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Grundschüler in Uphusen malen Kunstwerk

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Von: Dennis Bartz

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2,40 mal 1,60 Meter misst das Gemeinschaftswerk, an dem sich 191 Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Projektwoche beteiligt haben. Davor posieren einige der stolzen Künstlerinnen und Künstler mit den beiden Projektleiterinnen Tanja Hinz (von links) und Diana Schewe sowie Schulleiterin Doris Trettin.
2,40 mal 1,60 Meter misst das Gemeinschaftswerk, an dem sich 191 Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Projektwoche beteiligt haben. Davor posieren einige der stolzen Künstlerinnen und Künstler mit den beiden Projektleiterinnen Tanja Hinz (von links) und Diana Schewe sowie Schulleiterin Doris Trettin. © Bartz

Uphusen – 191 junge Künstlerinnen und Künstler, ein gemeinsames Werk: Seit Freitag hängt in der Pausenhalle der Grundschule in Uphusen ein 2,40 mal 1,6 Meter großes Bild, das die Schülerinnen und Schüler der ersten bis vierten Klassen während einer Projektwoche gemeinsam gestaltet haben. „Es besteht aus vielen kleinen Einzelbildern. Wir haben es in einer Vernissage enthüllt.

Die Kinder haben es heute zum ersten Mal gesehen und sind ganz stolz darauf. Zwei von ihnen haben sogar Cello gespielt, um der Veranstaltung einen feierlichen Rahmen zu geben“, berichtet Schulleiterin Doris Trettin.

Mit Mitteln der Landesschulbehörde aus dem Sonderbudget „Startklar für die Zukunft“ im Rahmen der Coronamaßnahmen hatte Trettin das Honorar von Diana Schewe und Tanja Hinz vom „Land der Kunst“ in Achim finanziert. „Uns es war es wichtig, damit etwas Kulturelles zu machen“, betont die Schulleiterin.

Jede Klasse bekam die Chance, während der Projektwoche nach der Happy Painting-Methode kreativ zu werden. Dabei handelt es sich um eine Aquarell-Maltechnik, die von der Künstlerin und Spiegel-Bestsellerautorin Clarissa Hagenmeyer mit dem Ziel entwickelt wurde, Hobbykünstler glücklich zu machen – Erwachsene genauso wie Kinder.

„Nach der langen Coronazeit, in der die Schüler wenig Kontakt hatten und in der der Schulalltag stark eingeschränkt war, wollten wir unbedingt wieder etwas in der Gruppe machen“, so Trettin weiter. Ziel sei es gewesen, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schüler zu fördern und wieder mehr Normalität in das Schulleben zu bringen. „Die Kinder haben schon sehr unter den Einschränkungen gelitten“, berichtet Trettin weiter.

Mit den sinkenden Inzidenzzahlen seien nach und nach die Hygienemaßnahmen gelockert worden. Die Kohorten seien nun aufgelöst, es gebe keine Maskenpflicht mehr und Tests seien freiwillig. „Im Moment fühlt es sich so an, als wäre die Pandemie vorbei – und für die Kinder ist das toll. Aber wir müssen abwarten, wie sich die Lage dann im Herbst entwickelt“, gibt Trettin zu bedenken.

Je bunter, desto besser: Viele Bilder der Kinder zeigen Tiere und Friedenssymbole.
Je bunter, desto besser: Viele Bilder der Kinder zeigen Tiere und Friedenssymbole. © Bartz

Besonders die Aufhebung der Maskenpflicht sei nun eine große Erleichterung: „Einige Kinder sehe ich nun zum ersten Mal ohne Maske, das ist schon komisch“, berichtet Trettin. In den vergangenen Jahren sei einiges zu kurz gekommen: „Bei den Kleinen geht viel über Mimik, über Blickkontakt, das fiel fast vollständig weg. Es ist aber sehr wichtig für die emotionale Bindung.“

Probleme habe es außerdem beim Sprachunterricht gegeben, so Trettin weiter: „Wir lehren Englisch und Russisch, außerdem Deutsch als Zweitsprache für Kinder mit Migrationshintergrund – beim Lernen einer fremden Sprache hilft es sehr, die Mundbewegungen zu sehen.“

Als nach und nach ein fast normaler Schulalltag möglich geworden war, sei das zunächst ungewohnt gewesen, erinnert sie sich: „Wir konnten endlich wieder den Schulhof freigegeben, das hat einige Kinder verunsichert und sie haben gefragt: ,Dürfen wir jetzt wirklich überall hingehen, wo wir wollen?‘ Es kam danach eine Weile lang vermehrt zu Streitigkeiten, weil es die Kinder nicht mehr gewohnt waren, sich mit anderen auseinanderzusetzen. Inzwischen hat sich das zum Glück wieder normalisiert.“

Weil lange keine Projekte und Veranstaltungen umgesetzt werden konnten, holen die Lehrkräfte das nun nach: Mit der Ule Umwelt-Lernwerkstatt aus Bremen waren die Schüler kürzlich am Ellisee. „Sie haben dort Tiere gesucht und erforscht, außerdem eine Wanderung unternommen“, berichtet Schulleiterin Doris Trettin. Für Juni sei eine Theateraufführung geplant, im September folge ein Trommelworkshop.

Und hat die „Happy Painting“-Technik die Kinder glücklich gemacht? „Auf jeden Fall. Sie waren begeistert und wollten den Pinsel nicht mehr aus der Hand legen“, freut sich Schulleiterin Doris Trettin. Sie glaubt, dass die Schülerinnen und Schüler lange Freude an ihrem Kunstwerk haben werden: „Sie können dort ständig Neues entdecken und kommen dabei ins Gespräch.“

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