Pädagogisches Lebenshilfe-Konzept

„Gemeinsam in Vielfalt“ spielen, leben und lernen

Leiterin Edda Hasselhof-Kuß.

Achim-Baden - Besonders in Baden mit seinen neuen Wohngebieten suchen viele Eltern verzweifelt nach einem Betreuungsplatz für ihren Nachwuchs. Ein Ende des Engpasses ist in Sicht: Die Lebenshilfe im Landkreis Verden will zum 1. Oktober am Lahof eine inklusive Kindertagesstätte eröffnen. „Dort können Mädchen und Jungen mit und ohne Behinderung im Alter von eins bis sechs Jahren gemeinsam spielen, leben und lernen“, erläutert Edda Hasselhof-Kuß, die künftige Leiterin, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Zusammen mit Elisabeth Hennies, die beim Lebenshilfeverein in Verden für die Elementarpädagogik verantwortlich ist, freut sie sich über die Fortschritte auf der Baustelle. Direkt neben dem Sportzentrum, schräg hinter der Halle, erhebt sich ein langgestrecktes Gebäude, in dem Handwerker emsig am Werkeln sind.

Die neue Kita wird Platz für fünf Gruppen mit knapp 100 Kindern bieten, informieren Hennies und Hasselhof-Kuß. Vorgesehen sind im Einzelnen: zwei Regelgruppen mit je 24 Betreuungsplätzen, eine Integrationsgruppe mit 18 Plätzen, davon 4 Plätze für Kinder mit besonderem Förderbedarf, eine Integrationsgruppe mit maximal 14 Plätzen, davon maximal drei für Kinder mit besonderem Förderbedarf, und eine Regelkrippengruppe für 15 Kinder unter drei Jahren.

Direkt neben dem Sportzentrum am Badener Lahof entsteht der neue Kindergarten der Lebenshilfe. Der langgestreckte Baukörper soll im Frühherbst auch innen fertig eingerichtet sein. Die Eröffnung der Kita ist für den 1. Oktober geplant.

„Gemeinsam in Vielfalt“ lautet die Überschrift für die pädagogische Arbeit in der Kita am Lahof. Sie zielt auf eine gemeinsame Erziehung, Bildung und Betreuung behinderter und nicht behinderter junger Menschen ab.

„Inklusion bedeutet für die Mitarbeiter der Kita, mit einer Pädagogik der Vielfalt den unterschiedlichen Bedarfen der Kinder und ihrer Familien in der Stadt Achim gerecht zu werden und größtmögliche Teilhabe zu ermöglichen“, erklärt Elisabeth Hennies. Inklusion sei nicht nur der Einschluss von Kindern mit Handicap, sondern auch die Unterstützung von Vielfalt. „Es wird eine Kita, in der alle Kinder mit und ohne Behinderung willkommen sind, unabhängig von Alter, Herkunft oder Grad der Behinderung.“

Die Einrichtung am Lahof soll, ähnlich wie die neue Tagesstätte der Lebenshilfe neben der Grundschule Bierden, aber auch ein Ort der Begegnung und Kommunikation für Eltern, Nachbarn und Freunde sein. „Die örtlichen Vereine, Kinderärzte, Fachdienste, Kirchen und Schule beziehen wir dabei mit ein“, sagt Hennies.

Foyer spielt zentrale Rolle

Denn die Kita wird nicht nur Gruppen- und Differenzierungsräume für die Kinder bieten. Die Umgebung, der Sozialraum, soll ebenso von Belang sein. „Das großzügige Foyer wird dabei eine zentrale Rolle spielen, in dem es als Ort der Begegnung und Gemeinschaft für Kinder, Erwachsene und Öffentlichkeit dient“, erläutert Edda Hasselhof-Kuß.

Die Gruppenräume haben nach ihren Angaben „in Funktion von Lernwerkstätten einen hohen Aufforderungscharakter zum Spielen, Lernen, Konstruieren, Forschen, für Bewegung, Kreativität und Rollenspiel, aber auch für Stille und Rückzug“. Die kleineren Differenzierungsräume sollen unter anderem als Bücherei und für Therapie- und Beratungsmöglichkeiten genutzt werden.

„Die Grundidee des Konzeptes, die sich im Besonderen an den Bedürfnissen, an der Lebenssituation und an den Interessen der Kinder orientiert, stellt das Kind in den Mittelpunkt“, sagt Hasselhof-Kuß, Erzieherin mit heilpädagogischer Zusatzausbildung, die seit 28 Jahren bei der Lebenshilfe beschäftigt ist. „Kinder sollen lernen, ihre Lebenssituation möglichst kompetent, autonom und solidarisch zu bewältigen.“

Dabei würden die Eltern in den Erziehungsprozess mit einbezogen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf solle durch den Bedarfen angepasste Betreuungszeiten erleichtert werden.

Edda Hasselhof-Kuß, die langjährige Leitungserfahrungen im Kinderhaus Eitze und in der Kooperativen Kita Thedinghausen mitbringt, wird sich bei der Arbeit in der neuen Kita nach eigener Aussage auf ein Team aus bewährten und frischen Kräften stützen können. Die 52-Jährige ist derzeit noch unter Telefon 04231/965630 erreichbar. Aufgrund des späteren Betreuungsbeginns zum 1. Oktober am Lahof sind für das Kindergartenjahr 2017/18 Anmeldungen bis zum 31. Mai möglich, unter www.lebenshilfe-verden.de.

mm

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