Für frische Bio-Kost in Mensa

Gesunde Schulverpflegung aus der Region

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Legen sich für gute Ernährung ins Zeug: Marie Pigers, Paul Brandt, Kerstin Albes-Bielenberg, Gesa Kipsieker.

Achim - „Meiner Tochter schmeckt das Essen in der Schulmensa nicht.“ Das, was erst gestern wieder ein Vater beklagte, soll sich ändern. Der in Achim neugegründete Verein „Besser essen“ hat sich das auf die Fahnen geschrieben. Und mit der örtlichen IGS eine Verbündete gefunden. Bei einem Aktionstag am Freitagnachmittag unter dem Motto „Gemeinsam essen“ fanden die Besucher auf dem Schulhof Stände mit gesunder, regional erzeugter und zugleich schmackhafter Kost vor, zudem gab es Informationen zum Thema Ernährung, während andere Schüler Hochgärten und das selbstgebaute Modell einer „Traummensa“ präsentierten oder der Verein Sofa mit Graffiti-Sprühen lockte.

„Herzlich willkommen zur ersten Tafelrunde in der IGS Achim“, begrüßte Rektorin Kerstin Albes-Bielenberg im Forum die Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Vereinsmitglieder, Vertreter aus Stadtrat und -verwaltung sowie weitere Gäste. Von den 370 Kindern in den Jahrgängen fünf bis sieben besuchten zurzeit 270 in drei Schichten die Mensa, wo ein Bremer Caterer die angelieferten Portionen ausgebe. Das Essen sollte natürlich frisch, nährstoffreich und lecker sein, sagte Albes-Bielenberg und verwies zugleich auf die soziale Funktion von gemeinsamen Mahlzeiten, was in dem beengten Raum nicht gewährleistet sei: „Wir wollen auch eine große Mensa, in der wir uns in Ruhe unterhalten können.“

Paul Brandt, Vorsitzender von „Besser essen“ und Mitglied der SPD-Stadtratsfraktion, lobte die „tolle Leistung“ der Lehrkräfte und Schüler, die für den Aktionstag eine Menge auf die Beine gestellt hätten. „Ihnen ist es nicht gleichgültig, was sie essen.“

Schüler verwöhnten Besucher mit allerlei Köstlichkeiten.

Gesa Kipsieker von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung in Niedersachsen, die extra aus Osnabrück zu der Veranstaltung gekommen war, berichtete, dass das Mensaessen im Bundesland besser werden solle. Das Ernährungsministerium in Hannover wolle das fördern.

Ein Kooperationspartner für die Mensa in der IGS Achim könnte das Naturkost-Kontor Bremen werden. Mitarbeiterin Marie Pigers informierte, dass das von fünf Ökobauern gegründete und getragene Unternehmen von 68 Lieferanten im Umkreis von 80 Kilometern hochwertige Biokost beziehe.

Unterdessen bereitete Matthias Thamm vom Verein „Besser essen“ in der Mensa eine Kürbiscremesuppe mit Zutaten aus der Region zu. Als die fix von Leckermäulern verputzt war, legte der Koch nach, brutzelte ein orientalisches Gericht mit Couscous und Huhn.

„Traummensa“-Modell, von Janina, Nick, Angelina, Julian.

Paul Brandt sieht Handlungsbedarf. „Immer mehr Kinder in Achim nehmen ihre Mittagsmahlzeit nicht mehr zu Hause ein“, weiß er. Sie seien dann noch im Kindergarten, im Hort oder in der Schule.

„Für viele Familien ist das nicht Luxus, sondern ist das Zusammenwirken mit den pädagogischen Einrichtungen wichtig, um ihren Lebensunterhalt verdienen zu können oder langfristige Lebensperspektiven nicht zu verlieren“, erläutert der Sozialdemokrat. Diese Kooperation sei notwendig, um eine berufliche Herabqualifikation in der Familienpause zu verhindern – schlicht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht aus den Augen zu verlieren. Und die Wirtschaft brauche jede Fachkraft. So umreißt Brandt den Zusammenhang zwischen Schulverpflegung und gesellschaftlichen Entwicklungen.

Seit knapp einem Jahr wird das Thema Mensaessen in den Ausschüssen des Rates in Achim impulsiv diskutiert. Das Thema sei sehr vielschichtig, sagt Brandt. Deshalb hätten sich die Stadtverwaltung und der Verein intensiv um die Diskussion mit allen Beteiligten gekümmert und regionale und landesweite Expertise dazu geholt.

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