Gasunie bedankt sich bei der Bevölkerung mit Fest an der Verdichterstation

Achimer Drehscheibe der europäischen Gasversorgung

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Nicht nur die Ehrengäste erlebten interessante Führungen durch die imposante Gasstation.

Achim - Von Manfred Brodt. Vielleicht handelt es sich um den bedeutendsten Betrieb im Landkreis Verden und Umgebung: Die Gasverdichterstation in Embsen an der A 27ist eine wichtige Drehscheibe der europäischen Gasversorgung. Der Betreiber Gasunie mit niederländischen Wurzeln feierte am Wochenende den nun schon elfmonatigen Betrieb der erweiterten Anlage und die gute Aufnahme dieses Großobjektes durch die Achimer und insbesondere Embser Bevölkerung.

„Danke Embsen“ war so auch auf Transparenten zu lesen. Der Geschäftsführer der Gasunie Jens Schumann freute sich, dass er bei den Bürgern und den Behörden hier großes Verständnis für dieses Großprojekt gefunden hatte, zu dem auch die jahrelang verlegten kilometerlangen Gasrohre gehören, die sich quer durch den Kreis ziehen. In Zeiten, in denen fast jeder Großtechnologie mit Misstrauen und Protestbewegungen begegnet werde, sei das keine Selbstverständlichkeit. Die Gasunie habe von Anfang an Offenheit, Ehrlichkeit und den Dialog gesucht, und das habe sich ausgezahlt.

Auch Bürgermeister Rainer Ditzfeld und Ortsvorsteher Cord Mindermann bescheinigten dem Unternehmen, dass es sich stets um Transparenz und Bürgerkontakt bemüht habe.

Gasunie bedankte sich am Samstag auf seine Weise mit einem Volksfest aus Kinderbelustigung, Musik, Speis und Trank sowie ständigen Betriebsführungen. Der Andrang war groß.

Die Besucher konnten in die Hochtechnik der Mess- und Regelstation sowie Verdichterstation blicken und erfahren, dass Gasunie insgesamt 90 Millionen Euro dafür investiert hat. Obwohl mehrere hundert Menschen aus den verschiedensten Nationen eine halbe Million Arbeitsstunden dafür geleistet haben, hat es keinen Arbeitsunfall gegeben. Auch ein Unglück während des Betriebs blieb - Gott sei Dank - aus. Ein kürzlicher Alarm mit Großeinsatz der Rettungskräfte war ein Fehlalarm, bei dem dann dennoch die automatische Löschanlage sofort in Aktion trat.

Aufgabe der Gasverdichterstation ist es, das zur Hälfte aus Russland, zu einem Drittel aus Norwegen und zu je zehn Prozent aus Deutschland und den Niederlanden kommende Gas in Achim nach Druckverlust auf der Strecke wieder zu höherem Druck zu verdichten. Via Achim geht das Gas dann weiter in andere Regionen Deutschlands, nach Tschechien und die Ukraine in Osteuropa, Skandinavien und selbst England.

Frappierend ist, dass in diesem Betrieb europäischer Dimension nur neun Menschen beschäftigt sind, denn gesteuert wird die Achimer Verdichterstation komplett aus Schneiderburg bei Cloppenburg. Feinsteuerung vor Ort ist nur nötig bei Reparaturen oder dem Austausch von Turbinen und anderen Teilen.

Eine neue Herausforderung wird für die Verdichterstation schon bald kommen, wenn die Gasversorgung in Niedersachsen von L-Gas aus deutscher und niederländischer Produktion auf H-Gas umgestellt wird, das aus Norwegen und Russland kommt. Zusammen mit den Stadtwerken und anderen Versorgungsunternehmen gilt es, dies zu meistern.

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