Gründerin kehrt zum „Cato“ zurück / Neue Chefin will neue Lernkultur fördern

Statt Kompch leitet bald Keiten die Stadtwaldschule

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Ulrike Kompch (links) gibt zum Schuljahreswechsel im Sommer die Leitung der Stadtwaldschule an Anja Keiten ab.

Achim - Ulrike Kompch, die seit der Gründung 2010 die Achimer Stadtwaldschule leitet, gibt ihr „Baby“ ab. Die Oberstudienrätin kehrt im September an das Cato-Bontjes-van-Beek-Gymnasium zurück, weil ihre Beurlaubung aus dem Beamtenverhältnis für die Führungsaufgabe an der privaten Einrichtung in diesem Sommer ausläuft. Neue Leiterin an der Stadtwaldschule wird Anja Keiten aus Schneverdingen.

Sie übergebe das „Kleinkind“ nun in die Hände einer „Pflegemutter, die ich mir besser nicht hätte wünschen können“, sagte Kompch beim Pressetermin gestern mit Blick auf ihre Nachfolgerin. Keiten werde der Stadtwaldschule ihre persönliche und pädagogische Note verleihen und mit Herz und Verstand das Begonnene weiterführen.

Die Jahre an der Grundschule und Integrierten Gesamtschule (IGS) mit den Klassenstufen eins bis zehn in einem früheren Kasernengebäude am Stadtwald seien „beglückend, ermutigend und wahnsinnig anstrengend“ gewesen, bilanziert Kompch. „Das Gründungsteam musste erleben, dass man uns jahrelang belächelte, nicht wirklich ernst nahm, und viele Stimmen verstummten erst bei der staatlichen Anerkennung im Jahr 2013.“

Statt der 49-jährigen Ulrike Kompch, die jahrelang parallel am „Cato“ und an der Stadtwaldschule tätig war und von der Landesschulbehörde nur für das laufende Schuljahr eine komplette Freistellung für den Chefposten erhielt, hat vom neuen Schuljahr an also Anja Keiten (50) an der Steuben-Allee 7 das Sagen. Die aus Vechta stammende Mutter von drei erwachsenen Kindern, die mit ihrem Mann in Schneverdingen lebt, bringt viel Erfahrung aus dem Gesamtschulbereich mit.

13 Jahre arbeitete die Studienrätin mit den Unterrichtsfächern Chemie und Deutsch an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Schneverdingen, seit gut einem Jahr ist sie an der KGS Schwarmstedt beschäftigt. „Beides sehr große Schulen im Heidekreis“, sagt Keiten, die sich vor Ort auch politisch engagiert und für die Grünen dem Rat der Stadt Schneverdingen angehört. „Es war nun mein Wunsch, an eine kleine Schule zu gehen, die eine neue Lernkultur lebt und sich durch eine andere Unterrichtsform auszeichnet.“

An der Stadtwaldschule kümmern sich 21 Lernbegleiter, also Lehrkräfte, um 90 Schülerinnen und Schüler. In einer Klasse sind höchstens 15 Pennäler.

Es liege ihr am Herzen, den unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler gerechter zu werden, „was nur durch mehr Freiraum für individuelle Entwicklung möglich wird“, betonte Keiten beim Pressegespräch. Es sei besser, in Projekten statt in Fächern zu unterrichten. „Das fördert das vernetzte Denken. Nur so kann man die Komplexität der Welt verstehen.“

Die 50-Jährige, die als Mediatorin an der KGS Schneverdingen 400 Jugendliche zu Konfliktlotsen und Paten ausbildete und auch Fachkraft für Arbeitssicherheit ist, befasst sich nach eigenen Angaben intensiv mit neuen Lernformen, wobei sie das schwedische Schulsystem als vorbildlich ansieht. „Alle profitieren davon, wenn eine Schule neben einer guten fachlichen Ausbildung auch die ganzheitliche Persönlichkeitsbildung praktiziert, etwa soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit“, ist Anja Keiten überzeugt.

mm

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