Grünes Licht für neue Nutzung der Ex-JVA

Größeres Gericht geht ins leerstehende Gefängnis

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Der lange Leerstand der Achimer Justizvollzugsanstalt ist beendet. Sie wird umgebaut zu einem Erweiterungsbau des angrenzenden Amtsgerichtes.

Achim - Von Manfred Brodt. Das ist eine nach vielen Jahren kaum noch erwartete Nachricht: Das seit Ende 2012 leerstehende Achimer Gefängnis hinter dem Amtsgericht und neben dem Baum-Parkplatz kann zukünftig als Erweiterungsbau des Achimer Amtsgerichtes genutzt werden. Das Land Niedersachsen hat nun auf allen Ebenen „grünes Licht“ gegeben, wie die Achimer Amtsgerichtsdirektorin Sabine Reinicke freudig mitteilt.

Schon zum Ende des letzten Jahrtausends, als sich das Ende der Achimer Justizvollzugsanstalt für „leichtere Fälle“ irgendwann einmal abzeichnete, waren Pläne, hier das Amtsgericht zu erweitern, gehandelt worden. In einem Architektenwettbewerb war sogar das Modell eines Amtsgerichts-Neubaus schon entwickelt worden. Doch aus all diesen Plänen wurde weder unter einer rot noch schwarz geführten Landesregierung etwas, obwohl das Gebäude nach der planbaren Fertigstellung der Justizvollzugsanstalt Bremervörde seit Dezember 2012 leersteht.

Das Land hatte stattdessen das alte Rathaus im Rathauspark und das alte Tiefbauamt als Nebenstelle angemietet und bezahlt bis heute der Stadt dafür eine ordentliche Miete.

Statt der Gerichtserweiterung im Gefängnisgebäude rückte bei der Stadt für das ungenutzte Bauwerk in den Vordergrund, es abreißen zu lassen und dort einen Neubau zu errichten, der dem Gericht mehr Fläche, Achim aber vor allem zusammen mit einem weiteren Bau auf dem Baum-Parkplatz mehr Geschäfte in der City bieten sollte.

Gebäude unter Denkmalschutz

Dann allerdings hatten die Achimer Stadtplaner nach Jahren erst festgestellt, dass das Mitte des 19. Jahrhunderts bei Einführung der Gewaltenteilung im Königreich Hannover errichtete Gerichts-und-Gefängnis-Gebäude unter Denkmalschutz steht, weil es in seiner Art das letzte noch original vorhandene Gesamtensemble von Gefängnis und Gericht ist und Zeugnis von der typisch hannoverschen Bauweise ablegt. Ein Schlag vom Denkmalschutz für die Achimer Stadtverwaltung unter ihrem Bürgermeister Kellner und alle Planer eines Achimer Einkaufszentrums.

Nun ist der Knoten geplatzt zugunsten des Achimer Amtsgerichtes, das mit seinen 43 Beschäftigten und seinen Gerichtsfällen aus dem Nordteil des Kreises Verden für das Mittelzentrum Achim von eminenter Wichtigkeit ist.

Nach einer positiven Entscheidung des niedersächsischen Justizministeriums im Frühjahr hat das Land nun auch die haushaltsrechtlichen, also finanziellen Voraussetzungen geschaffen und 530.000 Euro für Sanierung und Umbau bereitgestellt. Zusammen mit dem Staatlichen Baumanagement Weser-Leine, das am Montag in Achim war, und der Denkmalschutzbehörde können noch in diesem Jahr die konkreten Planungen und nächstes Jahr die Bauarbeiten beginnen. Wie uns Peter Bröker, der Leiter des Staatlichen Baumanagements, sagt, werden für das Gericht Diensträume und Archivfläche geschaffen. Auch eine Zelle soll als Mini-Museum erhalten bleiben.

Neuer Bau ersetzt alte Nebenstellen

Mit dem neuen Erweiterungsbau im Ex-Gefängnis wird das Amtsgericht seine Nebenstelle im alten Rathaus und Tiefbauamt im Rathauspark aufgeben. Hier wird der Stadtrat dann die Weichen neu stellen müssen.

Nicht nur die Achimer Amtsgerichtsdirektorin wird glücklich sein, die feststellt: „Die Baumaßnahme ist nicht nur ein gutes Signal für den Gerichtsstandort Achim. Sie wird auch zu einer verbesserten Arbeitssituation und Ablauforganisation innerhalb des Gerichtsbetriebs führen. Das Amtsgericht Achim geht damit einen weiteren großen Schritt hin zu einer bürgernahen Justiz.“

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