Fußgängerampel auf der Uphuser Heerstraße in Höhe Weserberg

Breit unterstützte Online-Petition vom Achimer Dennis Lorenz hat Erfolg

Der Fahrbahnteiler an der Uphuser Heerstraße soll durch eine Fußgängerampel ersetzt werden.
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Der Fahrbahnteiler an der Uphuser Heerstraße soll durch eine Fußgängerampel ersetzt werden.

Nach dem Unfalltod eines Kradfahrers am Montag auf der Uphuser Heerstraße werden nun Stimmen nach einer Fußgängerampel laut. Ein Anwohner hat eine Online-Petition auf den Weg gebracht.

  • Anwohner Dennis Lorenz beklagt zahlreiche Unfälle in Achim-Uphusen vor dem Netto-Markt
  • Verkehr auf Uphuser Heerstraße stark gestiegen
  • CDU und SPD befürworten das Ansinnen

Achim-Uphusen – „Seit vielen Jahren kommt es in Uphusen vor dem Netto-Markt und der Arztpraxis gegenüber immer wieder zu Unfällen von Autos mit Fußgängern“, beklagt Dennis Lorenz. Dies betreffe sowohl Kinder als auch Erwachsene. Der Fahrbahnteiler auf der viel befahrenen Uphuser Heerstraße reiche als Querungshilfe nicht aus. Lorenz verlangt an der Einmündung Am Weserberg eine Fußgängerampel. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, hat er am Dienstag eine Online-Petition gestartet, bei der Bürger sein Anliegen mit ihrer Unterschrift unterstützen können. Bis zum frühen Donnerstagabend lag die Zahl der Ampel-Befürworter auf der Internetseite chng.it/C5wHSXBQ bereits bei rund 500.

Anlass für die Petitionsinitiative war der schwere Unfall am Montag auf dem genannten Abschnitt der Uphuser Heerstraße, bei dem ein 46-jähriger Kradfahrer nach einem Zusammenstoß mit einem Auto starb. „Eine Fußgängerampel hätte das Unglück auch nicht verhindert“, ist dem in der Nähe wohnenden Dennis Lorenz klar. Aber an der Stelle sei eben schon viel passiert.

„2015 rannte meine Tochter dort über die Straße, um den Bus schnell zu erreichen, als sie von einer Autofahrerin angefahren wurde“, erzählt Lorenz. Schon nach diesem Unfall habe er sich an die Stadt gewandt, um an der Ecke die Verkehrssicherheit insbesondere für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen.

Leider sei damals in der Angelegenheit nichts unternommen worden. Die Stadt habe darauf verwiesen, dass die für die L 158 zuständige Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden sich gegen eine Ampel in Höhe Weserberg sperre. Dort gebe es zu wenig querende Fußgänger und Radfahrer, und im „Nahbereich“, nämlich bei der Schule, sei doch eine Lichtzeichenanlage an der Heerstraße vorhanden.

Fahrbahnteiler auf Uphuser Heerstraße nicht ausreichend

Infolge neuer Wohnsiedlungen, des um eine Krippe gewachsenen Kindergartens, des vergrößerten Netto-Markts sowie der Erweiterung der Arztpraxis habe der Verkehr in dem Bereich allerdings „nochmal erheblich zugenommen“, sagt Lorenz. Die Lösung mit dem Fahrbahnteiler hält er längst nicht für ausreichend, und sie habe auch keinerlei bindende Funktion für die Autofahrer, bei wartenden Fußgängern zu stoppen.

Tagsüber sei es dort zeitweise insbesondere für Senioren und jüngere Kinder nicht möglich, eine ausreichende Lücke im Verkehrsfluss zu finden, um die Straße sicher zu überqueren. „Wir ärgern uns seit Jahren, dass an der gefährlichen Situation nichts geändert wird“, betont Dennis Lorenz.

Deshalb habe er nun die Online-Petition zunächst in Facebook- und Whatsapp-Gruppen gestartet. Auch der Bürgermeister und die „großen Parteien“ in Achim seien über das Ansinnen informiert worden.

„Ich schließe mich dieser Forderung der Petition an“, sagt Herfried Meyer, Chef der SPD-Fraktion im Stadtrat und Vorsitzender des Ortsausschusses Uphusen. Dieses Gremium habe sich am 18. November mit dem Thema befassen wollen, doch sei die Sitzung wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Der Ortsausschuss hatte das Verkehrsdilemma laut Meyer aber auch bereits im Juni vergangenen Jahres ins Visier genommen. Damals sei es darum gegangen, an der Uphuser Heerstraße / Am Weserberg einen Zebrastreifen zu schaffen. Einen diesbezüglichen Antrag der Stadt habe die Landesbehörde allerdings negativ beschieden.

Meyer setzt sich in diesem Zusammenhang überdies dafür ein, die Bushaltestelle der Linie 740 in Fahrtrichtung Achim vom Standort am Pirschweg vor die Einmündung Weserberg am Netto-Markt zu verlegen. Dort gebe es mehr Platz. „Gerade in der dunklen Jahreszeit ist diese gut frequentierte Haltestelle mit dem schmalen Ausbau – am Pirschweg ist ja nur ein Radweg als Aufstellfläche vorhanden – ein Konfliktbereich zwischen wartenden Schülern und passierenden Radfahrern“, argumentiert Sozialdemokrat Meyer.

Auch Rüdiger Dürr von der CDU-Fraktion erachtet die Petition als „goldrichtig“. Er habe die Stadtverwaltung bereits zu Beginn dieses Jahres auf das Problem aufmerksam gemacht.

Achimer Stadtverwaltung verspricht schnelles Handeln

Die verspricht jetzt rasches Handeln. „Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens in dem Uphuser Bereich kann sich das Land vorstellen, dass dort ein Zebrastreifen oder eine Ampelanlage installiert wird“, berichtete Bürgermeister Rainer Ditzfeld am Donnerstag auf Nachfrage. Jüngste Verkehrszählungen hätten die Behörde zum Umdenken veranlasst.

Die Stadt wolle am Weserberg eine Fußgängerampel aufstellen, informierte Ditzfeld. In Absprache mit den Fraktionen seien dafür 20 000 bis 25 000 Euro im Doppelhaushalt 2021/22 vorgesehen. „Wir werden nochmal beim Land nachfragen, aber die Kosten muss die Stadt wohl aus eigener Tasche zahlen“, fügte der Bürgermeister hinzu. „Wenn alles gut läuft, könnte die Ampel schon im Herbst stehen.“

Getreu dieser Lösung sollen nach Ditzfelds Worten übrigens auch Fußgänger und Radfahrer in Baden an der Verdener Straße im Einmündungsbereich Meßterfeld / Schneiderburg grünes Licht für die dort ebenfalls schon lange geforderte sichere Querung der L 158 bekommen.

Von Michael Mix

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