Grandioser Grand-Jam-Abend im voll besetzten Kulturhaus Alter Schützenhof

Abi Wallenstein bluest sanft – das Publikum geht sofort mit

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Abi Wallenstein live und mit dem unverzichtbaren Hut im Kreise der Top-Musiker, die an diesem Abend seine Band bildeten. Sie zeigten im Laufe des Grand Jam aber auch ohne den Hamburger Bluesvater, was sie einzeln und gemeinsam drauf haben.

Achim - Ein extra aus Stuhr angereistes Ehepaar musste ebenso wieder umkehren wie einige andere, die sich kurzfristig zum Besuch des „Grand-Jam“-Abends mit dem ersten Gastspiel Abi Wallensteins im Kasch entschlossen hatten. Der große Saal war komplett ausverkauft.

Bassist Oliver Geselbracht, genannt Olli Gee, hatte als Gastgeber auch zur achten Veranstaltung dieser Art am Jahresende erneut mehrere erlesene Musiker eingeladen.

Christian Rannenberg (Piano), Mickey Neher (Schlagzeug), Gregor Hilden (Gitarre) und natürlich Michael van Warwyk (Akustikgitarre und Späße mit dem Publikum ) gestalteten den ersten Teil des Abends gemeinsam.

Nach der Pause stieß endlich der Vater der Hamburger Bluesszene mit hinzu, als der Abi Wallenstein oft bezeichnet wird. „Sechs Mal habe ich ihn eingeladen. Jetzt hat es doch noch geklappt“, freute sich Olli Gee.

Beim harmonischen Zusammenspiel der Instrumente gab jeder dem anderen auch Raum für eigene kreative Interpretationen, um dann gemeinsam das musikalische Thema wieder aufzugreifen und weiterzuentwickeln.

Das Publikum wurde von Anfang an mit einbezogen, und so entstand eine ganz besondere Atmosphäre. Neben Blues- und Slide-Stücken streute Michael von Warwyk „Hits aus meiner Jugendzeit“ wie „I was made for loving you“ von Kiss in ungewohnten Versionen ein. Es gab viel Szenenapplaus, und auch Mitklatschen oder -singen wurde begeistert praktiziert.

Abi Wallensteins im Open Tuning gestimmte Gitarren weisen acht Saiten auf, was zusammen mit seiner authentischen, rau-heiseren Blues-Stimme den besonderen Klang ausmacht.

Mit „Good Morning Blues“, „Shake your Boogie“, seinem ruhigen Arrangement von Creedence Clearwater Revivals „Long as I can see the light“ oder auch „Honky Tonk Woman“ riss er das Publikum sofort mit, und schnell gab es den einen großen mächtigen Chor im Saal.

„The Thrill is gone“ war natürlich dem kürzlich verstorbenen Blues-Giganten B.B. King gewidmet.

Mehr Power und Funkiness hätten sich zwar einige beim „Grand Jam 2015“ gewünscht, war zu hören. Am Ende aber gab es Standing Ovations des Publikums und dann natürlich die Zugaben. Mit „Good Night Irene, good night“ wurden alle sozusagen nach Hause und ins Bett entlassen.

Abi Wallenstein am Ende des Abends: „Ich bin sehr zufrieden, habe mit Topleuten musiziert, und mit dem lockeren Publikum hat es mächtig Spaß gemacht.“ Blues entstehe auch durch Interaktion mit den Zuhörenden. Dann bekämen die Songs richtig Leben, „und die Gefühle kommen rüber“.

hem/la

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