SPD will Gewerbegebiet Achim-Ost erweitern

Gewerbe statt Acker auch „hinter“ K 6?

Im und am Wasserschutzgebeit nördlich und südlich der A 27 (gelb und lila) könnten Gewerbeflächen entstehen. skizze: Stadt
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Im und am Wasserschutzgebeit nördlich und südlich der A 27 (gelb und lila) könnten Gewerbeflächen entstehen. skizze: Stadt

Achim – „Die Stadt hat aktuell keine freien Gewerbeflächen mehr“, beklagte Bürgermeister Rainer Ditzfeld (parteilos) erst unlängst wieder. Dabei herrsche eine „große Nachfrage“ danach. Die geplanten 90 Hektar südlich des Bremer Kreuzes sind Zukunftsmusik – wenn überhaupt, denn ob das umstrittene, kostspielige Projekt „Achim-West“ verwirklicht wird, ist offen.

Die CDU will ohnehin lieber das Gewerbe- und Industriegebiet Achim-Ost in Richtung Badenerholz erweitern. Auch aus Reihen der SPD-Fraktion gibt es jetzt einen Vorstoß, in der Ecke eventuell weitere Flächen auszuweisen, um ansiedlungswillige Firmen von außerhalb oder Achimer Betriebe, die mehr Platz benötigen, bedienen zu können.

Sozialdemokrat Werner Meinken, langjähriger Vorsitzender des Ratsausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr, hat im Hinblick auf die beabsichtigte Überarbeitung des Flächennutzungsplans (F-Plans) der Stadt eine Anfrage zur Ausweisung von Gewerbeflächen in Baden gestellt, mit der sich das nach der jüngsten Kommunalwahl neu zusammengesetzte Gremium am Donnerstag, 18. November, in der öffentlichen Sitzung, die um 17 Uhr im Ratssaal beginnt, befassen wird. Dabei geht es um einen Streifen auf der Nordseite der Autobahn 27 in Richtung Osten bis zur Kreisstraße 6 und bisher landwirtschaftlich genutzte Areale südlich der A 27 und östlich der Straße Badenerholz im Anschluss an die Gewerbeflächen in den Badener Finien.

Die vorhandenen gewerblichen Schwerpunkte weiterzuentwickeln, hält die Stadtverwaltung für sinnvoll. „Insbesondere die Gewerbebereiche Achim-West und Achim-Ost stellen Areale in verkehrsgünstiger Lage dar, die aufgrund ihres Abstandes zu großflächigen Wohnsiedlungsbereichen und der damit verknüpften immissionsschutzrechtlichen Vorteile eine besondere Standortgunst besitzen“, stellt Stadtplanerin Christa Meiering in einer Vorlage für die Sitzung einleitend fest. Deshalb könne eine Erweiterung der Gewerbebestandsflächen nahe der Autobahnabfahrt Achim-Ost in östlicher Richtung als grundsätzlich vereinbar mit Siedlungsentwicklungszielen des F-Plans angesehen werden.

Aufgrund der „herausragenden Lage“ des Gebiets am Bremer Kreuz und des Ziels, die vielbefahrene Ortsdurchfahrt in Uphusen zu entlasten, sei jedoch das Projekt „Achim-West“ in den letzten Jahren vorrangig vorangetrieben worden, schreibt Meiering weiter. Die aufwändigen Erschließungsmaßnahmen dafür brächten allerdings eine „schwierige Finanzierung“ mit sich. „Sollte das großflächige Gewerbegebiet Achim-West realisiert werden können, kann damit die Nachfrage nach gewerblichen Bauflächen voraussichtlich mittel- bis langfristig gedeckt werden“, urteilt die leitende Stadtplanerin.

Hinsichtlich der „Erweiterungsflächen Achim-Ost“ sollten nach ihrem Dafürhalten verschiedene Aspekte geprüft beziehungsweise berücksichtigt werden:

„Insbesondere die Flächen südlich der Autobahn unterstehen einer großflächigen, intensiven Ackernutzung“, legt Meiering dar. Sie regt an, gutachterlich zu klären, welche Bedeutung diese Areale für die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe haben, und ob Ersatzland zur Verfügung stehen würde.

Darüber hinaus liegt die Fläche nördlich der A 27 innerhalb der Schutzzone III des Wasserschutzgebiets Wittkoppenberg. Seitens des Trinkwasserverbands Verden bestehen gegen eine gewerbliche Entwicklung in diesem Bereich grundsätzlich keine Bedenken. In einer Stellungnahme verweist er jedoch auf in der Schutzzone geltende Einschränkungen. So dürften Unternehmen dort zum Beispiel nicht mit wassergefährdenden Stoffen hantieren, und auch der Betrieb von Tankstellen sei verboten. „Neben höheren Auflagen für die Bebauung der Gewerbeflächen muss dann, wie bereits bei den bestehenden Gewerbegebieten Achim-Ost und Uesener Feld (Amazon), auch hier mit höherem Aufwand für die Oberflächenentwässerung gerechnet werden, da dieses vermutlich wieder in Richtung Wasserschutzgebiet / Wasserwerk Wittkoppenberg abgeleitet werden muss“, merkt Christa Meiering an.

Zu beachten ist außerdem die Verkehrssituation. „Insbesondere sind die Auswirkungen auf den Kreisverkehr im Kreuzungsbereich K23 / Margarethe-Steiff-Allee sowie im Einmündungsbereich K 23/L 156 zu untersuchen“, sagt die Planerin. Gegebenenfalls müssten „verkehrsintensive Nutzungen, wie Logistikunternehmen“, ausgeschlossen werden.

Und schließlich ist der Bereich aufgrund der Nähe zur A 27 laut Meiering „stark lärmvorbelastet“. Zwischen der Autobahn und der Kreisstraße würden „die Orientierungswerte erheblich überschritten“. Im Zuge der Planung wäre hier, gestützt auf ein Lärmgutachten, „eine Verträglichkeit herzustellen“. Bei alldem hält es die Planerin für nötig, auch das Wohnviertel an den Badener Finien mit einzubeziehen.

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