Stadt packt Digitalpakt an

Glasfaser und Wlan für alle Schulen in Achim

Die digitale Ausstattung der Schulen in Achim will die Stadt jetzt schnell deutlich verbessern. archiv
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Die digitale Ausstattung der Schulen in Achim will die Stadt jetzt schnell deutlich verbessern. archiv

Achim – „Wann kommt die Stadt Achim endlich im 21. Jahrhundert an?“ Giftig zeigte sich Nils Reineke, Verantwortlicher für die Digitalisierung an der IGS, am Donnerstag in der Einwohnerfragestunde des Schulausschusses des Rates. Noch immer gebe es in Unterrichtsräumen Windows 7-Rechner, obwohl bereits seit 2015 Windows 10 auf dem Markt sei. „Und wann beschafft die Stadt endlich die fehlenden 189 Endgeräte für Lehrkräfte?“

Der Landkreis, stichelte der Pädagoge, sei bei der digitalen Ausstattung von Schulen in seiner Trägerschaft, wie etwa beim Achimer Gymnasium am Markt, schon viel weiter.

Doch nun scheint auch die Stadt bei dem Thema tatsächlich in die Gänge zu kommen. Katja Luschei, Leiterin des Bildungsfachbereichs im Rathaus, und ihre für Schulen zuständige Mitarbeiterin Inge Möcker berichteten in der Ausschusssitzung von einem frisch eingestellten „IT-Team“, das den vom Land Niedersachsen angeschobenen und auch vom Bund unterstützten Digitalpakt vor Ort nun umsetzen werde. Dafür stehen der Stadt Fördermittel in Höhe von 950 000 Euro zur Verfügung.

„Ich will in Achim für die Schulen ein Support-Netz für gute Pädagogik aufbauen“, machte David Last, der neue IT-Projektleiter Digitalisierung bei der Stadtverwaltung, seinen Ansatz deutlich. Der aus Nordengland stammende, aber schon länger in Deutschland lebende Lehrer und IT-Spezialist ließ in diesem Zusammenhang die Stichworte Infrastruktur, Internet, Server, Wlan, Lernplattformen und Endgeräte fallen. In den kommenden Monaten werde er mit dem Team „Medienbildungskonzepte und Leistungsverzeichnisse für alle Schulen erstellen“, kündigte Last an und unterstrich: „Unser Fokus sollte nicht die Technologie sein, sondern ihre Möglichkeiten.“ Die bestehende AG „Digitalpakt Schulen“ habe er „neu definiert“.

Alle Lernstätten in Trägerschaft der Stadt sollen in naher Zukunft über Glasfaseranschluss, Server und Wlan verfügen. Für die Verkabelung der Schulen nannte David Last in seinem lockeren Vortrag folgenden Zeitplan: Als erstes sind in den Osterferien 2022 ein Teil der IGS sowie die Grundschulen Uesen und Uphusen an der Reihe. In den Sommerferien ist dann der Rest der IGS dran, dazu noch die Astrid-Lindgren-Schule und die GS Bierden. Und in den Herbstferien will die Stadt schließlich auch in der Paulsbergschule und der Grundschule Baden die digitale Infrastruktur schaffen. „Die IGS wäre dann zum Ende der Sommerferien arbeitsfähig“, merkte Last an.

„Wir benötigen allein 2 000 Arbeitsstunden fürs Kabelziehen in den Schulen“, dämpfte sein im Bau- und Planungsbereich der Stadt arbeitender Kollege Alexander Schober die Erwartungshaltung, dass der Zeitplan ohne weiteres verwirklicht werden kann. Er könne nicht zusichern, dass die Handwerksfirmen, sofern diese überhaupt zu bekommen seien, „dann bis zum Ende der Sommerferien in der IGS fertig sein werden“.

Björn Schelp, Leiter der GS am Paulsberg, goss weiteres Wasser in den Wein. „Die Grundschulen im Stadtgebiet haben den Eindruck, dass die IGS bei dem Zeitplan deutlich bevorzugt wird“, bemängelte er im Namen seiner Amtskollegen. „Und anders als ursprünglich vorgesehen, ist die Paulsbergschule ganz hintendran“, beklagte Schelp. Bei den alten Gebäuden dort moderne digitale Infrastruktur zu installieren, sei besonders aufwändig, erklärte IT-Spezialist Last. „Und die Grundschulen Uesen und Uphusen haben schon Leitungsverzeichnisse erstellt, deshalb legen wir da zuerst los.“ Außerdem benötige die IGS mit ihren höheren Jahrgängen eher leistungsfähige Computeranschlüsse als die Grundschulen, benannte Luschei noch einen weiteren Grund für die gewählte Reihenfolge.

Die Politiker im Ausschuss unter Leitung von Petra Geisler (SPD) zeigten sich erleichtert. „Ich bin froh, dass es jetzt einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung des Digitalpakts gibt“, bekannte Herfried Meyer (SPD). Weitere Redner äußerten sich ähnlich. Skepsis herrschte hinsichtlich der Finanzierung. Bürgermeister Rainer Ditzfeld sagte daraufhin: „Wenn die 950 000 Euro nicht ausreichen sollten, müsste im nächsten Jahr ein Nachtragshaushalt aufgestellt werden.“

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