Schulleiter meldet sich per Brief aus dem Krankenhaus

Gamma-Abschlussveranstaltung: „Geht hinaus und lasst euch stimulieren“

In Vertretung des erkrankten Schulleiters Dirk Stelling händigte Studienrat Stefan Rehder den insgesamt 73 Abiturientinnen und Abiturienten des Gymnasiums Am Markt ihre Reifezeugnisse aus (linkes Bild). Rechts: Besser gehts nicht. Lucy Schindler (links im Bild) und Madita Gerlach schafften den Top-Notenschnitt 1,0. FotoS: Laue
+
Besser gehts nicht. Lucy Schindler (links im Bild) und Madita Gerlach schafften den Top-Notenschnitt 1,0.

Achim – Das Motto „Abipunktur“ – jeder Punkt kostet Nerven“ des aktuellen Abschlussjahrgangs fand Schulleiter Dirk Stelling vom Achimer Gymnasium am Markt (Gamma) gar nicht schlecht. Wenn nämlich Geist und Fleisch an der richtigen Stelle stimuliert würden, könne das zu beeindruckenden Entwicklungen führen, erläuterte er in einem Brief zur Abschlussfeier der Gymnasiasten. Er bezog sich dabei auf -Erkenntnisse der Akupunktur, die aber auch für die Entwicklung eines „Schulorganismus“ bedeutend seien.

Persönlich konnte der vor einigen Wochen erkrankte Gamma-Direktor nicht an der festlichen Veranstaltung in der Turnhalle teilnehmen. Er befinde sich aber auf dem Wege der Besserung, teilte Studienrat Stefan Rehder als sein Vertreter den versammelten Schülern, Eltern, Lehrern und dem übrigen Gamma-Personal mit.

„Geht hinaus in die Welt, lasst euch stimulieren, setzt euch ein für eine friedliches Europa, für gesellschaftlichen und technischen Fortschritt“, appellierte der Leiter dieses Gymnasiums mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt brieflich an die Scheidenden. Rehder schloss sich dem an, nachdem er allen gratuliert hatte, die ihr Abitur erfolgreich absolvierten. Nur zwei von 75 Gamma-Schülern schafften das nicht.

Zwei Abiturientinnen erreichten hingegen den Traum-Notenschnitt von 1,0. 14 weitere des Abi-Jahrgangs 2019 schlossen mit einem Schnitt mit einer Eins vor dem Komma ab. Der Gesamt-Notendurchschnitt im Gamma lag bei 2,48 und damit wie üblich unter dem Landesschnitt, teilte Rehder weitere Statistik-Daten mit.

In Vertretung des erkrankten Schulleiters Dirk Stelling händigte Studienrat Stefan Rehder den insgesamt 73 Abiturientinnen und Abiturienten des Gymnasiums Am Markt ihre Reifezeugnisse aus

„Man muss lernen, was zu lernen ist und dann seinen eigenen Weg planen“. Dieses Zitat des Komponisten Georg Friedrich Händel stellte der zweite stellvertretende Landrat Helmut Prossner als Motto über sein Grußwort. Als er 1968 sein Abitur schaffte, habe es danach nur die Alternativen Bundeswehr oder Ersatzdienst gegeben. Heute böten sich mit dem Besuch von Europaschulen, dem Freiwilligen Sozialen Jahr oder anderen Auslandsaufenthalten interessantere Möglichkeiten, so Prossner.

Für ihren weiteren Ausbildungs- und Lebensweg wünschte er den Schülern alles Gute und legte ihnen nahe, sich Offenheit und Mitgefühl gegenüber Menschen aus der Nachbarschaft und auch weiter entfernten Ländern zu bewahren.

Sorgte für flotte musikalische Einlagen mit Songs aus der aktuelleren Popwelt: Die Schulband „Friday“ unter der Leitung von Studienrätin Marlene Warmer.

„Ihr verlasst jetzt die bekannte, feste Welt der Schule“, machte Bürgermeister Rainer Ditzfeld deutlich. Der Weg führe weiter auf den Arbeitsmarkt, ins Studium oder in noch andere Richtungen. Wertvolle Grundlagen, um im Leben zu bestehen, seien mit der Erziehung und dem Erlernten gelegt. Sicher sei aber auch, dass es Höhen und Tiefen geben werde und vieles sowieso anders komme als erwartet, wusste Ditzfeld aus eigener Erfahrung. Da sei das Goethe-Zitat hilfreich, wonach man durch Stolpern sogar dazulernen könne und nur nicht fallen und liegenbleiben dürfe. Auch in Anspielung auf die „Fridays-For-Future“ Aktionen stufte Ditzfeld die heutige Jugend-Generation als „sehr wach und hochmotiviert“ ein.

Für viel Heiterkeit sorgten die Beiträge der Jahrgangssprecher Nico Rudolf und Jana Püttmann. In einem „natürlich rein fiktiven Schultagebuch“ ging es um rigide Smartphoneverbote, um Hausaufgaben, weil der Lehrer im Unterricht nicht weit genug vorankam, um Eingeschlossene auf dem Klo, „Sinus und Kosaken“ im Mathe-Unterricht und einen Star-Lehrer. Lehrende und Schüler erkannten sich und ihr Verhalten sofort wieder.

Am Schluss stand aber doch die Erkenntnis, dass die Oberstufenzeit die schönste war – und der „Dank für diese schöne Zeit“.  la

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Leidenschaft reicht nicht: Fehlstart nach Hummels-Eigentor

Leidenschaft reicht nicht: Fehlstart nach Hummels-Eigentor

Meistgelesene Artikel

Haus in bester Lage ist verkauft

Haus in bester Lage ist verkauft

Haus in bester Lage ist verkauft
Waldorfschule in Ottersberg: Lehrer erheben Mobbing-Vorwürfe

Waldorfschule in Ottersberg: Lehrer erheben Mobbing-Vorwürfe

Waldorfschule in Ottersberg: Lehrer erheben Mobbing-Vorwürfe
Märchenstunde von der Kanzel aus

Märchenstunde von der Kanzel aus

Märchenstunde von der Kanzel aus

Kommentare