Größte Wertschätzung für den nun pensionierten Schulleiter Ulrich Hennies

Ein höchst gelassener Chef

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Ulrich Hennies, (Mitte) zwischen Ehefrau Christina und Dezernent Jörg Rokitta, verlässt die Paulsbergschule.

Achim - Wohl selten stimmen alle in der Beurteilung eines Menschen so überein wie bei dem gestern verabschiedeten Leiter der Paulsbergschule Ulrich Hennies: Ob Schüler, Eltern und Kolleginnen im produzierten Filmchen oder Festredner, alle sagten, der 67-Jährige sei ungemein gelassen, freundlich und kompetent. Und er habe sich nie in den Vordergrund gespielt.

Der Schuldezernent des Landes Jörg Rokitta packte das in die Worte: „Die Schule war Ihre Bühne, die Zufriedenheit des Publikums Ihre Aufgabe. Sie suchten aber nie Glitzer und Glamour. Souveränität, Gelassenheit, Verlässlichkeit, Fachlichkeit und pädagogische Kompetenz waren Ihre Markenzeichen.“

Aber auch die vielen Interviews, die Worte der Vertreterin Imke Sagemann und die mit viel Engagement produzierte Film- und Powerpoint-Produktion, zeitweise unterlegt mit dramatischer Musik Puccinis, zeigten die große Wertschätzung, die diesem Schulleiter entgegengebracht wird.

Nach dem Studium für das Lehramt an der Hochschule Hannover in den Fächern Mathematik, Kunst und Biologie und dem Ersten Staatsexamen sollte er in seiner 40-jährigen Schullaufbahn an sieben Stationen gelangen, unter anderem für fünf Jahre an eine deutsche Schule in Portugal und als Leiter einer deutschen Schule in Toulouse. Über Bendingbostel, wo er seine Frau Christina kennenlernte, und Bassen erreichte er am 1. August 1998 die Paulsbergschule in Achim.

Meilensteine der Ära Hennies an der Paulsbergschule sollten dann werden die altersgemischte Eingangsstufe, die Zusammenarbeit auch bei der vorschulischen Sprachförderung mit den Kindergärten und die Integration beziehungsweise Inklusion behinderter Kinder.

Gelassenheit, Unaufgeregtheit und Humor legte der Schulleiter auch an den Tag bei der Vielzahl der sich ändernden Erlasse, Verordnungen, Handreichungen und ähnlichem.

Ulrich Hennies war einer von zwei Männern im Kollegium der Paulsbergschule und lässt den Kollegen nun alleine, und war, wie Bürgermeister Rainer Ditzfeld gestern sagte, der letzte männliche Leiter einer Grundschule in Achim.

Der frisch gebackene Pensionär machte wie gewohnt gestern kein Aufhebens um seine Person, erwähnte, dass er beim Antritt seiner Schulleiterstelle in Bendingbostel vom Vorgesetzten gehört hätte: „Sie sind der Motor eines heiklen Völkchens.“

Das Kollegium an der Paulsbergschule hingegen sei überhaupt kein heikles Völkchen. Die Zusammenarbeit mit ihm habe Freude gemacht, und es brauche keinen Motor, sondern eher eine Bremse. Hennies zitierte ein fachliches Urteil der Schulinspektion über die Paulsbergschule: „Das ist keine Konzeptschule, sondern eine Konsensschule.“ Das spürte man auch bei dieser Abschiedsfeier.

Wie von uns berichtet, übernimmt Philine Myburgh nun am 1. August die Schulleitung.

mb

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