Bürgermeister Sieling sendet Videobotschaft 

„Große Chancen, wenn Achim und Bremen kooperieren“

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Thomas Köster bei seiner Dankesrede. 

Achim - Die Verhandlungen über eine große Koalition in Berlin, die länger als geplant dauerten, wirkten sich bis nach Achim aus. Bremens Bürgermeister Carsten Sieling, der für die SPD mit am Fingerhakeln mit der Union beteiligt war, sagte seine Rede beim Wirtschaftsforum in der kleinen Weserstadt ab. Immerhin sandte der Regierungschef des benachbarten Bundeslandes am Mittwochabend eine Videobotschaft aus der Hauptstadt in das mit geladenen Gästen prall gefüllte Foyer der Kreissparkasse.

„Wir haben große Chancen, wenn Bremen und Achim zusammenarbeiten“, betonte Sieling. Er stehe hinter dem Vorhaben „Achim-West“ und er sei auch für die Ansiedlung von Amazon in Achim, versicherte er dem Publikum, das dafür dankbar applaudierte.

Ekkehart Siering, Bremer Staatsrat und Vertreter des Senators für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, der kurzfristig anstelle des Fast-Namensvetters Sieling die Festrede beim Achimer Wirtschaftsforum übernahm, konkretisierte die Aussagen „seines“ Bürgermeisters. Er sprach von einer „vertrauensvollen Zusammenarbeit“ mit Achim, und die brummende Konjunktur biete Chancen für die ganze Region, etwa in Form von neuen Arbeitsplätzen. „Wir profitieren wechselseitig, wenn sich Unternehmen hier ansiedeln“, äußerte Siering. „Es ist uns lieber, wenn Amazon nach Achim kommt und nicht 100 Kilometer weiter geht“, erläuterte er.

Der temperamentvoll auftretende Staatsrat berichtete auch von „ersten Ergebnissen zum volkswirtschaftlichen Nutzen“ des geplanten Gewerbegebiets Achim-West samt neuer Autobahn-Anschlussstelle, die „optimistisch stimmten“. Bremen werde sich an diesem Vorhaben auf jeden Fall finanziell beteiligen, allein die Größenordnung sei noch offen.

Die Beteiligten arbeiteten am „kommunalen Schulterschluss“ zwischen Achim und Bremen, verkündete Achims Bürgermeister Rainer Ditzfeld. Beim Projekt „Achim-West“ würden „neue, gemeinsame Wege“ beschritten, „vor allem zur Verkehrsentlastung“ beiderseits der Landesgrenze. Das Stadtoberhaupt dankte den versammelten Unternehmern für ihr „vielfältiges Engagement“ und die „erheblichen Investitionen“ am „wachsenden Standort Achim“.

Der Bremer Staatsrat Ekkehart Siering hielt beim Achimer Wirtschaftsforum die Festrede.

„Achim steht wirtschaftlich sehr gut da“, unterstrich Matthias Knak, Vorstand der Kreissparkasse Verden, vor den Firmenchefs, der Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth, Landrat Peter Bohlmann, Achims Ehrenbürgermeister Christoph Rippich, dessen Amtsnachfolger Uwe Kellner und weiteren Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Neubau des Geldinstituts am Schmiedeberg sei nun beschlossene Sache. „Vor wenigen Tagen haben wir den Antrag für die Baugenehmigung beim Landkreis abgegeben“, informierte Knak. Dennoch werde die neue Sparkasse nicht vor 2020 eingeweiht werden.

Das Wirtschaftsforum und die damit verbundene Kür des „Achimer Unternehmers des Jahres“ wird also bis auf weiteres noch im Altbau in der Fußgängerzone über die Bühne gehen. Die mit Vertretern des öffentlichen Lebens besetzte Jury habe auch diesmal eine gute Wahl getroffen, meinte Karl-Heinz Freitag, Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats, der die Veranstaltung zusammen mit der Stadt und der Kreissparkasse auf die Beine stellt.

Preisträger als Vorbilder

Die Preisträger sollten eine Vorbildfunktion ausüben, vielen Auszubildenden den Sprung in das Berufsleben ermöglichen und außergewöhnliches soziales Verhalten zeigen, benannte Freitags Mitstreiterin Birgit Strittmatter die Anforderungen. „Und auch das Lebenswerk wird mit der Wahl gewürdigt.“

Die Zwillingsbrüder Thomas und Torsten Köster erfüllten all diese Kriterien, urteilte Henning Struckmann, Regionalleiter bei der Sparkasse. In vorbildlicher Weise stellten die Chefs von „Köster Bedachung“, die sich in ihrer Freizeit bei der Feuerwehr engagieren, auch Mitarbeiter für Alarmfälle frei. Trotz zwischenzeitlicher existenzbedrohender Lage des Betriebs und persönlicher Schicksalsschläge gingen die Köster-Zwillinge geradlinig ihren Weg und verkörperten ein „Handwerk, auf das wir stolz sein können“, stellte der Laudator unter großem Beifall im Saal fest.

Die Hochgelobten bedankten sich besonders bei ihren Frauen und den Mitarbeitern für ihren Einsatz. „Unser Herz schlägt für das Dachdecker-Handwerk“, bekannten sie und warben um Nachwuchs für die Branche. In Zeiten der Diskussion um die Amazon-Ansiedlung gab Thomas Köster den von Schülern der Kreismusikschule unter Leitung von Dieter Meyer schwungvoll unterhaltenen Besuchern noch eine wirtschaftspolitische Botschaft mit auf den Nachhauseweg: „Achim sollte auf den Mittelstand bauen.“ 

mm

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