40 Beanstandungen

Grabsteinkontrolle: Nur wenige wackeln

Harald Kuschfeldt (links) und Jochen Asendorf testen auf dem Badener Friedhof die Standfestigkeit der Grabsteine. - Foto: ubu

Achim - Von Ulf Buschmann. Das war schon einmal schlimmer. Ganze 40 Beanstandungen bei 1800 Überprüfungen hat es in diesem Jahr gegeben. Das ist die Bilanz der Stadt Achim nach der Routine-Überprüfung der Standfestigkeit auf den kommunalen Friedhöfen. Und die Mängel würden bereits beseitigt, sagt Gisela Dunker, bei der Stadt für alle Angelegenheiten rund um Gräber und Co. zuständig.

Vorarbeiter Marcus Bandowski sowie seine beiden Kollegen Harald Kuschfeldt und Jochen Asendorf vom städtischen Bauhof Achim waren auf den Friedhöfen in Baden, Bierden und Badenermoor unterwegs – wie in jedem Jahr, bevor die Grabstellen neu bepflanzt werden.

Werkzeuge benötigten die drei Männer in diesem Fall jedoch nicht oder nur selten. Dafür war vor allem für Harald Kuschfeldt und Jochen Asendorf Muskelkraft gefragt. Sie rüttelten an den zahlreichen Grabstellen und überprüften auf diese Weise die Standfestigkeit. Marcus Bandowski vermerkte das Ergebnis in einer langen Liste.

Wo es wackelte, gab es einen unübersehbaren Aufkleber. Die Aufschrift: „Unfallgefahr! Grabstein ist lose. Bitte sofort wieder sachgemäß befestigen lassen!“ Für die Mieter der jeweiligen Grabstelle ist es gewöhnlich der erste sanfte Hinweis, dass sie die Standfestigkeit des Steins in Ordnung bringen lassen müssen – und zwar durch einen Fachmann, einen Steinmetz. Dass die Leute selbst Hand anlegen, sehen die Mitarbeiter des Bauhofs gar nicht gerne.

An einem Grabstein machten Marcus Bandowski, Harald Kuschfeldt und Jochen Asendorf während ihrer Prüfung klar, wie es gar nicht geht. „Da hat jemand versucht, den Stein mit einer Gummiklebemasse wieder zu verankern“, sagte Marcus Bandowski, „aber da müssen richtig lange Dübel rein.“ Erst dann sei der Grabstein wieder standfest. Dem Vorwurf, die Kommunen wollten den Mietern der Grabstellen nur das Geld aus der Tasche ziehen, kontern die Mitarbeiter des Achimer Bauhofs immer wieder. Die jährlichen Prüfungen seien wichtig, um Unfälle zu verhindern. Gerade für ältere Menschen stellten lose Grabsteine eine nicht zu unterschätzende Unfallgefahr dar, betonte Marcus Bandowski.

Ist die Standfestigkeit eines Grabsteines nicht mehr gegeben, gibt es einen Warnhinweis.

An einer Grabstelle machte er vor, was passieren kann: Ein Angehöriger pflegt die Blumen auf dem Grab, möchte aufstehen und stützt sich am Grabstein ab. Ist er lose, stürzt er um. Da könne es schnell passieren, dass Menschen mit einem Körperteil unter dem Stein liegen, sagte Marcus Bandowski: „Es hat sogar schon Todesfälle gegeben.“ Damit all dies nicht geschieht, absolvierten die Mitarbeiter der für die kommunalen Friedhöfe in Baden, Bierden und Badenermoor zuständigen Friedhöfe regelmäßig Lehrgänge.

Mit den Grabstein-Überprüfungen werde es in Zukunft weniger werden, ließ Dunker durchblicken. Doch die Arbeit werde den Mitarbeitern sicherlich nicht ausgehen. Zwar gehe der Trend laut Dunker „aufgrund des demografischen Wandels“ eindeutig hin zur Urne. Doch auch für sie gebe es entsprechende Grabstellen. Von der Kontrolle nicht ausgenommen seien zudem die Stelen, die die anonymen oder halbanonymen Gräberfelder zieren.

In diesem Jahr ist es damit allerdings erst einmal vorbei. Marcus Bandowski, Harald Kuschfeldt und Jochen Asendorf haben inzwischen andere Aufgaben zu erledigen.

Wer Grabstein nicht befestigt, muss zahlen

Jetzt ist die Verwaltung gefragt. Denn: Nicht nur der jeweils lockere Grabstein wird mit einem Warnhinweis versehen. Die Betroffenen bekommen auch noch Post von der Stadt. Im Brief steht zuerst, dass der Stein locker sei. Außerdem setzt die Stadt den Leuten eine Frist von sechs bis acht Wochen, um den Grabstein in Ordnung bringen zu lassen. Nach Ablauf der Frist kontrollieren die Mitarbeiter der Stadt den Grabstein erneut. Ist immer noch nichts geschehen, setzt die Kommune eine weitere, jedoch kürzere Frist. Und wenn sich immer noch keiner rührt, lässt die Stadt den Schaden beseitigen – und stellt dies den Mietern der Grabstelle in Rechnung.

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