Finanzausschuss 

Zu 80. Geburtstagen kommt bald kein Bürgermeister mehr

Achim - 80-jährigen Geburtstagskindern in Achim gratuliert künftig nicht mehr der Bürgermeister oder einer seiner Stellvertreter – wenn es nach dem Finanzausschuss geht. Diese Besuche sollen gestrichen werden, weil immer mehr Menschen 80 Jahre alt werden, deshalb die Termine stark zunehmen und den Repräsentanten der Stadt viel Zeit für andere Aufgaben rauben.

90-Jährige dürfen allerdings weiter auf offiziellen Besuch hoffen, und ab 95 gratuliert ein hoher städtischer Gast wie bisher jährlich.

„Die Entscheidung ist uns in der Arbeitsgruppe Haushalt nicht leichtgefallen“, erläuterte Bürgermeister Rainer Ditzfeld im Finanzausschuss. Inzwischen fielen aber bis zu zwei Geburtstagsbesuche täglich bei 80-Jährigen und sechs bis sieben pro Woche an.

Ein Präsent koste die Stadt 13 bis 14 Euro, und da sei leicht auszurechnen, welcher jährliche Betrag aus dem Haushalt fällig sei. Paare, die goldene Hochzeit feiern oder sogar ein noch selteneres Ehejubiläum, dürften aber weiter mit einem Gratulanten von der Stadt rechnen.

Widerspruch gegen die Einsparung meldete der stellvertretende Bürgermeister Reiner Aucamp (SPD) aus Baden an. Er bemängelte die offenbar abnehmende „Wertschätzung der älteren Leute in Achim“. Aus eigener Erfahrung wisse er, wie wichtig die Gespräche mit den Geburtstagskindern diesen seien und dass sie auch ihm selber viel bedeuteten.

„Wenn der Kreis das will, soll er es machen“

Für nicht mehr erforderlich hält die interfraktionelle Haushalts- AG auch die finanzielle Förderung des Buchprojekts „70 Jahre Achim“ der „Geschichtswerkstatt“. 10.000 Euro waren vorgesehen. Über den aktuellen Stand des Vorhabens habe er lange nichts gehört, so Ditzfeld. Es gebe aber seines Wissens mittlerweile Sponsoren. Durch diese Gelder und den Buchverkauf seien die Kosten weitgehend abzudecken, hatte Wiltrud Ysker, Leiterin des Ressorts Bildung, Soziales und Kultur in der Stadtverwaltung, erfahren. Sie kritisierte im Übrigen, dass der 10 000-Euro-Antrag der Geschichtswerkstatt nie richtig „unterfüttert“ gewesen sei.

Auf Ablehnung stieß außerdem der Antrag, die Klimaschutzagentur des Landkreises Verden mit 12.000 Euro aus dem Achimer Haushalt zu bezuschussen.

Diese Einrichtung plane „viele Dinge, die wir schon kennen“, meinte Hans Baum (FDP). Andere geplante Projekte seien schwer zu realisieren, und Energieberatungsangebote – auch individuell ausgerichtete – gebe es mittlerweile genügend.

Herfried Meyer (SPD) zeigte sich skeptisch, weil für ein Aufgabenfeld des Landkreises Gemeinden finanziell mit ins Boot geholt werden sollten.

„Wenn der Kreis das will, soll der Kreis das machen“, fand auch Karl-Heinz Lichter (CDU). Es sei der falsche Weg, erst Geld einzusacken, bevor ein Gesellschaftervertrag endgültig stehe.

Auch nach Vorstellung des Konzepts dieser Agentur sei ihm nicht klar geworden, „was für den Einzelnen dabei herauskommt“, gestand Wolfgang Heckel (WGA). Steffen Zorn, Leiter der Bauabteilung in der Achimer Verwaltung, bestätigte, dass für die Klimaschutzagentur neben der bestehenden noch eine zweite Personalstelle eingerichtet werden solle.

Ziemlich deutlich – mit sieben zu zwei Stimmen – sprach sich der Finanz-, Organisations- und Personalausschuss – so der volle Name – am Ende gegen den Zuschuss der Stadt Achim aus.

Jürgen Kenning von den Grünen war anderer Meinung und wies darauf hin, dass es in Sachen Unterstützung der Klimaschutzagentur schon andere Mehrheitsbeschlüsse in Achim gab. 

la

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Schützenfest Twistringen - der Auftakt am Samstag

Schützenfest Twistringen - der Auftakt am Samstag

Göpel-Einweihung am Fuß des Bramstedter Glockenturms

Göpel-Einweihung am Fuß des Bramstedter Glockenturms

Bremen Olé: Der Party-Tag auf der Bürgerweide

Bremen Olé: Der Party-Tag auf der Bürgerweide

US-Amerikaner gedenken Mondlandung vor 50 Jahren

US-Amerikaner gedenken Mondlandung vor 50 Jahren

Meistgelesene Artikel

Projekt zum Schutz der Bodenbrüter: Fallen in Heins schnappen zu

Projekt zum Schutz der Bodenbrüter: Fallen in Heins schnappen zu

Großbaustelle an der Uesener Feldstraße kommt rasch voran

Großbaustelle an der Uesener Feldstraße kommt rasch voran

Dreimal Hagen und zweimal Mindermann

Dreimal Hagen und zweimal Mindermann

Trauer um Hermann Behrmann

Trauer um Hermann Behrmann

Kommentare