Achimer Künstler Jürgen Maisenbacher: Mit 70 Retrospektive seiner Werke

Gruppenfähiger Einzelgänger

Eine seiner markanten, oft leicht ironisierten Skulpturen, die jetzt mit in der Retrospektive-Ausstellung zu sehen sind.

Achim - Dr. Jürgen Maisenbacher gehört zu den bekannten und wichtigen Künstlern Achims. Mit seinen Bildern und Skulpturen hat er eine Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen bestückt und sich Anerkennung erworben. In Achim und weit darüber hinaus.

Jetzt ist Maisenbacher 70 Jahre und die Zeit offenbar reif für Retrospektiven. Eine solche wurde in der Achimer Geschäftsstelle der Bremischen Volksbank eröffnet. Sie trägt den Titel „Auf meinem Weg“ und zeigt den Querschnitt eines künstlerischen Schaffens, das drei Jahrzehnte umfasst. So lange lebt Maisenberger in Achim.

Seit drei Jahrzehnten lebt Dr. Jürgen Maisenbacher in Achim, ist als Künstler aber weit über die Grenzen dieser Stadt hinaus bekannt. - Fotos: Hägermann

Nur keine Sorge. Retrospektiven sind keine Ehren-Oscars und bedeuten nicht das künstlerische Ende. Dem gebürtigen Neußer, der in jüngeren Jahren in der Pharmabranche Karriere machte, aber sich letztlich für die Ungewissheit der Kunst entschied und dabei auf seine Gestaltungskraft vertraute, wird es weiterhin nicht an Ideen mangeln.

Jürgen Maisenbacher ist ein Künstler von seltener Prägung. Frei von Eitelkeiten bei der Arbeit und der Präsentation seiner Werke, aber kompromisslos in der Sache. Er hätte sich von Galerien vertreten lassen können, wollte es aber nicht. Jedenfalls nicht zu Bedingungen, die Vorteile vor allem für die Kunstvermarkter festschreiben. Der Mainstream des Kunstbetriebes war und ist seine Sache nicht. „Ich bin“, sagt Maisenbacher, „ein gruppenfähiger Einzelgänger.“

„Auf dem Weg“ in der Volksbank ist eröffnet

In seinen Bildern und Skulpturen ist er dem Mensch auf der Spur. Nachsichtig ironisierend bei den Vogelmenschen, die nicht ganz so zerbrechlich wirken wie Giacomettis Werke, aber ebenfalls auf Handschmeicheleien verzichten – in vielen seiner Bilder mit bemerkenswerter Offenheit.

Es sind die menschliche Eigenheiten, die Maisenbacher in Form und auf Fläche bringt. Seine eigenen nimmt er nicht aus. Die Bilder, einzeln und in Serie, bieten keine Demaskierungen, sondern offenbaren dem Betrachter doppelbödig und auf mehreren Ebenen Deutungsmöglichkeiten und kompositorische Spielarten – bis es ernst wird.

Die zahlreichen Gäste der Vernissage begrüßte Volksbank-Vorstand Detlef Herrmann. Zur Ausstellung sprach Ute Gajus. Sie ist mit Maisenbacher befreundet und war schon ausstellende Partnerin bei gemeinsamen künstlerischen Projekten. Ute Gajus nannte Maisenbacher einen Menschen von zugewandter Art, der andere für sich einnehmen könne.

Sie sprach von seinen ernsten und nachdenklichen Seiten, vom Älterwerden und von dem Wissen um die Notwendigkeit, Komfortzonen zu verlassen.

Der Antrieb dieses Künstlers sei über die Jahrzehnte unverändert geblieben: „Jürgen Maisenbacher will verstehen und Erkenntnisse gewinnen. Und er will die Spannung, die in ihm ist, auf seine Bilder übertragen.“

häg

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