Narrenschiff im neuen Hafen

Karneval in Bierden: Greise werden zu Rappern und Zwerge proben den Aufstand

Déjà vú. Mit Rollatoren gekommen, als Rapper geendet.

Achim - Von Bernd Hägermann. Das Narrenschiff der Bierdener Jecken hat einen neuen Liegeplatz gefunden. Jahrzehntelang wurde regelmäßig an einer örtlichen Bühne festgemacht und von dort durch die Untiefen des Frohsinns geschippert. Am Samstag war alles anders. Die Narren wollten neue humoristische Gestade entdecken und Interessierte für die karnevalistische Sache anheuern - Von Bernd Hägermann. mit frischer Prise und einem kurzweiligen Programm.

Der Standortwechsel wurde vom Publikum honoriert. Der große Saal des Kulturhauses Alter Schützenhof (Kasch) war schon eine Woche vor Veranstaltungsbeginn ausverkauft. Sehr zu Freude des närrischen Volkes mit dem Prinzenpaar Larne Sprenger und Jasmin Braunschweig an der Spitze. Moderiert wurde der Abend von Volker Clausen und Klaas Tucholke.

Zwerge werden zu riesigen Spaßmachern.

Die Bierdener Narren hatten bei der Kostümierung kaum Mühen gescheut. Dabei waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Auf dem Saal tummelten sich sehr lebendige Kreaturen, allerlei Getier, Schlümpfe und Comichelden, medizinisches Personal, Punks, Untote, Rasta-Lockenträger, Indianer, Cowboys, Besucher aus südlichen oder himmlischen Sphären, sowie Ordnungshüter und Ganoven. Sogar die Blues Brothers wurden gesichtet.

Die Karnevalsparty begann mit dem Einmarsch des Prinzenpaares, das von der Garde eskortiert wurde. Auf der Bühne verkündeten Larne I. und Jasmin I. in gereimter Form ihr närrisches Statement, danach stand ein erster Programmhöhepunkt bevor: Beim Auftritt der Prinzengarde kam der Saal des Kasch erstmals in Wallung. Die Damenriege überzeugte mit lebendiger Choreografie und rhythmischem Gleichklang.

Wohl dem, der so eine Garde hat.

Zur selben Zeit wie in Achim wurde auch in Riede Karneval gefeiert. Eine tänzerische Abordnung von dort, „Die Hupfdohlen“, heizten kräftig ein, um sich danach flugs wieder nach Riede chauffieren zu lassen. Gegen den zeitlichen Stress gab es von den Bierdener Kollegen ein Gläschen Sekt. Den übrigens verdienten sich alle Bühnenakteure.

Ganz besondern nötig hatten den Schampus die Mitglieder von „Déjà vú“. Die waren plötzlich um Jahrzehnte gealtert und schleppten sich gestützt auf Rollator oder Gehstock mit gekrümmtem Rücken und betont klapprig zur Bühne. Dort dann die Verwandlung. Die Greise mutierten zu Rappern, die Beine und Arme schwangen. Als die Musik verklungen war, griff das Alter wieder unbarmherzig zu. Damit hatte der „Zwergenaufstand“ weniger zu kämpfen. Die Winzlinge präsentierten sich gut gelaunt und frei von Koordinationsschwächen. Das galt gleichermaßen für das Besenballett. Die Klamauk-Truppe glänzte auf ganzer Linie und leitete über zum Einmarsch aller Mitwirkenden. Danach nahm die Party für alle richtig Fahrt auf.

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