Kühn-Stiftung spendiert 25 „besonders bedürftigen Kunden“ der Achimer Tafel Lebensmittel

„Es gibt Leute, bei denen wird es richtig eng“

Kisten voller Lebensmittel lieferten Jan Poppen und Helga Kühn am Donnerstag in Achim aus. Foto: mix

Achim - Von Michael Mix. Helga Kühn hat ein Herz für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Mit ihrer Stiftung unterstützt sie schon seit Jahren vor allem Kinder und Jugendliche aus Familien mit schmalem Geldbeutel, ermöglicht dem benachteiligten Nachwuchs etwa Koch-, Schwimm- oder Sprachkurse. Nun, in Zeiten der Corona-Krise, hilft Kühn auch am Hungertuch nagenden Kunden der Achimer Tafel, die seit rund zwei Wochen wegen der Pandemie und den damit verbundenen Vorbeugemaßnahmen ihren Betrieb eingestellt hat.

„Es gibt Leute, bei denen wird es richtig eng“, sagt die 78-Jährige. Sie meint damit vornehmlich Alleinstehende und Großfamilien, die sich einen Lebensmitteleinkauf im Laden oder auf dem Wochenmarkt kaum leisten könnten. Die Kühn-Stiftung greift deshalb „25 besonders bedürftigen Kunden“ der Tafel aus dem Achimer Stadtgebiet unter die Arme.

„Ich habe beim Discounter eingekauft“, berichtet Helga Kühn. Ein riesiger Warenberg stapelt sich am Donnerstagvormittag im Tafelhaus an der Unterstraße. 25 Kisten bestückt sie dort zusammen mit Helfern der Tafel mit Grundnahrungsmitteln wie Obst, Gemüse, Brot, Käse, Wurst, Milchprodukten „und auch ein bisschen Süßigkeiten“. Einige andere Leute hätten ebenfalls etwas für diese Aktion gespendet, freuen sich Kühn und Rainer Kunze, Vorsitzender des Tafelvereins.

Mit vereinten Kräften sind die gut gefüllten Lebensmittelkisten am Mittag schnell in einem der Kühlfahrzeuge der Achimer Tafel verstaut. Der Transporter, mit dem normalerweise frische Waren und Konserven von den Verbrauchermärkten in der Region abgeholt und zum Tafelhaus an der Unterstraße, aber auch zu den nun ebenfalls geschlossenen Ausgabestellen in Thedinghausen-Lunsen und Oyten-Bassen gebracht werden, dient nun als Lieferwagen.

Jan Poppen, 81 und Mann der ersten Stunde bei der Achimer Tafel, wollte damit im Laufe des Nachmittags alle 25 Adressen von Baden bis Uphusen ansteuern. Die vorher informierten Empfänger der Kisten müssten lediglich zwei Euro pro Person zahlen, sagt Helga Kühn, die auf dem Beifahrersitz Platz genommen hat. Die Übergabe der Warenkörbe erfolge natürlich mit dem gebotenen Sicherheitsabstand. „Eine kleine Familie dürfte damit ein bis zwei Wochen über die Runden kommen“, schätzt Kühn. Dann lässt Poppen den Motor an.

Kunze will derweil noch eine wichtige Botschaft loswerden. Weil die Achimer Tafel infolge der Pandemie länger lahmgelegt sein wird, plant er eine zweite derartige Aktion. „Pro Woche kommen üblicherweise gut 100 Familien zum Tafelhaus, die 300 bis 350 Personen mit Lebensmitteln versorgen, da besteht weiterer Hilfebedarf“, erläutert der Vorsitzende der Achimer Einrichtung. Weitere Geld- und Lebensmittelspenden seien deshalb „sehr willkommen“. Kontakt könne am besten per E-Mail aufgenommen werden.

Die Adresse lautet

info@achimer-tafel.de

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