Gudrun Schütte für Achim, Oyten, Thedinghausen und Ottersberg zuständig

Fachberaterin legt Bericht zu Kindertageseinrichtungen vor

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Der neueste Achimer Kindergarten am Lahof in Baden, gebaut von der Stadt, betrieben von der Lebenshilfe.

Achim - Nur wenig hat sich im letzten Jahrzehnt so geändert wie das Familienbild und die daraus entstehenden Notwendigkeiten für den Staat. Das geht auch aus dem jüngsten Tätigkeitsbericht von Gudrun Schütte hervor, die Fachberaterin für Kindertageseinrichtungen in Achim, Oyten, Thedinghausen und Ottersberg ist

Als sie ihren ersten derartigen Tätigkeitsbericht vor 21 Jahren abgab, existierte im Nordteil des Kreises Verden eine Krippengruppe, Nun sind es 45 Krippengruppen, und ein Ende ist nicht in Sicht. Seit dem gesetzlichen Anspruch auf einen Platz in der Krippe oder bei einer Tagesmutter im Jahr 2013 haben Land, Städte und Gemeinden enorm in diesen Bereich investiert.

Auch außerhalb des Krippenbereichs ist in den letzten Jahrzehnten das Kindergartenwesen stark expandiert: In den genannten Nordkreis-Gemeinden während der letzten 20 Jahre von zwölf Kindergärten mit maximal vier Gruppen auf 25 Kindertagesstätten mit maximal acht Gruppen.

Die Akzeptanz, sehr kleine Kinder in öffentlichen Einrichtungen betreuen zu lassen, hat enorm zugenommen, und die Kommunen bemühen sich nach Kräften und teilweise bis an die Verschuldungsgrenze, den Bedarf zu befriedigen.

Eltern wünschen sich mehr Flexibilität 

Gudrun Schütte sieht vor allem als Problem den Fachkräftemangel und den sehr hohen Anteil an jungen Fachkräften, die erst in die Kindergartentätigkeit eingearbeitet werden müssten. Durch den Wunsch von Eltern nach verlängerten und flexiblen Dienstzeiten werde die Personalplanung nicht leichter. Springkräfte sind gefragt.

Aufgrund des Personalmangels hat sich auch das Verhältnis von Arbeitgebern zu Arbeitnehmern verändert. Schütte: „Hier gibt es einen Paradigmenwechsel: Nicht wir suchen uns Personal für die Kitas, sondern andere entscheiden sich vielleicht für unsere Kitas.“

Ein besonderes Problem stellen seit der großen Flüchtlingsbewegung von 2015 die Kinder und Familien mit Fluchterfahrungen dar. Die Kindertagesstätten „Achimer Schlaumäuse“, Ottersberg-Bahnhof. Am Berg in Oyten und Thedinghausen haben laut der Fachberaterin hier schon einschlägige Erfahrungen gesammelt, die Kindertagesstätten in Bassen und „Himmelsstürmer“ in Achim stünden momentan da vor besonderen Herausforderungen.

Traumastörungen fordern Pädagogen

„Langfristig wird sich zeigen, inwieweit Traumastörungen von den Eltern oder deren Kindern die Kita herausfordern. Traumapädagogik wird für alle Kitas eine andere Sicht auf die Kita als „sicheren Ort“ werfen,“ schreibt Gudrun Schütte.

Ihr Bericht wird am nächsten Montag ab 18 Uhr in der gemeinsamen öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses und Schulausschusses des Stadtrates im Ratssaal vorgestellt und diskutiert.

mb

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