Was Gratis-Erdnüsse so mit sich bringen

Kabarett-Duo „Die Feisten“ zeigt sich in Hochform 

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Nach 15 Jahren mal wieder in Achim: Matthias Zeh und Rainer Schacht zeigten sich dabei als „Die Feisten“ kabarettistisch, stimmlich und musikalisch voll auf der Höhe. 

Achim - „Die Feisten“ gehören zu den Besten, wenn es darum geht, guten Gesang mit kabarettistischen Elementen zu kombinieren. Ihnen gelingt das auf minimalistische Art. Jetzt wieder einmal in Achim. Zu Gast waren „Die Feisten“ im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch). Matthias Zeh und Rainer Schacht lockten mit ihrer „Zwei-Mann-Song-Comedy“ viele Zuhörer in den Blauen Saal.

Völlig zu recht. Denn das Duo unterscheidet sich grundlegend und qualitativ in der Art, bisweilen bitterböse Texte vorzutragen. Es ist stimmlich, mimisch und instrumental auf der Höhe. Zum Beispiel wenn es in einer Schlager-Parodie dem Jungen mit der Mundharmonika die Flötentöne beibringt oder dem Stern von Mykonos seine Leuchtkraft nimmt.

In Achim spielte das Duo Stücke aus seiner aktuellen Live-CD, die den Titel „Nussschüsselblues“ trägt. Thematisiert werden darin unter anderem die hygienischen Unwägbarkeiten von Gratis-Erdnüssen, die viele sich im Vorbeigehen greifen. Genau darin liegt das Problem. „Die Feisten“ schmücken genussvoll Horror-Szenarien aus, in denen Krankheitserreger und ihre Wirte eine nicht ganz unwesentliche Rolle spielen.

Die Zuhörer im großen Saal des Kasch werden nach diesem Abend genau überlegen, ob es nicht ratsamer ist, Gratis-Nüsse künftig unbeachtet in der Schüssel liegen zu lassen. Textzeilen, in denen Streptokokken vorkommen, wollen so schnell nicht aus dem Kopf. Sollen andere zugreifen. Das könnte genauso gelten für die „Tofuwurst“ oder vielleicht sogar für „Die schönste Frau der Welt“.

„Die Feisten“ lassen den Tsunami der Liebe emotionale Ufergebiete fluten, üben sich im „Logopädentango“, lassen den „Tiger“ raus, pflücken „Gänseblümchen“ und vertonen eine nicht gerade neue Erkenntnis wie „Fussball-WM ist alle Jahre wieder“.

Das immerhin ist tröstlich, wenn die eigene Mannschaft das Turnier vergeigt. Denn bei Kickern und ihren Fans stirbt bekanntlich die Hoffnung zuletzt.

Währenddessen könnten Stammtischrunden ein „Kondomverbot“ diskutierten. „Die Feisten“ haben es längst getan.

Zuletzt waren Matthias Zeh und Rainer Schacht vor 15 Jahren in Achim. Seitdem ist viel passiert. Der eine (Zeh) lebt in Kassel, der andere in Mannheim („für Norddeutsche kurz vor Italien“). Weitere 15 Jahre will das Duo mit einem Auftritt in Achim nicht warten: „Das könnte eng werden.“

Es wäre schade drum. Denn nicht immer ist weniger mehr. 

 häg

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