich Personal und Training. Auch für Führungskräfte im Versand haben wir aktuell Stellen ausgeschrieben.

Arbeiten mehr Männer oder mehr Frauen bei Amazon Achim? Wie alt sind die Beschäftigten im Durchschnitt?

Wir sind noch in der Aufbauphase, aber es freut mich jetzt schon, dass wir so vielen unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebenserfahrung einen Arbeitsplatz anbieten konnten. Wir haben aktuell deutlich mehr Männer als Frauen, die bei uns angefangen haben. Unser Team ist eher jung, aber die Altersspanne geht von 18 bis 69 Jahre.

Aus welchen Orten kommen die Arbeitskräfte? Die meisten wohnen in Bremen?

Insgesamt kommen über 70 Prozent der Mitarbeitenden aus Bremen, Achim und Verden.

Viele Beschäftigte im Achimer Logistikzentrum kommen aus Bremen und nutzen auf die Schichtzeiten abgestimmte Busverbindungen für den Arbeitsweg.

Haben Sie auch Angaben darüber, welche Verkehrsmittel die Pendler benutzen? Wieviele kommen alleine oder in Fahrgemeinschaften mit dem Auto? Wie hoch ist der Anteil der Beschäftigten, die mit Bahn oder Bus unterwegs sind? Wieviele nutzen das Fahrrad für den Arbeitsweg? Werden die von Amazon in der Bike-Station am Achimer Bahnhof angemieteten 100 Leihfahrräder gut frequentiert?

Soweit wir es sehen, nutzen deutlich über 50 Prozent der Belegschaft den Bus. Hier hat sich unsere gute Zusammenarbeit mit dem Verantwortlichen auf diesem Gebiet ausgezahlt. Rund sechs Prozent der Mitarbeitenden geben schon jetzt an, mit dem Rad zu kommen. Wenn ich mir den Radparkplatz ansehe, sind es zumindest im Sommer sicher mehr. Dabei fängt das Bike-Sharing-Projekt erst im September an. Mit dem Auto kommen etwas über 35 Prozent der Mitarbeiter laut eigener Angabe. Das zeigt sich auch auf unserem Mitarbeiter-Parkplatz, auf dem man bisher immer einen Platz bekommt.

Welche Waren wandern denn im Achimer Logistikzentrum in großen Mengen in die Kartons? Und wohin wird das Bestellgut überwiegend gebracht? Wieviel Transporter verlassen täglich das Uesener Feld und wieviele steuern es mit neuer Ware an? Geschieht das meistens über die nahe Autobahn und in Tagesrandzeiten?

Leitet den Standort Achim: Joern Asmussen.

Das Team in Achim hatte mit dem Prime Day im Juni bereits die erste Bewährungsprobe, und die haben wir gut bestanden. An solchen Tagen sind es natürlich die Sonderangebote, die besonders oft bestellt werden, zum Beispiel die Amazon-Echo-Geräte oder Getränkesirup zum Aufsprudeln. Von uns aus geht die meiste Ware aus einer Auswahl von Millionen von Produkten nach Nord- und Nordwest-Deutschland, also in die weitere Region. Dabei hilft uns natürlich die gute Autobahnanbindung. Das klappt bisher reibungslos. Man muss bedenken, dass pro Woche etwas über 400 Fahrzeuge Pakete von Achim aus zu den Kunden bringen. Wenn jemand das Kürzel BRE4 auf dem Adressaufkleber findet, dann weiß er, dass sein Paket von unserem Team in Achim gepackt wurde. Die meisten Lkw kommen und fahren abends und in der Nacht, zwischen 20 und 3 Uhr. Die wenigsten Fahrten passieren zwischen 4 und 11 Uhr. Das liegt auch so, um die Rushhour für Pendler zu meiden.

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