26-jähriger Oytener soll Cannabis verkauft haben

150 Gramm Gras im Grill

Achim/Oyten - Von Lisa Duncan. Rund 150 Gramm Cannabis fand die Polizei im April 2017 in einem Kugelgrill im Garten eines 26-jährigen Oyteners. Das Gras war in Tütchen verpackt, sodass die Beamten davon ausgehen konnten, dass es für den Verkauf vorbereitet worden war. Wegen Handelns mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge musste sich der 26-Jährige nun vor dem Schöffengericht in Achim verantworten.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe ein, doch statt sich vor Gericht zu äußern, verwies er auf seine bei der Polizei getätigte Aussage. Das Marihuana mit einem Wirkstoffgehalt von 7,5 Gramm THC habe der junge Mann, der seinen Lebensunterhalt mit SGB-II-Leistungen bestreitet, verkaufen wollen, um sich ein „Taschengeld“ zu verdienen.

Zuvor habe er es bei einem Dealer in Bremen zum Preis von 350 Euro erstanden, allerdings auf Kommission, das heißt, der Betrag war zu zahlen, sobald er darüber verfügt. Die Einzelportion, die zwischen 1,2 und 1,4 Gramm variiert, hätte er für jeweils zehn Euro weiterverkauft. Doch angeblich habe er die „Ware“ schwer wegbekommen, weil es sich um minderwertige Qualität gehandelt hätte. Dies habe er nur von Kunden gehört, sagte der junge Mann, der angab, selbst nicht zu kiffen. Aufgeflogen war sein „Nebenjob“ laut Polizei durch einen anonymen Hinweis.

Der Angeklagte ist bereits mehrfach wegen kleinerer Delikte vorbestraft, einmal auch einschlägig: Wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz hatte er 2014 eine Jugendstrafe von einem Jahr und vier Monaten erhalten. Zuletzt war er im September 2016 wegen Betrugs verurteilt worden. Zudem hat er 10 000 bis 15 000 Euro Schulden, ist nicht erwerbstätig und hat keinen Beruf erlernt.

Nach Beratung mit den Laienrichtern verhängte Richter Andreas Minge – dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgend – eine Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels. Der Angeklagte sei einschlägig vorbestraft, auch liege seine letzte Verurteilung bis zur Entdeckung des Cannabisvorrats im Garten nicht allzulange zurück.

Ob es sich, vom Wirkstoffgehalt aus betrachtet, um eine geringe Menge handelte, falle nicht ins Gewicht, weil der Angeklagte ohne Zweifel Handel mit der „weichen Droge“ getrieben habe. „Das mag in Bremen so diskutiert werden, aber der Handel mit Betäubungsmitteln ist dennoch gesetzlich verboten“, so Minge. Dass der Mann auf der Anklagebank kein „hartgesottener Drogendealer“ sei, nehme er ihm trotzdem ab.

Schließlich erhielt der 26-Jährige noch einmal eine Bewährungsstrafe, allerdings mit einer Bewährungszeit von vier Jahren. Außerdem wird ihm ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt und er muss 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. „Vielleicht ergibt sich daraus ja auch ein Beschäftigungsverhältnis“, so der Richter. Zudem muss er er 350 Euro in Raten an einen Verein für Opfer von Drogenkonsum zahlen.

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Leipzig und Augsburg mit Mühe im Pokal weiter

Leipzig und Augsburg mit Mühe im Pokal weiter

Flutkatastrophe in Indien trifft Hunderttausende

Flutkatastrophe in Indien trifft Hunderttausende

Syker Gourmetfestival

Syker Gourmetfestival

Weyher Ortsschildlauf

Weyher Ortsschildlauf

Meistgelesene Artikel

„Neues Konzept geht auf“

„Neues Konzept geht auf“

18. Fest und viele Fährgäste

18. Fest und viele Fährgäste

Riede knapp vor Oyten und Achim auf dem Kreisfeuerwehrtag

Riede knapp vor Oyten und Achim auf dem Kreisfeuerwehrtag

Verfolgungsjagd durch die Verdener Innenstadt endet mit Kollision 

Verfolgungsjagd durch die Verdener Innenstadt endet mit Kollision 

Kommentare