Theaterstück und Workshops zeigen Teenagern Gefahren von Rauschmitteln auf

Griff zur Flasche ist keine Lösung

„Wilder Panther, Keks!“ führte das Theater Sehnsucht im Kasch für Siebt- und Achtklässler auf. Foto: mix

Achim - Von Michael Mix. „Bei einigen geht es bereits mit 13, 14 los, bei manchen sogar noch eher, da trinken die ersten schon Bier und Sekt“, weiß Daniela Papazoglu von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Verden. Ein, zwei Lebensjahre später griffen Jugendliche gerne nach Wodka und anderen „harten Sachen“, mit nicht selten fatalen Folgen. „Dann kann es schnell zum Vollrausch und zu einer Alkoholvergiftung kommen“, warnt die Expertin, und natürlich gebe es auch Heranwachsende, die illegale Drogen konsumieren. Kurzum: Vorbeugung sollte schon frühzeitig beginnen.

Papazoglu, die ehrenamtlich die Arbeitsgruppe Sucht des Achimer Präventionsrates leitet, und dessen Geschäftsführerin Tanja Werhan legten sich entsprechend ins Zeug. „Wir haben schon vergangenes Jahr mit der Planung für Aktionstage begonnen“, berichten sie. Herausgekommen sind eine aufrüttelnde Theateraufführung und Workshops für die siebten Klassen der Liesel-Anspacher-Schule und den achten Jahrgang der Realschule.

„Wilder Panther, Keks!“, so der Name des Stücks des Vereins „Keine Macht den Drogen“ in Kooperation mit dem Theater Sehnsucht bekamen die Schülerinnen und Schüler am Mittwoch im Kasch-Saal zu sehen. Passenderweise in der bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien mit der jahrelang selbst an der Flasche hängenden Schauspielerin Katrin Sass als Schirmherrin.

Das Stück erzählt vom Leben des pubertierenden Teenagers Max, der völlig am Ende ist und keinen Ausweg mehr weiß. Max´ Leben ist aus den Fugen geraten: Freundin weg, Eltern doof, von der Schule geflogen. Sein Lebensweg ist dabei inzwischen vom Alkohol- und Tablettenkonsum geprägt.

Regisseur Fred Buchalski vom Theater Sehnsucht hat selber Suchterfahrungen durchlebt, von denen er den Teenagern aus den beiden Schulen im Zuge der Aufarbeitung des Theaterstücks an zwei Vormittagen klassenweise erzählte. Und selbstverständlich auch davon, welch zerstörerisches Werk die Drogen bei ihm in Gang setzten.

„Es ist ein Vorteil, wenn jemand authentisch berichten kann“, merkt Daniela Papazoglu an. „Wenn es emotional wird, bleibt bei Jugendlichen mehr hängen.“

Ein „Mehrwert“, den es zu bezahlen galt. „Die Schüler aus den zwei siebten Klassen der Liesel-Anspacher-Schule und den fünf achten Klassen der Realschule hatten jeweils 4,25 Euro Eigenbeitrag zu entrichten“, informiert Tanja Werhan. Aber auch eine Spende in Höhe von 500 Euro des Friseursalons „Simon und Sohn“ habe es ermöglicht, das Theater und die anschließenden Workshops zu veranstalten. Dazu seien noch Geldes des Präventionsrates gekommen.

Papazoglu und Werhan halten es für wichtig, junge Menschen über die Gefahren von Alkohol und anderen Rauschmitteln aufzuklären. „Uns ist es ein Anliegen, das Thema aus der Tabuzone zu holen.“

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