Langjähriger Vorsitzender: „Alle Schulden sind getilgt“

Ära Günter Treichel beim Verein Haus Hünenburg vorbei

Uwe Ehrhorn (Dritter von rechts) ist neuer Vorsitzender des Vereins Haus Hünenburg. Neben ihm stehen seine Stellvertreter Professor Dr. Jörn Anselm und Detlef Herbst. Dem neuen Vorstand gehören außerdem (v. l.) Detlev Herrmann, Torsten Jobs und Thorsten Springer sowie Maike Bartmann (fehlt hier ) an. - Fotos: Mix

Achim - Beim Verein Haus Hünenburg ist eine Ära zu Ende gegangen. Nach 16 Jahren an der Spitze des Clubs, in dem Wirtschaftskapitäne und Vertreter des öffentlichen Lebens aus der Stadt Achim und dem Landkreis Verden versammelt sind, schied Vorsitzender Günter Treichel aus dem geschäftsführenden Vorstand aus.

Er habe in dieser Zeit „viele tolle Menschen kennengelernt“, sagte der 74-Jährige in einer persönlichen Erklärung vor Beginn der gut besuchten Jahreshauptversammlung des Vereins am Dienstagabend in der Hünenburg. Er erinnerte an die Clubabende mit etlichen prominenten Gastrednern. In den letzten 16 Jahren kamen unter anderem Josef Hattig, Sigmar Gabriel, Henning Scherff, Philipp Rösler, David McAllister, Reinhard Grindel und Bernd Althusmann in das historische Haus hoch über der Weser in Achim-Baden.

Treichel dankte seinen Weggefährten und besonders seiner Frau Marlies für die jahrelange Unterstützung. Letztere habe des Öfteren gegrummelt: „Gehst du schon wieder in die Hühnerburg?“

Danke sagte der scheidende Vorsitzende auch der Kreissparkasse Verden, der Bremischen Volksbank, den Stadtwerken Achim und weiteren Sponsoren. „Ohne deren großzügiges finanzielles Engagement hätte es manch eine Veranstaltung in der Hünenburg nicht gegeben.“

Er könne nun guten Gewissens das Zepter an einen Nachfolger übergeben, verkündete Günter Treichel, denn ein „Hauptziel“ seiner Regentschaft habe er zusammen mit seinen Vorstandskollegen erreicht: Der rund 130 Mitglieder zählende Verein sei seit dem vorigen Jahr nicht mehr in den roten Zahlen. „Die 120 000 Euro Schulden, die ich bei meinem Amtsantritt 2002 vorfand, sind weg.“ Aber das Gelände, merkte er in Anspielung auf Lärm und Dreck machende Vögel unter Gelächter im Saal an, sei „inzwischen auch krähenfrei“. Zudem habe er vor seinem 75. Geburtstag und noch einigermaßen stabiler Gesundheit aufhören wollen.

Günter Treichel wurde mit großem Dank verabschiedet.

Der Verein, betonte Treichel, komme gerne weiterhin dem Vermächtnis des früheren Grundstückseigentümers Robert Krämer und der gleichnamigen Stiftung nach, dass das Haus samt der Ringwallanlage drumherum öffentlich zugänglich bleiben solle. Die Hünenburg sei auch im vorigen Jahr ein beliebter Versammlungsort gewesen. Vom Bremer Milchkontor über Daimler und die Stadt Achim bis hin zu Zeppelin sei das Haus von zahlreichen Unternehmen und Institutionen genutzt geworden. Dazu habe es dort 59 Trauungen gegeben. „Diese Vielzahl“, bemängelte Treichel in seinem letzten Bilanzbericht beim Generaltreffen, „blockiert etwas weitere Veranstaltungen in der Hünenburg.“

Er habe „gerne mal einen flotten, ketzerischen Spruch gemacht“, bekannte Günter Treichel. Das habe sicherlich nicht immer jedem gefallen, „aber ich wollte niemanden verletzen“.

Zu Treichels Nachfolger wählte die Versammlung das bisherige Vorstandsmitglied Uwe Ehrhorn. Der Inhaber eines Vermessungsbüros in Achim würdigte seinen Vorgänger: „Du hast den Verein in die Höhen getragen, die er verdient hat.“ Günter Treichel habe den Club mit seinem Programm und Engagement „interessant für Mitglieder und Gäste gemacht“.

Treichel, der nach Siegfried Nadler erst der zweite Vorsitzende des 1989 gegründeten Vereins Haus Hünenburg war, antwortete in seiner typischen Art: „Es hat zeitweise Spaß gemacht.“ 

mm

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