Baupläne an Bremer Straße in Bierden

Günstige Wohnungen und Seniorenheim statt Wäldchen

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Das Wäldchen auf dem Grundstück Bremer Straße 92 erstreckt sich bis zum Neubaugebiet Bierdener Kämpe. Investoren wollen auf der Fläche ein Seniorenheim sowie Ein- und Mehrfamilienhäuser mit knapp 70 Wohneinheiten errichten.

Achim - Dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Achim will die Stadt zunächst im Ortsteil Bierden begegnen. Insbesondere auf einer früheren Industriefläche am Roggen- und Weizenkamp sind entsprechende Hausbauten vorgesehen.

Auf dem Villen- und Waldgrundstück Bremer Straße 92 planen Investoren ein Seniorenwohnheim sowie barrierefreie Wohnungen und Bungalows mit zubuchbaren Versorgungsleistungen.

Große Mehrheit für bezahlbaren Wohnraum

Der Ratsausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr stimmte dem Vorhaben am Roggenkamp mit großer Mehrheit zu. Dagegen stieß das Konzept für das Heim und Wohnhäuser auf dem Gelände des kleinen Wäldchens an der Bremer Straße auf Skepsis. CDU, FDP und WGA mit ihren insgesamt fünf Stimmen im Ausschuss befürworteten es, während die zusammen vier Vertreter von SPD und Grünen dagegen votierten. Aufgrund der Kräfteverhältnisse im entscheidenden Stadtrat kann das „linke Lager“ allerdings den Spieß umdrehen.

Begrüßt wird von nahezu allen das Ansinnen, auf dem gut 18.000 Quadratmeter großen Plangebiet zwischen der Bremer Straße 70, Roggen- und Weizenkamp erschwingliche Wohnungen für Haushaltsgründer, Alleinerziehende und ältere Menschen zu schaffen. Auf dem einstigen gewerblichen Grundstück sind nach Angaben der Stadtverwaltung keine Altlasten festgestellt worden. Allerdings befinden sich Betriebe, von denen Lärm und andere Emissionen ausgehen, in der Nähe. Welchen Zuschnitt die neue Siedlung haben soll, ist noch offen. Der Vorhabenträger, die Bremer Straße Immobilien GmbH & Co. KG, die zusammen mit der Residenz-Gruppe Bremen auf dem Areal Wohnungen mit etwa 70 Quadratmetern Fläche verwirklichen will, hat sich laut Stadtplanerin Dr. Monika Nadrowska verpflichtet, einen städtebaulichen Wettbewerb auszuloben.

Verkehrliche Erschließung macht Sorgen

Ein Stück weiter, an der Bremer Straße 92, strebt der Eigentümer eine bauliche Entwicklung des rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstücks in Zusammenarbeit mit der Residenz-Gruppe Bremen sowie der Immobilienentwicklungs- und Vertriebsgesellschaft der Kreissparkasse Verden an. Neben einem Seniorenheim mit 70 bis 90 Plätzen sollen dort knapp 70 Wohneinheiten in Häusern unterschiedlicher Größe entstehen. „Dabei handelt es sich um ein exklusives Wohnangebot im höheren Preissegment“, stellt die Verwaltung dazu fest.

Leute mit schmalerem Geldbeutel blieben dabei also eher außen vor, auch wenn Rolf Specht, geschäftsführender Gesellschafter der Residenz-Gruppe, in der Sitzung versicherte, auf dem Grundstück auch Sozialwohnungen bauen zu wollen. Zudem sehen Kommunalpolitiker die verkehrliche Erschließung, die auch über die engen Straßen Am Berggrund und Bierdener Kämpe erfolgen soll, und den von den Investoren beabsichtigten Eingriff in den Baumbestand als problematisch an. Weil ein Teil der Fläche als Waldgebiet ausgewiesen ist, müsste die Stadt den Flächennutzungsplan ändern und einen Bebauungsplan aufstellen. „Für gefällte Bäume müsste an anderer Stelle natürlich ein Ausgleich geschaffen werden“, merkte Bauamtschef Steffen Zorn an.

Anwohner wünscht sich Erhaltung des Waldes

„Kein wertvolles Gehölz“, meinte Karl-Heinz Lichter (CDU). Das letzte Grünstück in der Ecke müsse nicht vollgepflastert werden, meinte dagegen Peter Bartram (Grüne), „und wir brauchen in Achim auch kein weiteres Heim“, fügte er hinzu. Petra Geisler (SPD) hielt es für notwendig, den Vorhabenträger dazu zu verpflichten, eine bestimmte Anzahl Bäume stehen zu lassen und eine „großzügige Begrünung“ festzuschreiben.

Ein Anwohner sprach am Schluss der Sitzung von einem „sehr wertvollen Wald“, in dem auch Eichhörnchen und Buntspechte zu Hause seien. „Er sollte erhalten bleiben.“

mm

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