Große Achimer Gasunie-Station bewältigt 4,4 Millionen Kubikmeter – pro Stunde

„Dies hier ist das Bremer Kreuz des Erdgastransports“

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Klaus Holstein, Leiter der großen Achimer Gasunie-Gasverdichtungsstation (rechts), erläutert hier den Besuchern des Embser Ortsausschusses samt Bürgermeister Ditzfeld, Verwaltungs- und Firmenvertretern die Abteilungen auf dem Gelände.

Achim - Bis zu 4,4 Millionen Kubikmeter Erdgas stündlich fließen durch die große Gasunie-Verdichter- und Messstation in Achim und von hier weiter in alle Himmelsrichtungen. Zum Vergleich: In einem Einfamilienhaus werden rund 3000 Kubikmeter jährlich verbraucht. Die größten Rohre der Station haben 1,20 Meter Durchmesser.

Damit ist diese Anlage auf einer Gesamtfläche von fast vier Hektar zentraler Knotenpunkt in Norddeutschland – ein „Bremer Kreuz des Erdgastransports“ eben. Gasunie-Pressesprecher Philipp von Bergmann-Korn wählte vor einer Besuchergruppe diese Bezeichnung. Auch der Standort sei folgerichtig, denn der Landkreis Verden liege ziemlich zentral in Norddeutschland.

Der Ortsausschuss Embsen samt seines Vorsitzenden Joachim Schweers hatte sich zuvor beim geführten Rundgang näher über die durch Eingangs-Kameras und andere Vorkehrungen stark gesicherte Station informiert. Zu etlichen Industriekunden, aber auch kommunalen Abnehmern wie Stadtwerken führen die Leitungen vom Knotenpunkt Achim ¨bis hinunter nach Bielefeld und ins Ruhrgebiet, hinauf nach Hamburg und Dänemark, nach Berlin, in die Niederlande, nach Frankreich und an andere Ziele.

Im Oktober 2014 war alles als „Ready for Operation“ – also bereit zum Betrieb – gemeldet.

Die Anlage steht seitdem „komplett unter Gas“, wie es im Techniker-Jargon heißt. Einschließlich der neuen Mess-, Brenngas- und der übrigen Gebäude seien hier seit 2011 um die 120 Millionen Euro verbaut worden, so der Gasunie-Pressesprecher.

In regelmäßigen Abständen führen die Rohre über weitere, kleinere Verdichterstationen. Die nächste steht in Etelsen.

Nur zehn Fachkräfte sind in den Räumen am Standort Achim tätig. Chef ist hier seit Anfang April Klaus Holstein, der eine von zwei Besuchergruppe über das Gelände sowie in die Mess- und Verdichterräume mit riesigen Turbinen führte.

Die Station läuft weitgehend vollautomatisch und wird von einer rund um die Uhr besetzten Leitzentrale in Schneiderburg gesteuert. Örtliche Kräfte überwachen in Achim vor allem auf Bildschirmen eingehende Messwerte oder sind mit Instandhaltungsaufgaben beschäftigt. Insgesamt fallen etwa 400 Meter Pipeline in die Zuständigkeit dieser Station. Insgesamt verfügt „Gasunie“ über ein 3600 Kilometer-Leitungsnetz und beschäftigt 250 Mitarbeiter.

Größere Störungen im Betrieb habe es bisher nicht gegeben, erfuhren die Achimer Besucher.

Die niederländische Gasunie GmbH mit Verwaltungszentrale in Hannover ist eine reine Erdgas-Transportfirma und nicht an Produktion und Förderung beteiligt. Das Gas wird vor allem aus Russland, aber ebenso aus Norwegen, den Niederlanden, Großbritannien, aus dänischen und auch aus deutschen Quellen zum Weitertransport übernommen.

In Achim geht es in der Regel darum, den hohen Druck aus Anlieferleitungen herunterzufahren, bevor das Gas weiter an seine Bestimmungsorte fließt. Bei erhöhtem Bedarf werden aber auch die in Bar gemessenen Druckwerte erhöht, damit schneller mehr durch die Rohre strömt.

Auf die Frage nach Sicherheit etwa gegen Terroranschläge verwiesen Gasunie-Vertreter erstens auf die stringenten Eingangskontrollen und auch darauf, dass die Anlage im Krisenfall relativ schnell herunterzufahren sei. Feuerschutz- und Behandlungsräume gibt es ebenfalls auf dem Gelände.

la

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