Lob für Gasunie im Embser Dorfgemeinschaftshaus: Bürger stets mitgenommen

Grundwasser gesenkt, ohne den Nachbarn zu schaden

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VDS heißt Verdichterstation, und die Baustraße zu der großen Anlage knickt hier ab, um einen Anwohner direkt am Weg von Lärm zu entlasten. Dieses Vorgehen der Gasunie fand viel Anerkennung.

Embsen - „Das Grundwasser mussten wir unbedingt absenken, um überhaupt dort bauen zu können“, machte Matthias Zapke vom niederländisch-deutschen Gasversorgungsunternehmen Gasunie noch einmal deutlich.

Wie das Absenken dann unter Einschalten einer Fachfirma auf dem mehrere Hektar großen Areal an der Landesstraße zwischen Achim und Embsen bewerkstelligt wurde, ohne nächstgelegene Wohnhäuser oder gar die Autobahn durch wegsackenden Untergrund zu gefährden – dafür gab es lobende Worte auch aus Reihen örtlicher Politiker.

Dies geschah nach dem geführten Rundgang der Besuchergruppe des Embser Ortsausschusses über das Erdgas-Verdichterstations-Gelände – diesem zentralen norddeutschen Knoten- und Verteilerpunkt des Erdgastransports. Wir berichteten. Im Embsener Dorfgemeinschaftshaus schloss sich dann ein kleiner „Nachschlag“ mit Rückbetrachtungen und aktuellen Informationen an.

Beim präzisen Abgrenzen der Grundwassersenkung spielte die im Erdreich verlegte „Schutzgalerie“ eine wichtige Rolle, wie Gasunie-Experte Zapke unter anderem erläuterte. Auch die „Reinfiltration des gehobenen Grundwassers“ gehörte zum Konzept.

Besonders wichtig sei es allgemein gewesen, die Bürger frühzeitig mit den Planungen vertraut zu machen und anzuhören, um Vertrauen aufzubauen, betonte Matthias Zapke, der bei Gasunie vor allem für das „Behörden-Engineering“ zuständig ist.

SPD-Ratsherr Walter Rau aus Bierden erkannte an, dass die Bürger „gut mitgenommen“ worden seien beim Großprojekt. Das gelte letztlich auch für das damit verbundene, zeitweise heftig diskutierte Verkehrskonzept mit der entlastenden Baustraße über die Verbindung „Im Grund“.

Die Straße sei nicht gerade durchgeführt, sondern abknickend zum Stationsgelände hin gelegt worden, um für einen direkten Anwohner Lärmbelastungen zu mindern, rief Zapke in Erinnerung. Er teilte mit, dass die Baustraße selbst zwar zurückgebaut und wieder verstärkte landwirtschaftliche Nutzung des Bereichs ermöglicht werde. Der wegen des Gasunie-Vorhabens erweiterte Einmündungsbereich an der Landesstraße mit Abbiegespur bleibe hingegen dauerhaft bestehen.

Weiter wies der Gasunie-Mann darauf hin, dass diese Firma als Ausgleich für Flächenverbrauch wie versprochen neue Stillgewässer anlegen werde. Das geschehe voraussichtlich im Herbst.

Gasunie-Pressesprecher Philipp von Bergmann-Korn machte im Dorfgemeinschaftshaus darauf aufmerksam, dass der deutsche Erdgasmarkt vor erheblichen Herausforderungen stehe – etwa durch den Wechsel von L-Gas zum H-Gas mit erhöhtem Brennwert. Auch der Verbraucher müsse sich darauf einstellen und neue Düsen bei Heizaggregaten einbauen lassen.

Die große Politik könne ebenfalls Erdgasversorgung beeinflussen – etwa wenn Lieferant Russland sich wegen Querelen mit Europa verstärkt dem riesigen chinesischen Erdgasmarkt zuwende.

Wohlwollend reagierte von Bergmann-Korn auf die Anregung Raus, trotz aller Sicherheitsbelange einmal für die Bevölkerung einen Tag der offenen Tür auf dem Verdichterstations-Gelände anzubieten. Das werde er gern weitergeben und prüfen lassen, sicherte der Pressesprecher zu.

la

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