Engagierter Kommunalpolitiker verstorben

Große Trauer um Karlheinz Gerhold

Karlheinz Gerhold .

Achim - Große Trauer um Karlheinz Gerhold: Mit dem 57-Jährigen verstarb am 27. Mai nach längerer schwerer Krankheit einer der bekanntesten und engagiertesten Achimer Kommunalpolitiker.

Nicht weniger ein Begriff war Gerhold als erster Vorsitzender der „Geschichtswerkstatt Achim“, die er selber vor 30 Jahren maßgeblich mit gegründet hatte. Viele Publikationen, Vorträge, Exkursionen und Veranstaltungen wurden von ihm geprägt. Beruflich war Gerhold Leiter der Außenstelle Bremen der Norddeutschen Akademie für Finanzen und Steuerrecht Hamburg sowie Dozent für Ertragssteuerrecht.

Von 1977 bis 1993 Zweiter Vorsitzender der „Schachfreunde Achim“, von 1980 bis 1987 Vorsitzender des Stadtjugendrings und seit 1995 Stadtarchiv-Pfleger – das waren weitere seiner ehrenamtlichen Tätigkeitsfelder.

Schon mit 20 Jahren trat der aus einem sozialdemokratischen Elternhaus stammende Gerhold in die SPD ein. Er bekleidete unterschiedlichste Funktionen und Ämter im Ortsverband Achim und war über 25 Jahre stellvertretender Vorsitzender des SPD-Distrikts Baden. „Anlass meines Beitritts war die Sorge vor einem Wiedererstarken rechtsextremer Parteien“, erinnert er sich auf seiner Homepage. Daneben lag ihm stets der Einsatz für soziale Gerechtigkeit am Herzen.

Seit 1987 gehörte er dem Achimer Stadtrat an und widmete sich besonders der Finanz- und Kulturpolitik. Seit 2011 war er Vorsitzender des Finanzausschusses, von 2006 bis 2011 auch Kreistagsabgeordneter und seit 2003 Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Achim. „Ein Haushalt ohne Gerhold, das ging gar nicht“, betont SPD-Fraktionschef Herfried Meyer. Die beruflichen Finanz-Fachkenntnisse des Badeners kamen hier besonders zum Tragen. Zwecks Nachhilfe bei Steuerfragen war er auch in den neuen Bundesländern unterwegs.

Fürsprecher des Kasch-Kulturhauses von Beginn an, Bereitstellung der Clüverhaus-Räume für beide Achimer Geschichtsvereine, Idee zum Stadtwalderhalt-Verein und natürlich den enormen Anteil an der Vorbereitung des Ortsjubiläums „1 000 Jahre Baden“, bei dem Gerhold den Spruch „Mehr Baden geht nicht“ prägte – die von Herfried Meyer aufgeführte Verdienstliste scheint unerschöpflich. All seine Aktivitäten habe Gerhold aber unter einen Hut bringen können, weil er einfach „perfekt organisiert“ gewesen sei.

Trotz all des Einsatzes wirkte er aber nie verbissen und war in seiner freundlichen Art gern auch zum Scherzen aufgelegt. Legendär ist zudem Gerhold riesige Sammlung historischer Postkarten. Auch dieser Zeitung stellte er immer wieder einige zur Veröffentlichung zu Verfügung und schrieb Artikel über lokalgeschichtiche Themen – speziell jeweils zum Jahrerwechsel.

„. . . und vielleicht hinterlässt man ja dadurch auch einige Spuren im Sand der Geschichte“, wünschte er sich zusammenfassend auf seiner Homepage. Das ist Karlheinz Gerhold mit Sicherheit gelungen. „Sein Tod reißt eine Lücke, die kaum zu schließen ist“, finden nicht nur die Freunde von der „Geschichtswerkstatt“. Die SPD werde ihn als freundlichen, begeisterungsfähigen Menschen, aber auch das von ihm eingebrachte Fachwissen sehr vermissen, so Herfried Meyer. Und ncoh viele andere iele andere trauern gemeinsam mit seiner Familie. - la

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